Computertomografie (CT)

CT-Gerät

Die Computertomografie ist eine Untersuchung, bei der eine Röntgenröhre um den liegenden Patienten herum rotiert. Der Computer errechnet aus den Rohdaten Schnittbilder, die in allen Ebenen betrachtet und sogar zu 3D-Modellen umgerechnet werden können.

Seit der ersten Anwendung am Patienten 1971 hat sich die Technik in großer Geschwindigkeit weiterentwickelt. Heute gehört sie weltweit zum diagnostischen Standard und bildet den Grundstein für die schnelle und zuverlässige Diagnose vieler akut gefährlicher Erkrankungen. Das Marien Hospital Witten hat ein 32-Zeilen-CT der modernsten Generation und kann hiermit viele Untersuchungen über den üblichen Standard hinaus anbieten.

Computertomografie – der Ablauf

CT-Untersuchungen brauchen keine große Vorbereitung. Patienten legen nur dicke Kleidung und alle mitgeführten Gegenstände ab, um Bildstörungen zu vermeiden. Der Patient legt sich auf den Untersuchungstisch des Geräts. Dann wird er durch den Ring des Scanners gefahren, während sich im Inneren des Geräts die Röntgenröhre um den Tisch dreht. Oft ist es notwendig, hierbei den Atem anzuhalten. Dies teilen die Mitarbeiter dem Patienten über eine Sprechanlage mit. Bei Problemen kann der Patient über die gleiche Anlage jederzeit mit dem betreuenden Personal sprechen. Die entstandenen Bilder werden von den Ärzten der Radiologie ausgewertet und die Ergebnisse zu Befunden zusammengefasst.

Wird Kontrastmittel benötigt? 

Bei vielen Untersuchungen verabreichen Ärzte den Patienten über die Vene ein jodhaltiges Kontrastmittel. Dieses verdeutlicht Unterschiede zwischen verschiedenen Gefäßen und Gewebe. Bei einigen Untersuchungen des Bauches ist es manchmal auch nötig, Wasser oder Kontrastmittel zu trinken. Daher sollten Patienten bei einer Untersuchung des Bauchraums bereits mindestens eine Stunde vor der Untersuchung kommen.

Die verwendeten Kontrastmittel sind gut verträglich. Um Nebenwirkungen auf den Schilddrüsenstoffwechsel und die Nierenfunktion dennoch möglichst gering zu halten, benötigt der Radiologe drei Informationen vor der Kontrastmittelgabe:

  1. Ist eine Allergie gegen Iod-haltiges Kontrastmittel bekannt?
  2. Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion?
  3. Besteht eine Einschränkung der Nierenfunktion?

Sollte einer dieser Punkte auf Patienten zutreffen, stimmen Mitarbeiter mit Patienten gemeinsam ein individuelles Vorgehen ab. Falls es sich um eine ambulante Untersuchung handelt, müssen die Nieren- und Schilddrüsenwerte (Kreatinin / GFR, TSH, T3 und T4) vorliegen. Falls diese mitzubringen sind, informiert das Klinikpersonal Patienten im Vorfeld.

CT-Gerät

Während der CT-Untersuchung sind Mitarbeitende nicht mit im Raum, sondern beobachten die Untersuchung durch eine Scheibe. Patienten und Mitarbeitende können über eine Sprechanlage miteinander kommunizieren.

Wozu wird eine Computertomografie eingesetzt?

Die Computertomografie (CT) hat ein sehr breites Anwendungsspektrum. Sie kommt sowohl in der Routine- als auch in der Notfalldiagnostik zum Einsatz. Beispielsweise bei der Erstbeurteilung und den Folgeuntersuchungen von Krebserkrankungen, in der Diagnostik von Akut- und Strukturerkrankungen der Lunge, bei akuten Bauchbeschwerden, zur Einschätzung von Unfallfolgen oder zur Einordnung plötzlich auftretenden Probleme des zentralen Nervensystems.

Die Experten der Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin führen routinemäßig folgende CT-Untersuchungen durch:

  • Kopf
  • Mittelgesicht
  • Hals
  • Hals- und Hirngefäße
  • Brustkorb (Thorax)
  • CT-Angiographie der Lungenarterien (Pulmonalarterien)
  • Oberbauch
  • Bauch (Abdomen)
  • Becken
  • CT-Angiografie der ganzen Aorta
  • CT-Angiografie der Becken-Bein-Arterien
  • Alle Gelenke und Extremitäten
  • Rotations-CT von Hüfte und Kniegelenk
  • CT-gesteuerte Punktionen aller Körperteile zur Probengewinnung (Biopsie)
  • CT-gesteuerte Schmerztherapie (PRT, Gelenkinfiltrationen
  • CT-gesteuerte Drainagenanlagen
  • CT-Arthrografie

CT-Untersuchung nach Körperregion

CT-Scan des Gehirns

Gehirn und Nerven 

Das CT ist der Standard für die Akutdiagnostik der meisten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Der Ausschluss von Frakturen von Schädel, Mittelgesicht und Halswirbelsäule kann mit dem Ausschluss akuter Hirnblutungen nach einem Schädelhirntrauma gleichzeitig erfolgen. Auch spontane Hirnblutungen und Schlaganfälle aufgrund verschlossener Hirnarterien können präzise diagnostiziert werden. Um Ihnen eine besonders gute Versorgung zu gewährleisten, gehören zertifizierte Neuroradiologen zum Ärzteteam.

Herz, Kreislauf und Blutgefäße 

Insbesondere in der Akutdiagnostik von Lungenembolien und Aortendissektionen ist die CT das Mittel der Wahl. Ebenso können im CT aktive Blutungen aller Organsysteme zügig und zuverlässig diagnostiziert werden. Auch in der Feindiagnostik von Gefäßverengungen und -verschlüssen wie auch krankhaften Aufweitungen (Aneurysmen) insbesondere der Halsschlagadern, der Hauptschlagader und Becken-Bein-Gefäße können den Kollegen der Gefäßchirurgie wichtige Informationen liefern.

Lunge und Atemtrakt 

Die über das normale Röntgenbild hinausgehende Diagnostik der Lunge ist fast ausschließliche Einsatzgebiet der hochauflösenden Computertomografie. Bei der Feindiagnostik des Lungengewebes lässt sich ein breites Spektrum von Lungenerkrankungen einordnen und in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Pneumologie zu einer sicheren Diagnose führen. Erkrankungen wie Lungenkrebs, Überblähung (Lungenemphysem), Plaques und Tumore des Lungenfells, Aufweitungen der Bronchien (Bronchiektasen) und die genaue Unterscheidung der verschiedenen Lungenentzündungen gehören genauso zum Spektrum wie die Einordnung verschiedener Lungenfibrosen.

Falls durch die CT alleine keine abschließende Diagnose möglich ist, bietet die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin auch CT-gesteuerte Probenentnahmen aus unklaren Verdichtungen in der Lunge an, um eine schnelle und sichere Diagnose durch die Kollegen der Pathologie zu ermöglichen.

Um einen hohen Standard der Versorgung zu garantieren, sind mehrere zertifizierte Lungenradiologen Teil des Ärzteteams.

Knochen, Sehnen, Muskeln und Gelenke 

Wenn das Röntgenbild kein abschließendes Urteil über ein knöchernes Problem zulässt oder ein Operateur eine dreidimensionale Vorstellung eines komplexen Problems benötigt, kommt die Computertomografie ins Spiel. Die extrem hohe Auflösung von Knochenstrukturen bietet hier ein hohes Maß an diagnostischer Sicherheit und räumlicher Orientierung. Knochenbrüche, degenerative Veränderungen, entzündliche Veränderungen und Tumoren des Skelettsystems gehören genauso zum Spektrum wie Blutergüsse in Muskeln und Darstellung von krankhaftem Auseinanderweichen des Bindegewebes.

Bauchorgane und Verdauungstrakt 

Eine Vielzahl von Baucherkrankungen werden heute primär mit der Computertomografie diagnostiziert. Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Entzündungen von Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis), Blinddarm-Entzündungen und langstreckige infektiöse Entzündungen des Darms, Darmlähmungen oder Darmverschlüsse (Ileus) und Durchblutungsstörungen (Mesenterial-Ischämien) gehören genauso zum diagnostischen Spektrum wie die Erfassung und Einordnung von Krebserkrankungen von Speiseröhre, Magen und Darm. Hierbei arbeitet die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin eng mit dem Darmkrebszentrum zusammen. Zum Spektrum gehören: Entzündliche Erkrankungen der Oberbauchorgane, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase, der routinemäßige Ausschluss von Krebs oder Metastasen der Oberbauchorgane. Wenn sich Eiteransammlungen (Abszesse) im Bauchraum gebildet haben, sind die Experten der Klinik  in der Lage, diese CT-gesteuert mit Drainagen zu versorgen. Dadurch lässt sich oft eine erneute Operation verhindern.

Harn- und Geschlechtsorgane 

Die Computertomografie kommt regelhaft zur Diagnose von Erkrankungen wie Ovarialkarzinomen, Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) und Brustkrebs wie auch für die Diagnostik im Rahmen von Hoden-, Penis- und Prostatakarzinomen zum Einsatz. Harnsteine, Nierentumoren, Harnleitertumoren oder Blasenkrebs gehören ebenfalls zur Routinediagnostik. Bei der Diagnostik von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane arbeitet die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin dem gynäkologischen Krebszentrum, dem Brustkrebszentrum Witten und der Klinik für Urologie des Marien Hospital Herne eng mit der Klinik zusammen.

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