Risikofaktoren für schlechte Wundheilung
Grundsätzlich liegt eine Unterscheidung zwischen systemischen und lokalen Einflussfaktoren bei der gestörten Wundheilung vor.
Systemische oder auch innere Faktoren:
- Grunderkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus oder Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
- Mangelernährung und Übergewicht
- Die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Cortison, Immunsuppressiva)
- Konsumverhalten (z. B. Rauchen) des Patienten
Lokale Einflussfaktoren, die von außen auf die Wunde einwirken:
- Fremdkörper oder Keime in der Wunde
- Unzureichende Wundbehandlung
- Starker Druck von außen auf die Wunde
Behandlung von Wunden bei Wundheilungsstörungen
Bei Patienten, die zu Wundheilungsstörungen neigen oder bereits an einer chronischen Wunde leiden, ist eine umfassende Betrachtung des Gesundheitszustands unbedingt nötig. Liegen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen vor, müssen diese unbedingt behandelt werden. Mit den Methoden und Techniken des modernen Wundmanagements wird in der Folge die Wunde versorgt und regelmäßig untersucht. In manchen Fällen kann auch eine erneute Operation notwendig werden.
Behandlung von Wundheilungsstörungen bei pAVK nach gefäßchirurgischen Eingriffen
Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um eine Durchblutungsstörung. Es kommt dabei zu Verengungen oder zur kompletten Blockade von Arterien durch Ablagerungen. Diese Erkrankung wird je nach Ausprägung mit einer Operation behandelt. In einem gefäßchirurgischen Eingriff werden Arterien entweder gedehnt oder die Ablagerungen entfernt. Dies geschieht minimal-invasiv oder bei größeren Verschlüssen auch durch setzen eines Bypasses in einer offenen Operation. Dies geschiet bei uns in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Gefäßchirurgie.
Wunden müssen nach solchen Eingriffen sehr umsichtig versorgt und beobachtet werden, da Patienten mit einer pAVK zu Wundheilungsstörungen neigen. Die Wunden werden von Wundversorgungsexperten mit speziellen Materialien behandelt und regelmäßig gereinigt und begutachtet. Auch bei Patienten mit Diabetes mellitus gibt es nach Eingriffen eine erhöhte Gefahr für Wundheilungsstörungen. Hier kann zusätzlich zu einer Durchblutungsstörung auch die Immunabwehr herab gesetzt sein.
Behandlung von Wundheilungsstörungen nach Öffnung des Brustbeins (Sternotomie)
Besonders bei größeren Operationen am Herzen und bei umfassenden gefäßchirurgischen Bypässen muss oft das Brustbein (Sternum) geöffnet werden. Es entsteht eine größere Operationswunde in einem Bereich, der nur von einer dünnen Haut- und Gewebeschicht bedeckt ist. Ist der Patient zudem von systemischen Einflussfaktoren betroffen, besteht die Gefahr einer Wundheilungsstörung. Entsteht nach einer Sternotomie eine chronische Wunde, bezeichnet man diese als Sternumosteomyelitis.
Neben einer individuellen Wundversorgung kann auch eine Vakuumtherapie das Risiko von Infektionen minimieren. Teilweise ist jedoch auch eine plastisch-rekonstruktive Operation nötig. Dabei wird entweder Gewebe um die Wunde verschoben, sodass die Wunde bedeckt werden kann oder ein Gewebetransplantat von einer anderen Körperstelle wird verpflanzt. Die Ärzte der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie des Marien Hospital Witten verfügen über ein breites plastisch-rekonstruktives Spektrum an Techniken, das für die Behandlung einer Sternumosteomyelitis benötigt wird.
Wundheilungsstörungen vorbeugen und Wunden versorgen
Bei der Behandlung von Wunden mit Wundheilungsstörungen ist Prävention der Schlüssel zum Heilungserfolg. Patienten mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen sollten nach einer Operation besonders eng überwacht werden. Außerdem ist es wichtig, dass nicht nur die chronischen Wunden, sondern immer auch die Grunderkrankungen behandelt werden.
Bei Patienten, die sich chirurgischen Eingriffen unterziehen und bei denen das Risiko einer Wundheilungsstörung besteht, ist eine sorgfältige Wundpflege unerlässlich.
Zur richtigen Wundpflege gehört insbesondere, die Wunde sauber zu halten und mit speziellen Wundauflagen ein keimarmes und idealfeuchtes Wundklima zu schaffen. Die Wundversorgungsmaterialien sollten regelmäßig gewechselt werden, jedoch benötigen manche Wunden auch eine gewisse Wundruhe, um zu heilen. Es muss individuell beobachtet werden, wie sich die Wunde während der Behandlung entwickelt.
Außerdem kann eine gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers unterstützen.