Entbindungsstation
In der Geburtshilfe des Marien Hospital Witten können Sie als Eltern möglichst viel Zeit und Nähe mit Ihrem Baby verbringen und genießen. Räumlich bieten wir unseren Wöchnerinnen Ein- oder Zweibettzimmer auf der Entbindungsstation an. Um so wenig wie möglich an feste Essenszeiten gebunden zu sein, können sich unsere Wöchnerinnen ihr Frühstück an einem reichlich gedeckten Buffet zusammenstellen. Auch haben sie hier jederzeit die Gelegenheit, sich an der Erfrischungsbar zu bedienen.
Rooming-In
In unserer Klinik wird das Rooming-in, soweit es medizinisch möglich ist, umgesetzt. Das heißt, Sie können Ihr Kind rund um die Uhr bei sich haben und es soweit selbst versorgen. Diese Nähe ermöglicht einen engen Mutter-Kind-Kontakt und fördert die Bindung und damit auch das Stillen. Selbstverständlich können Sie Ihr Kind, wenn es Ihnen z.B. nach der Entbindung oder Kaiserschnitt noch nicht so gut geht, ins Kinderzimmer bringen, wo es dann von den Kinderkrankenschwestern versorgt wird.
Vorteile des Rooming-in:
- Mütter lernen ihr Kind besser kennen
- Umstellung zu Hause ist einfacher
- Babys sind ruhiger, weinen weniger
- Mütter werden sicherer beim Stillen
- Fördert die Milchbildung
- Durch die Nähe wird die Bindung gefördert
Frühgeborenenpflege
Es gibt wenige Momente im Leben, in denen Glück und Angst so nah beieinander liegen, wie bei einer Frühgeburt. Viele Wochen wuchs nicht nur der Bauch, sondern auch die Vorfreude auf das Baby. Doch von heute auf morgen stehen für die Eltern ganz andere, existentielle Fragen im Mittelpunkt: Wie wird sich unser Kind entwickeln, wie lange muss es in der Klinik bleiben?
Die meisten frühgeborenen Kinder werden gesund geboren, sind aber wegen ihrer Unreife nicht auf das Leben außerhalb des Mutterleibes vorbereitet. Aus diesem Grunde wird auf der Frühgeborenen-Intensivstation des Marien Hospital Witten neben hochmoderner Technik das Konzept der entwicklungsfördernden Pflege umgesetzt, dessen positiver Einfluss auf die Entwicklung von Frühgeborenen wissenschaftlich nachgewiesen ist. Kern dieses Konzeptes ist es, die Situation im Mutterleib auf der Station nachzuahmen.
Dazu zählen Geräuschdämmung, Verdunkelung der Inkubatoren und die maximale Reduktion von Schmerz sowie die fachliche Expertise der behandelnden Ärzte und Schwestern. Auf diese Weise kann eine Verbesserung der neurologischen Entwicklung bei Frühgeborenen erreicht werden.
Es können Kinder ab einem Geburtsgewicht von ca. 400 Gramm und einem Reifealter von vollendeten 23 Schwangerschaftswochen behandelt werden. Hierzu stehen neun Beatmungsplätze sowie alle modernen Geräte für eine optimale intensivmedizinische Betreuung zur Verfügung. Die Intensivstation ist rund um die Uhr mit erfahrenen Ärzten und Pflegekräften im Drei-Schicht-System besetzt.
Untersuchungen bei Neugeborenen
Die Geburt ist geschafft, das Baby ist da. Aber wie geht es jetzt weiter? Wenn es keine Komplikationen während der Entbindung gab, wird das Neugeborene zum ersten Kennenlernen auf die Brust der Mutter gelegt. Durch das sogenannte Bonding haben Eltern und Kind die Möglichkeit, ausgiebig zu kuscheln und einander kennenzulernen. Wie sieht das Baby aus? Hat es die Augen der Mutter oder des Vaters? Wie sieht es mit der Behaarung aus? Unser Team der Geburtshilfe lässt Ihnen beim ersten Kennenlernen ausreichend Zeit, bis schließlich die erste Untersuchung bei dem Neugeborenen ansteht – die sogenannte U1. Sie wird noch im Kreißsaal von einer unserer erfahrenen Hebammen oder einem unserer erfahrenen Gynäkologen durchgeführt.
Die U1 ist jedoch nicht die einzige Untersuchung, die bei Neugeborenen nach der Geburt ansteht. Frühestens ab der 48. Lebensstunde folgt die zweite Untersuchung, die U2. Sie ist deutlich umfangreicher als die U1 und wird von einem Kinderarzt durchgeführt. Sollte Ihr Krankenhausaufenthalt zwei Nächte oder länger dauern, wird die U2 noch in unserer Klinik durchgeführt. Bei einer ambulanten Geburt ist es möglich, für die Untersuchung zurückzukommen. Alternativ kann die U2 auch bei einem niedergelassenen Kinderarzt durchgeführt werden. Nach der Geburt bekommen Sie von uns ein gelbes Untersuchungsheft, in das Sie die Untersuchungsergebnisse eintragen lassen können.
Die Untersuchungen werden in Kooperation mit der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten durchgeführt.
Weitere Informationen zu den ersten Untersuchungen nach der Geburt sowie der Gabe von Vitamin K gibt es in diesen Videos:
Erstuntersuchung des Kindes im Kaiserschnitt-OP
Auch nach einem Kaiserschnitt wird das Kind direkt nach der Geburt untersucht. Das geschieht im sogenannten Erstversorgungsraum direkt neben dem Kaiserschnitt-OP. Hier werden die Vitalwerte des Kindes überprüft. Im Notfall können sofort Maßnahmen zur Unterstützung des Neugeborenen eingeleitet werden.
Meilenstein nach der Geburt: der erste Schrei eines Neugeborenen
Der Kreislauf eines Neugeborenen unterscheidet sich von dem eines Babys im Mutterleib. Eine besondere Rolle spielt dabei der erste Schrei eines Neugeborenen nach der Geburt. Mit dem ersten Schrei passt sich der Kreislauf des Neugeborenen an die Bedingungen außerhalb des Mutterleibs an – denn mit dem ersten Schrei atmet es zugleich auch erstmals ein. Während das Baby im Mutterleib über die Nabelschnur und die Plazenta mit Sauerstoff versorgt wurde, kann es außerhalb des Mutterleibs erstmals selbstständig mithilfe seiner Lunge atmen. Eine Assistenzärztin der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten erklärt im Video, was genau beim ersten Schrei des Kindes passiert und warum dieser so wichtig ist.
Vitamin K nach der Geburt
Da Neugeborene noch keinen ausreichenden Vitamin-K-Speicher besitzen, sind sie auf Vitamin-K-Zufuhr nach der Geburt angewiesen. Vitamin K ist wichtig, um die kindliche Entwicklung zu fördern. Die Prophylaxe senkt das Risiko für Vitamin K-Mangel-Blutungen. In der Regel wird Vitamin K während der ersten U-Untersuchungen verabreicht. Im Video erklärt Dr. Bahman Gharavi, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten, warum Neugeborene nach der Geburt Vitamin K erhalten.