Röntgen

Arzt hält eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers in den Händen

Röntgen (benannt nach dem Entdecker Wilhelm Conrad Röntgen) ist ein bildgebendes Verfahren der medizinischen Diagnostik, das auf der Nutzung von Röntgenstrahlen basiert, um innere Strukturen des Körpers sichtbar zu machen. 

Insbesondere um Erkrankungen und Brüche der Knochen und Veränderungen der Lungen zu diagnostizieren, ist das klassische Röntgenbild immer noch das Standardverfahren weltweit. Hierbei wird der Körper kurzzeitig mit Röntgenstrahlung durchleuchtet, die hinter dem Körper von einer Filmkassette oder Detektorkassette aufgefangen wird.

Strahlenbelastung: Ist Röntgen gefährlich?

In den letzten Jahren wurde die Strahlenbelastung bei Röntgenuntersuchungen erheblich reduziert. Dies gelang durch die Einführung digitaler Detektoren, die die herkömmlichen Filme ersetzen. Diese neuen Technologien haben nicht nur die Strahlenbelastung verringert, sondern auch die Bildqualität deutlich verbessert. Dadurch kann ein Radiologe die Bilder sofort abrufen und beurteilen. Eine digitale Röntgenuntersuchung vom Brustkorb hat heute nur noch die Strahlendosis, die man im Durchschnitt alle drei Tage als natürliche Erdstrahlung aufnimmt. Ein Transatlantikflug entspricht sogar ungefähr fünf solcher Bilder. Das Marien Hospital Witten hat in großem Umfang in moderne Röntgentechnologien investiert, sodass diese strahlenarmen Systeme sowohl in der Kinderradiologie als auch in der Erwachsenenradiologie gleichermaßen eingesetzt werden können.

Des Weiteren verfügt die Klinik für Radiologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin auch über eine digitale Durchleuchtungsanlage. Hier lässt sich beispielsweise der Schluckvorgang und die Funktion des oberen Magen-Darm-Trakts hochauflösend in Bewegung darstellen und so vor allem den Kollegen der Viszeralchirurgie und Gastroenterologie wichtige Hinweise für die Behandlung von Patienten geben.

Röntgen: Untersuchungen nach Körperregion

Gehirn und Nerven 

Bei dem Verdacht auf eine Schädel- oder Hirnverletzung wird nur in seltenen Ausnahmefällen eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. In der Regel kommen die Computertomografie oder Kernspinuntersuchung (MRT) zum Einsatz.

Lunge und Atemtrakt 

Zur Diagnose von Lungengerüstveränderungen, Entzündungen und Wassereinlagerungen ist das Röntgenbild das etablierte Standardverfahren. Die Röntgenuntersuchung kann außerdem bei der Früherkennung von beispielsweise Brustfell- oder Lungentumoren helfen.

Knochen, Sehnen, Muskeln und Gelenke

Eines der wichtigsten Einsatzfelder des Röntgens sind Erkrankungen des Skelettsystems. Mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen lassen sich Knochenbrüche diagnostizieren und während und nach der Operation darstellen, Verschleiß der Gelenke und der Wirbelsäule sowie Instabilitäten einschätzen, und auch bei Entzündungen und Tumoren der knöchernen Strukturen sind sie bis heute unverzichtbar.

Verdauungstrakt 

Wenn es Probleme beim Schluckvorgang oder bei der Passage im oberen Magen-Darm-Trakt gibt, kann eine Breischluckuntersuchung den entscheidenden Hinweis zur Diagnose geben. Der Patient schluckt bei dieser Untersuchung eine Flüssigkeit, die im Röntgenbild zu sehen ist. Engpässe und Störungen der Speiseröhrenbewegung können beispielweise so sichtbar gemacht werden.

Eine Röntgenuntersuchung des Bauches kann schnell einen Hinweis auf einen Darmverschluss oder eine Darmlähmung (Ileus) geben.
 

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