Vorhofflimmern

Elektrophysiologische Untersuchung bei Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine weit verbreitete Herzrhythmusstörung, die ärztlich behandelt werden muss. Der unregelmäßige Herzschlag wird durch chaotische elektrische Signale in den Vorhöfen verursacht. Diese elektrischen Impulse lassen das Herz unkontrolliert schlagen. Die Kardiologische Klinik des Marien Hospital Witten ist als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert, hier wird diese Herzrhythmusstörung im Herzkatheterlabor nach höchstem Standard mit der elektrophysiologischen Methode zunächst analysiert und dann mit einer Katheterablation behandelt.

Vorhofflimmern führt zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko, da sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden können, wenn die Pumpfunktion durch das Flimmern beeinträchtigt ist. Diese können vom Herzen in den Blutkreislauf und weiter in das Gehirn transportiert werden. Eine Verstopfung der Hirngefäße kann zu einem Schlaganfall mit Symptomen wie Lähmungen und Sprachstörungen führen und ggf. sogar lebensbedrohlich sein.

Ursachen von Vorhofflimmern

Die Ursachen von Vorhofflimmern sind sehr unterschiedlich und reichen von einere, verschiedenen Erkrankungen der Herzklappen und des Herzmuskels bis hin zu Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße. Die häufigste Ursache jedoch ist ein chronisch zu hoher Blutdruck. Beeinflussbare Risikofaktoren bei Vorhofflimmern sind vor allem übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie stärkeres Übergewicht und mangelnde Bewegung. 

Symptome bei Vorhofflimmern

Manchmal verursacht Vorhofflimmern kaum Beschwerden und wird nur zufällig durch den Arzt im EKG entdeckt oder es fällt bei der Blutdruckmessung ein unregelmäßiger Puls auf. Es ist wichtig gerade bei erblicher Vorbelastung oder sonstigen Risikofaktoren die Herzgesundheit regelmäßig von einem Arzt überprüfen zu lassen. Wird Vorhofflimmern frühzeitig erkannt, ist eine erfolgreiche Behandlung wahrscheinlicher.

Mögliche Anzeichen von Vorhofflimmern sind:

  • unangenehmes Herzstolpern oder Herzrasen
  • Schwindel 
  • ein deutlich zu schneller und unregelmäßiger Puls
  • Luftnot, Müdigkeit und Abgeschlagenheit vor allem bei körperlicher Belastung durch Abnahme der Herzleistung

Die größte Gefahr des Vorhofflimmerns ist die Entstehung von Blutgerinnseln im Herzen durch einen verlangsamten Blutfluss. Diese Gerinnsel können dann wandern und im Gehirn einen Schlaganfall auslösen. Ein Schlaganfall ist eine akute und teilweise lebensbedrohliche Notfallsituation. 

Symptome eines Schlaganfalls sind:

  • Lähmungserscheinungen
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Desorientiertheit und Schwindel
  • Sehr starke Kopfschmerzen

Behandlung von Vorhofflimmern

Es gibt verschiedene Behandlungsverfahren bei anhaltendem Vorhofflimmern. Ob ein Eingriff am Herzen vorgenommen werden muss oder bestimmte Medikamente ausreichen, richtet sich nach der Häufigkeit und Intensität des Vorhofflimmerns und nach dem Gesundheitszustand des Patienten. Fast alle Patienten benötigen aber zusätzlich eine Blutverdünnung um die Bildung von Gerinnseln im Herzen und damit Schlaganfälle zu verhindern. In manchen Fällen kann Vorhofflimmern durch einen Elektroimpuls in Kurznarkose, eine sogenannte Kardioversion, beendet werden. Durch spezielle Medikamente soll dann ein Wiederauftreten verhindert werden. In über der Hälfte der Fälle tritt das Vorhofflimmern jedoch leider innerhalb eines Jahres erneut auf.

Elektrophysiologische Behandlung bei Vorhofflimmern

Eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) wird durchgeführt, um den genauen Ort einer Herzrhythmusstörung festzustellen und diesen dann mit einer sogenannten Katheterablation, einem minimal-invasiven Verfahren, auszuschalten. Bei der EPU führt der Arzt Sonden durch die Leisten- oder Armvenen ins Herz ein. Sie messen EKG-Ableitungen direkt am Herzen und erstellen dann eine Art 3D Karte des Herzens.

Elektrophysiologische untersuchung bei Vorhofflimmern

Zu sehen ist der Vorgang des Mappings. In der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten werden modernste Mapping Systeme für eine besonders genaue Lokalisierung des Vorhofflimmerns eingesetzt.

Die chaotischen elektrischen Signale bei Vorhofflimmern beginnen typischerweise in den Zellen der Lungenvenen, die dann in den linken Vorhof gelangen. Ziel der Katheterablation ist es, die elektrische Leitung von den Lungenvenen zum Vorhof zu blockieren (Pulmonalvenenisolation). Zu diesem Zweck werden die erkrankten Bereiche des Vorhofs entweder durch Hitze oder Kälte verödet (thermisches Verfahren). Ob die Verödung über Kälte oder Wärme erzeugt wird, richtet sich nach der Ausprägung des Vorhofflimmerns, nach den vorliegenden Veränderungen des Herzens und auch nach dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten.

Medikamentöse Behandlung von Vorhofflimmern

Vor allem bei beschwerdefreien Patienten muss die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern teilweise nur mit einer medikamentösen Therapie behandelt werden. Es kann eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten angewendet werden. Ein Medikament zu Blutverdünnung ist aber fast immer nötig, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Es können verschiedene Medikamente für die Blutverdünnung eingesetzt werden. 

Vorhofohrverschluss zur Vermeidung von Blutgerinnseln

Bei Patienten, bei denen die Gefahr von Blutungen bei der Einnahme von Blutverdünnern erhöht ist, kann der Verschluss des sogenannten Vorhofohrs eine Lösung sein. Der linke Vorhofanhang (LAA), auch Vorhofohr genannt, ist eine kleine Tasche am linken Vorhof, in der sich aufgrund eines verlangsamten Blutflusses bei Vorhofflimmern häufig Blutgerinnsel bilden. Der Verschluss dieses Anhängsels mit einem sogenannten Occluder kann das Schlaganfallrisiko senken.

 

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