Risikofaktoren der Schaufensterkrankheit: Wer ist besonders gefährdet?
Die wichtigsten Risikofaktoren für die Schaufensterkrankheit (pAVK) sind:
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Erhöhte Blutfettwerte
Diese Faktoren schädigen die Blutgefäße und führen zu Durchblutungsstörungen, die nicht nur eine Schaufensterkrankheit oder ein sogenanntes Raucherbein verursachen können, sondern auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöhen.
Wichtig: Früherkennung, Prävention und die gezielte Behandlung durch Gefäßchirurgen sind entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen – wie eine Amputation – zu vermeiden.
Symptome der Schaufensterkrankheit (pAVK): Von schmerzfrei bis kritisch
Die pAVK verläuft in mehreren Stadien:
| Stadium | Beschreibung | Empfehlung |
|---|---|---|
| I | keine Beschwerden | Engstellen (Stenosen) im Gefäß sind noch gering und verursachen keine Symptome. Die Erkrankung wird oft zufällig bei einer Gefäßuntersuchung entdeckt. |
| II | Schmerzen beim Gehen | Nach einer bestimmten Gehstrecke treten belastungsabhängige Schmerzen auf, meist in der Wade, seltener im Oberschenkel, Gesäß oder Fuß. Betroffene bleiben häufig stehen, als würden sie sich interessiert an Schaufenstern umsehen – daher der Name Schaufensterkrankheit. |
| III | Ruheschmerz | Schmerzen treten in Ruhe auf, besonders nachts. Viele Patienten hängen das Bein aus dem Bett, um die Durchblutung zu verbessern. |
| IV | Gewebe stirbt ab | Wunden heilen nicht mehr, Gewebe (meist an Zehen oder Fersen) stirbt ab (Nekrose). Ab Stadium III spricht man von einer kritischen Extremitätenischämie – es besteht akute Amputationsgefahr. |
Wie wird eine Schaufensterkrankheit (pAVK) diagnostiziert?
Zur Diagnose der Schaufensterkrankheit stehen mehrere Verfahren zur Verfügung:
- Knöchel-Arm-Index (ABI) – einfaches Messverfahren
- Ultraschalluntersuchung – lokalisiert Engstellen oder Verschlüsse
- Magnetresonanzangiografie (MRT) – präzise Darstellung der Gefäße
- CT-Angiographie (CTA) – zusätzliche Informationen wie Kalzifizierung
Diese Untersuchungen erfolgen in der Gefäßambulanz und der Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin des Marien Hospital Witten, können aber auch auswärtig erfolgen und zum Vorstellungstermin mitgebracht werden.
Konservative Behandlung der Schaufensterkrankheit: Bewegung als Therapie
Ziel der Therapie:
Verbesserung der Durchblutung.
Bewegung ist das beste Medikament. Geeignet sind:
- Gehtraining (regelmäßig und kontrolliert)
- Zehenstandübungen und Knieübungen
- Fahrradfahren
Seit 2016 gibt es im Marien Hospital Witten eine Gefäßsportgruppe, in der Betroffene unter Anleitung trainieren können. Informationen zur Gefäßsportgruppe finden Sie unter Veranstaltungen.
Medikamentöse Maßnahmen:
- Blutverdünner (z. B. Acetylsalicylsäure, Clopidogrel)
- Cholesterinsenkung (z. B. Statine)
- Prostaglandin-Infusionen bei Stadium III (mehrtägiger stationärer Aufenthalt erforderlich)
Operative Behandlung der Schaufensterkrankheit (pAVK)
In der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten stehen alle modernen Verfahren zur Verfügung:
1. Gefäßaufdehnung (Ballondilatation / PTA) mit Stent
Dieses Verfahren ist geeignet bei kurzen Engstellen oder Verschlüssen, z. B. in Becken- oder Oberschenkelschlagadern.
Ablauf:
- Punktion der Leistenarterie
- Einführen eines Drahtes
- Eröffnung eines Verschlusses durch Auffräsung (Atherektomie)
- Aufdehnung mit Ballonkatheter
- ggf. Stent (Gefäßstütze) zur Stabilisierung
Vorteil: minimal-invasiv, kaum Narben, kurze Erholungszeit.
2. Ausschälplastik (Thrombendarteriektomie)
Es handelt sich um eine offene Operation (Gefäß wird freigelegt) zur Entfernung von Kalkablagerungen und Blutgerinnseln bei kurzstreckigen Verschlüssen.
3. Bypass-Operation
Bei langstreckigen Gefäßveränderungen wird eine Umleitung (Bypass) geschaffen, z. B. von der Aorta zur Leiste oder von der Leiste zur Kniearterie. Es können körpereigene Venen oder Gefäßprothesen genutzt werden.
4. Hybrid-Operation
Kombination aus offener und minimal-invasiver Technik, z. B. Ausschälung + Ballondilatation. Diese Methode vereint die Vorteile beider Verfahren und führt häufig zu besseren Ergebnissen.
Moderne Wundbehandlung und ganzheitliche Versorgung
Zusätzlich zur Operation werden eingesetzt:
- moderne Wundauflagen
- Vakuumpumpentherapien
- Plastisch-chirurgische Deckung von Gewebedefekten
Eine internistische Begleitung ist besonders wichtig, da viele pAVK-Patienten an Herz- oder Nierenerkrankungen leiden. Bei Diabetikern ist eine optimale Blutzuckereinstellung essenziell.
Häufige Fragen zur Schaufensterkrankheit (pAVK)
Typisch sind Schmerzen beim Gehen, die nach kurzen Pausen verschwinden. Erste Warnzeichen sollten ernst genommen werden.
Neben der klinischen Untersuchung wird häufig der ABI-Wert gemessen. Ergänzend kommen Ultraschall und MRT zum Einsatz.
Neben Bewegung und Medikamenten sind auch interventionelle und operative Eingriffe möglich. Ziel ist stets die Verbesserung der Durchblutung und Vermeidung einer Amputation.