Magnetresonanztomographie (MRT)

MRT-Gerät

Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie, ist ein bildgebendes Verfahren. Es ist das modernste der Schnittbildverfahren. Da es auf Magnetfeldern und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern basiert, verursacht es keine Strahlenbelastung für den Patienten. Obgleich die Untersuchungszeiten in den letzten Jahren drastisch gesenkt worden sind, dauern die Untersuchungen durchschnittlich 10 bis 30 Minuten. Patienten. Auch wenn die Untersuchungszeiten in den letzten Jahren drastisch gesenkt worden sind, dauern die Untersuchungen im Durchschnitt viele Minuten.

Wie funktioniert eine MRT?

Ein MRT nutzt starke Magnetfelder und Radiowellen, um detaillierte Bilder von Gewebe und Organen im Körper zu erzeugen. Grundlage der Methode ist die Ausrichtung der Wasserstoffatome im Körper entlang eines starken Magnetfeldes. Wenn man diese dann mit einem Radiosignal anregt, geben sie beim Zurückfallen in ihren Ruhezustand Signale ab, die von hochempfindlichen Empfängern gemessen werden. Diese rechnet der Computer in detaillierte Schnittbilder um. Die Methode funktioniert ohne Röntgenstrahlung und ist besonders nützlich für die Untersuchung von Weichteilen wie Gehirn, Muskeln und inneren Organen.

Wann wird die Magnetresonanztomographie eingesetzt?

Die Magnetresonanztomographie eignet sich insbesondere für Untersuchung von Weichteilen mit durch einer keine andere Untersuchung zu erreichenden Detail- und Informationstiefe. Sie kommt darum insbesondere bei Erkrankungen, die das zentrale Nervensystem, die Oberbauchorgane und den Sehnen- und Bandapparat betreffen, zum Einsatz.

Was ist der Unterschied zwischen einer CT und einer MRT?

Eine CT (Computertomographie) verwendet Röntgenstrahlen, um detaillierte Querschnittsbilder des Körpers zu erstellen, wobei die Unterschiede in der Dichte der Gewebe sichtbar gemacht werden. Ein MRT (Magnetresonanztomographie) hingegen nutzt starke Magnetfelder und Radiowellen, um detaillierte Bilder von Weichteilen zu erzeugen, ohne ionisierende Strahlung wie beim CT. Als Faustregel kann man sagen: Die CT ist besser in der Darstellung der Feinstruktur von Knochen und Lungen sowie beweglichen Organen wie dem Darm, während eine MRT hervorragend für die Darstellung von Weichteilen, Muskeln, Organen, Gelenken und dem Gehirn geeignet ist.

Ablauf der MRT-Untersuchung

Eine MRT-Untersuchung beginnt damit, dass der Patient alle metallischen Gegenstände ablegt und in der Umkleide die bereitgestellte dünne Stoffkleidung anlegt, um Bildstörungen sicher zu vermeiden. Danach legt sich der Patient auf die Liege des Geräts. Für einige Untersuchungen müssen die Fachkräfte dem Patienten Spulen über den Körper legen. Danach fährt die Liege in die Röhre im Inneren des Geräts. Es ist notwendig, so still wie möglich während der Untersuchung liegen zu bleiben. Bei Untersuchungen des Brustkorbs oder des Bauches müssen Patienten auch für eine bestimmte Zeit den Atem anhalten.

Das MRT-Gerät macht während der Untersuchung laute Geräusche, daher bekommt jeder Patient Kopfhörer als Gehörschutz. Falls Patienten Probleme mit Unwohlsein oder gar Angst in engen Räumen (Klaustrophobie) haben, können sie sich gerne im Vorfeld an das Ärzteteam wenden. Sollte es zu einem Problem während der Untersuchung kommen, ist das betreuende Personal stets per Gegensprechanlage verbunden und kann sofort reagieren. Die Ärzte der Klinik haben viel Erfahrung mit diesen häufig anzutreffenden Problemen und können diese Herausforderung zusammen mit den Patienten meist gut bewältigen.

Die Dauer von MRT-Untersuchungen kann je nach Art der Untersuchung und Körperregion variieren:

Kopf-MRT: etwa 20 bis 30 Minuten

Wirbelsäulen-MRT: zwischen 15 und 45 Minuten je nachdem wie viele Teile der Wirbelsäule untersucht werden sollen.

Knie-MRT:  etwa 15 bis 20 Minuten.

Die genaue Dauer kann je nach spezifischem Protokoll, der Notwendigkeit von Kontrastmittel und anderen individuellen Faktoren variieren.

Mitarbeiterin beobachtet eine MRT-Untersuchung durch die Scheibe

Während der MRT-Untersuchung ist immer Personal im Kontrollraum, das die Bildgebung beobachtet und darauf achtet, dass es dem Patienten gut geht.

Besonderheiten von MRT-Untersuchungen im Marien Hospital Witten

Das Marien Hospital Witten hat einen 1,5 Tesla Magnetresonanztomographen der neuesten Generation. Durch diese Neuanschaffung sind schnellste Untersuchungszeiten und beste Bildqualität möglich. Einige Ärzte der Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin haben einen besonderen Schwerpunkt in der Kernspintomographie. Regelmäßige Anpassungen an den neusten Stand der Forschung stellen höchste Untersuchungsstandards sicher.

Da die Klinik modernste Kontrastmittel nutzt, müssen Patienten auch zu Untersuchungen mit Kontrastmittelgaben keine Blut-Laborwerte (Kreatinin, Nierenwert) mehr mitbringen. Ausgenommen hiervon sind Untersuchungen der Leber.

Folgende Untersuchungen führen die Ärzte der Klinik routinemäßig durch:

  • Kopf
  • Hals
  • MR-Angiographie der Hals- und Hirngefäße
  • Brustkorb (Thorax)
  • Brust (Mamma)
  • Herz in Ruhe und unter Adenosin-Stress (Cardio-MRT)
  • Oberbauch, insbesondere auch Spezialuntersuchungen aller Oberbauchorgane (insb. Leber, Nieren, Pankreas, MRCP)
  • Bauch (Abdomen), insbesondere auch Untersuchungen des Darms (Sellink MR)
  • Becken, insbesondere auch Spezialuntersuchungen von Enddarm (Rektum), Gebärmutter (Uterus), Eierstöcken (Ovarien) und Prostata
  • MR-Angiographie der Becken-Bein-Gefäße
  • Wirbelsäule
  • Untersuchung aller Gelenke und Extremitäten
  • MR-Arthrographien

MRT-Untersuchungen nach Körperregion

Gehirn und Nerven 

Bei der Diagnostik des zentralen Nervensystems spielt die Magnetresonanztomographie eine zentrale Rolle. Sie liefert eine detailreiche Darstellung der Weichgewebe mit einer höheren Informationstiefe als jedes andere Schnittbildverfahren. Zur genauen Differenzierung der meisten Erkrankungen von Hirn und Rückenmark ist die MRT daher unverzichtbar.

Herz, Kreislauf und Blutgefäße 

Im Marien Hospital Witten liegt ein großer Schwerpunkt auf hochwertiger, modernster Herzdiagnostik mit Hilfe der Magnetresonanztomographie. In enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Kardiologie führen die Ärzte täglich Herz-MRTs durch und befunden gemeinsam im interdisziplinären Vier-Augen-Prinzip. Um einen höchstmöglichen Qualitätsstandard zu garantieren, sind alle beteiligten Radiologen von der Deutschen Röntgengesellschaft für die Herzdiagnostik Q2 der Deutschen Röntgengesellschaft zertifiziert.

Insbesondere wenn bei Funktionsstörung der Nieren möglichst wenig jodhaltiges Kontrastmittel gegeben werden soll und die Computertomographie daher nicht die ideale Untersuchungsmethode ist, lassen sich alle Blutgefäße des Körpers auch in der MRT darstellen. Häufige Anwendungsbereiche sind die Darstellung der Halsschlagadern bei Carotis-Stenosen und der Becken-Bein-Gefäße bei Schaufensterkrankheit (pAVK) oder Aussackungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysmen)

Kopf-Hals-Bereich

Bei Entzündungen und Tumoren im Kopf-Hals-Bereich ist die Magnetresonanztomographie das Standardverfahren. Der gute Weichgewebekontrast macht es dank Kontrastmitteln möglich, auch kleinste Tumoren zu finden und die genaue Lage darzustellen. Hierbei können das Eindringen in benachbartes Gewebe und krankhafte Lymphknoten sehr genau beurteilt werden. Um dieses komplexe und fachlich schwierige Gebiet sicher abdecken zu können, gibt zertifizierte Neuroradiologen im Team, zu deren Schwerpunkt auch der Kopf-Hals-Bereich gehört.

Knochen, Sehnen, Muskeln und Gelenke

Knochen selbst lassen sich am besten mit der CT beurteilen. Die Diagnostik aller Muskeln, Knorpel, Sehnen und Bandstrukturendagegen ist der weltweit häufigste Einsatzgrund der Magnetresonanztomographie. Keine andere radiologische Technik kann eine so detaillierte und präzise Darstellung der die Knochen umgebenden Weichgewebe bieten. Die Klinik bietet das volle Spektrum der MRT-Diagnostik des Skelettsystems an, von der Wirbelsäule über alle Gelenke bis hin zur Beurteilung von Entzündung und Tumoren der Knochen selbst. Um einen hohen diagnostischen Standard zu sichern, sind Ärzte des Teams von der Deutschen Gesellschaft für Muskuloskelettale Radiologie zertifiziert.

Hormonsystem

Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse und die Hoden oder Eierstöcke sind teils schwierig zu beurteilen und benötigen gezielte Spezialuntersuchungen. Die Magnetresonanztomographie hat hier einen sehr großen Stellenwert, um hier teils sehr kleinen Veränderungen oder Tumoren finden zu können. Die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin bietet das volle Spektrum dieser Untersuchungen an.

Verdauungstrakt

Insbesondere bei der Beurteilung der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse spielt die MRT eine große Rolle. Die Experten der Klinik führen jedoch auch direkte Untersuchungen des Darms durch, insbesondere so genannte Sellink-MRTs. Hierbei wird der gesamte Dünndarm mit Wasser gefüllt, sodass die Darmwand selbst beurteilt werden kann. Auch Untersuchungen des Enddarms zur Tumoreinstufung sowie funktionelle Untersuchungen des Enddarms bei Stuhlinkontinenz werden in der Klinik gemacht. Die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin arbeitet hier eng mit den Kollegen aus dem Darmkrebszentrum und dem Hernienzentrum zusammen.

Harn- und Geschlechtsorgane

Bei der Diagnostik gynäkologischer Erkrankungen spielt die Magnetresonanztomographie eine große Rolle: Insbesondere als Ergänzung der Mammographie und dem Brustultraschall hat sich die Mamma-MRT als Routineverfahrungen etabliert, um offene Fragen zuverlässig klären zu können. In Zusammenarbeit mit den Experten des Brustkrebszentrum Witten können die Experten der Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin auf Jahrzehnte von Erfahrung in den verschiedenen Arten Brustdiagnostik zurückgreifen. Dank moderner Geräte und aller hierdurch verfügbaren Methoden, ist eine sehr zuverlässige Diagnostik möglich.  

Auch bei Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke und insbesondere auch der diagnostischen Herausforderungen bei der Endometriose spielt die MRT eine wichtige Rolle. Hier arbeiten die Experten der Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin sehr eng mit den Kollegen der Frauenklinik zusammen.

Die Magnetresonanztomographie hat in den letzten Jahren einen großen Stellenwert bei der Diagnostik von Prostatakarzinomen, der Verlaufskontrollen niedriggradiger Prostatakarzinome (Active Surveillance) und der Biopsieplanung von suspekten Prostataläsionen errungen. Erkrankungen der Nieren, Harnleiter und der Harnblase lassen sich durch die MRT gut diagnostizieren. So können die Informationen, die nur die MRT über Nierenveränderungen geben kann, den Unterschied zwischen einer Nierenentfernung und einer konservativen Behandlung machen. Im Team gibt es hierfür spezialisierte Radiologen.



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