Beispiele für chronische Wunden sind:
- Dekubitus (Druckgeschwüre)
- offenes Bein (Ulcus cruris)
- Wunden, die durch Infektionen oder Grunderkrankungen nicht oder sehr schlecht heilen.
Beine und Gesäß sind besonders gefärdet für die Entstehung chronischer Wunden, diese können aber am gesamten Körper entstehen. Grunderkrankungen die chronischen Wunden vorausgehen, sind zum Beispiel die chronisch-venöse Insuffizienz, Krampfadern, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit und Diabetes mellitus.
Symptome von chronischen Wunden
Chronische Wunden führen bei den Patienten meist zu starken Schmerzen und können die Mobilität einschränken. Besonders stark nässende Wunden, die zu einer Geruchsbildung führen können, sind Betroffenen häufig unangenehm.
Ursachen und Risikofaktoren für chronische Wunden
Ursache für eine Verzögerung der Wundheilungsprozesse können durch Bakterien infizierte Wunden sein, zum Beispiel nach einem Unfall oder bei tiefen und stark verschmutzten Wunden. Zudem kann eine schlechte Hautdurchblutung die Wundheilung verzögern und durch regelmäßiges Rauchen nochmal verstärkt werden. Außerdem kann eine eingeschränkte Mobilität Druckgeschwüre verursachen, wenn Betroffene auf einer Körperstelle zu lange liegen. Ödeme, also Wasseransammlungen im Gewebe, können weiterhin dazu führen, dass Wundheilungsstörungen entstehen.
Behandlung von chronischen Wunden
Für eine erfolgreiche Wundbehandlung müssen zunächst Gründe identifiziert werden, die die Wundheilung stören. Im Anschluss daran sollten diese – wenn möglich – beseitigt werden.
Wichtig ist außerdem, dass die Wundbehandlung stets individuell auf die Patienten abgestimmt wird und interdisziplinär mit verschiedenen Fachrichtungen stattfindet.
Konservative Behandlung
Zur Wundbehandlung gehören verschiedene Möglichkeiten der Wundpflege sowie außerdem, vor allem bei Dekubitus, eine richtige und regelmäßige Lagerung der Patienten. Eine Kompressionsbehandlung kann bei Durchblutungsstörung chronischen Wunden vorbeugen. Kompressionsmaterialien wir Strümpfe oder bestimmte Verbände werden speziell auf die Patientenbedürfnisse angepasst.
Operative Behandlung
Reichen diese konservativen Maßnahmen nicht aus, dann kann auf operative Maßnahmen zurückgegriffen werden, mit denen auch schwierige Wunden behandelt werden können. Zunächst wird dafür eine operative Wundreinigung durchgeführt und gegebenenfalls mit einer Vakuumtherapie ergänzt. Dadurch wird ein Wundgrund vorbereitet, auf dessen Basis weitere operative Eingriffe durchgeführt werden können. Das können z.B. Hauttransplantationen von einer gesunden Körperstelle sein.
Bei einer Hauttransplantation wird im Rahmen einer Operation unter Narkose an einer gesunden Körperstelle Haut entnommen, um damit eine Wunde an einer anderen Körperstelle zu decken. Mithilfe verschiedenster Techniken kann bei der Operation die Oberfläche vergrößert werden, um auch größere Bereiche des Körpers abdecken zu können.
Zusätzlich können auch lokale Gewebeverschiebungen durchgeführt werden. Ziel der verschiedenen Behandlungsverfahren ist es, die Schmerzen der Patienten zu lindern und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen.