Anschlusstherapie

Eine Anschlusstherapie im Sinne einer Chemotherapie oder Bestrahlung ist nicht in jedem Falle bei Darmtumoren notwendig. Die Entscheidung darüber wird nach Erhalt aller Ergebnisse und nach Festlegung eines Therapiekonzeptes in der Tumorkonferenz gefällt.

Der Arzt bespricht mit dem Patienten die Ergebnisse aller Befunde (besonders die der feingeweblichen Untersuchung) und die Empfehlung der Konferenz. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam über die optimale Folgetherapie entschieden.

Wie diese genau aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Wie sind die Gewebeeigenschaften des Tumors?
  • Haben sich Metastasen gebildet?
  • Wie sieht das persönliches Risiko aus?
  • Wie ist die allgemeine gesundheitliche Verfassung des Patienten?
  • Was sind seine Wünsche?

Der Arzt klärt den Patienten genau über alle Möglichkeiten auf. Die Entscheidung über den Therapieplan treffen beide gemeinsam.

Strahlentherapie

Bei Dickdarmkrebs erfolgt in der Regel keine Bestrahlung. Sie wird bei Tumoren des Mastdarms, also beim Rektumkarzinom eingesetzt. Nach Erkenntnissen der letzten Jahre ist es erforderlich beim Rektumkarzinom vor der Operation eine Strahlentherapie kombieniert mit einer Chemotherapie durchzuführen. In manchen Situationen wird die Strahlentherapie auch erst nach der Operation eingesetzt. 

Die betreuenden Ärzte informieren den Patienten über die für ihn beste Vorgehensweise ausführlich. Mit der Strahlentherapie soll der Darmtumor verkleinert werden, was für die Operation und den Erhalt der Kontinenz hilfreich sein kann. Noch wichtiger sollen mit der Strahlentherapie einzelne Tumorzellen, die sich im Lymphabflussgebiet des Darmes befinden und zu einem Wiederausbrechen des Darmkrebs führen können, zerstört werden.

Modernste Verfahren, die im Darmkrebszentrum Witten angewendet werden, sind gut verträglich und haben nur geringe Nebenwirkungen (z. B. Hautrötung, Müdigkeit).

Kontakt

Strahlentherapie Witten
Facharzt Dr. Thomas Hero
Prof. Dr. med. I. Adamietz
Strahlentherapie Witten
am Ev. Krankenhaus Witten
Pferdebachstraße 27
58455 Witten

Fon: 02302 175-1500
E-Mail: info@strahlentherapie-in-witten.de

 

 

Chemotherapie

Die meisten Darmtumoren werden leider erst im Stadium II, III und IV entdeckt. Neben der Operation ist die Chemotherapie dann eine wirksame Behandlungsmethode. Mit ihr können, abhängig vom Tumorstadium, drei Ziele verfolgt werden.

Obwohl durch die Operation alles sichtbare Krebsgewebe entfernt wurde, kann es notwendig sein, eine unterstützende, so genannte adjuvante Chemotherapie durchzuführen. Denn besonders Patienten im Stadium II (Mastdarmkrebs) oder III (Dickdarm- und Mastdarmkrebs) haben ein höheres Risiko, dass die Erkrankung erneut auftritt.

Der Grund: Es können sich nach der Operation weiterhin Krebszellen im Körper befinden, aus denen sich dann Tochtergeschwülste in Leber, Lunge oder anderen Organen oder Geweben bilden. Um dieses Risiko zu verringern und damit die Heilungschancen zu verbessern, wird bei vielen Patienten zusätzlich nach der Operation eine Chemotherapie (Dickdarmkrebs) oder eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie (Mastdarmtumoren) durchgeführt. Die dazu verabreichten Zellgifte (Zytostatika) können über die Blutbahn auch im Körper weit verstreute Krebszellen erreichen und sie vernichten. So können sie sich nicht vermehren und keine Metastasen in anderen Organen bilden. Bei Patienten mit Mastdarmtumoren erfolgt zusätzlich zur Operation auch eine Bestrahlung des Beckens.

In manchen Situationen ist die Operation von Tochtergeschwülsten zum Beispiel in der Leber oder Lunge nicht gleich möglich. Um die Metastasen zu verkleinern, d.h. operabel zu machen, wird zuerst eine so genannte neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt. Sie ist in den letzten Jahren immer wirksamer geworden. Daher können manchmal bei Patienten, bei denen die Tochtergeschwülste schon weit fortgeschritten waren und eine Operation nicht möglich erschien, nach der Chemotherapie  die Metastasen doch vollständig entfernt werden.

In manchen Situationen ist eine Operation der Tochtergeschwülste nicht möglich. Hier kann die Chemotherapie dabei helfen, dass sich die Metastasen zurückbilden oder zumindest deren Wachstum gestoppt wird. Sie hilft, Beschwerden zu lindern (palliative Therapie). Erfreulicherweise haben die meisten Patienten keine tumorbedingten Beschwerden. Hier ist die Chemotherapie in der Lage, eventuell später auftretende Symptome weiter hinauszuzögern. So können die Lebensqualität und das körperliche Wohlbefinden trotz der möglichen Nebenwirkungen der Chemotherapie über lange Zeit erhalten bleiben. Daher wird auch beschwerdearmen oder beschwerdefreien Patienten eine Chemotherapie empfohlen.

Durchführung der Chemotherapie

Für die chemotherapeutische Behandlung haben sich in der letzten Zeit zahlreiche Verfahren, auch Therapieschemata genannt, durchgesetzt. Eine Chemotherapie besteht in der Regel aus mehreren Therapie-Tagen, gefolgt von längeren Pausen. Die Behandlung kann in der Regel ambulant durchgeführt werden, in der Regel in einer onkologischen Schwerpunktpraxis. Medikament und Dauer der Chemotherapie sind immer mit dem Onkologen zu besprechen.

Damit man sich nicht die ganze Zeit im Krankenhaus oder in der Praxis aufhalten muss, wird die Infusion häufig über ein spezielles Hilfsmittel, einen so genannten Port, durchgeführt. Dieser Port besteht aus einer Metallklammer mit einer Silikonmembran. An dieser Metallklammer ist ein Plastikschlauch befestigt, der in eine zentrale Vene gelegt wird. Metallklammer und Schlauch liegen dabei vollständig unter der Haut und können von außen getastet werden. Der Port muss mit einer speziellen Nadel angestochen werden. Eine tragbare Pumpe befördert das Krebsmedikament dann in die Vene. Während der Infusion ist man so relativ unabhängig. Lediglich zu Beginn und Ende der Infusionszeit muss die Praxis oder das Krankenhaus aufgesucht werden, um hier die Pumpe anschließen oder abnehmen zu lassen. Die Dauerinfusion wird normalerweise einmal pro Woche über 24 Stunden oder alle zwei Wochen über 48 Stunden durchgeführt. Sie wird in der Regel vom Arzt empfohlen, wenn Tochtergeschwülste vorliegen.

Nachwirkungen einer intravenösen Chemotherapie

Krebsmedikamente greifen alle Zellen an, die sich in schnellem Rhythmus erneuern und teilen. Da dies nicht nur bei Tumorzellen der Fall ist, können Nebenwirkungen unter anderem im Magen-Darm-Trakt auftreten. Denn auch Darm- und Magenschleimhaut erneuern sich verhältnismäßig oft. Die Folge sind Darmentzündungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Ebenso können Entzündungen der Mundschleimhaut auftreten. Außerdem können durch die Chemotherapie die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie von Blutplättchen beeinträchtigt werden. Ein Mangel an roten Blutkörperchen kann Müdigkeit und Antriebslosigkeit hervorrufen. Eine verringerte Anzahl an weißen Blutkörperchen ist Ursache für die erhöhte Infektionsanfälligkeit. Die Blutplättchen sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Ist ihre Anzahl zu niedrig, kann dies bei Verletzungen und während der Menstruation zu Komplikationen führen.

Veränderungen im Magen-Darm-Trakt wie etwa Durchfall sind in der Behandlung von Patienten mit Darmkrebs eine gefürchtete Nebenwirkung. Sobald flüssiger Stuhlgang auftritt, muss der behandelnde Arzt informiert werden. Eventuell ist dann eine Gabe von Flüssigkeiten, Antibiotika und anderen Medikamenten über die Vene notwendig. Außerdem ist es in seltenen Fällen möglich, dass als Folge der Chemotherapie die Haare ausfallen. Ursache ist auch hier der Einfluss des Krebsmedikamentes auf die sich schnell teilenden Zellen an der Haarwurzel. In der Regel wachsen die Haare nach Abschluss der Behandlung wieder nach.

Orale Chemotherapie mit Kapseln

Die Gabe von Krebsmedikamenten kann auch in Form von Kapseln oral erfolgen.

Die Gabe von Krebsmedikamenten gegen Darmkrebs erfolgte bisher intravenös, also über eine Infusion oder Injektion in die Vene. Die Verabreichung dieser Chemotherapie ist generell nur in einer spezialisierten Arztpraxis, einer onkologischen Schwerpunktpraxis oder im Krankenhaus möglich. Inzwischen kann die intravenöse Chemotherapie aber auch teilweise durch eine Chemotherapie in Kapselform ersetzt werden.

Dabei werden die Wirkstoffe zu Hause eingenommen. So entfällt der Weg zum Krankenhaus oder in die Praxis zur Verabreichung der Chemotherapie.

Dies hat den Vorteil, dass eine unabhängigere, aktive Gestaltung des Lebens nach eigenen Wünschen möglich wird. Der Patient muss lediglich für regelmäßige Kontrollen von Tumorbefunden und Blutwerten in die Praxis oder Klinik kommen.

Abhängig vom Stadium und Aggressivität des Tumors legt der Arzt Therapieform und Medikament in Abstimmung mit dem Patienten fest. Bei der Wahl der Chemotherapie sollten auch persönliche Wünsche und Bedürfnisse mit einfließen.

Ansprechpartner

Matthias Zeth
MVZ Witten Ärzte Marienplatz
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie
Marienplatz 2
58452 Witten

Fon: 02302 / 9339904
E-Mail: praxis-marienplatz@mvz-aerzte.com

 

 

Systemische Therapie

Da bösartige Darmtumore die Möglichkeit haben, Krebszellen über die Blut- und Lymphbahnen in den Organismus zu schicken, bedroht diese Erkrankung das gesamte Körpersystem. Um zu verhindern, dass diese unsichtbaren Krebszellen Metastasen bilden können, ist meist eine so genannte „systemische“ Behandlung ratsam. Ob und welche Art einer medikamentösen Therapie wir empfehlen, hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen ab.

Chemotherapie

Bei der Chemotherapie werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die schnell teilende Zellen – also vor allem Krebszellen – angreifen. Die Auswahl der Wirkstoffe, deren Dosierung und zeitliche Abfolge (Zyklen) wird im Behandlungsschema festgelegt. Durch rechtzeitige Gabe unterstützender Medikamente können gefürchtete Nebenwirkungen wie Übelkeit, Infektionen und Fieber heute in den meisten Fällen verhindert werden.

Die Chemotherapie wird ambulant in der onkologischen Schwerpunktpraxis (ambulantes Therapiezentrum) durchgeführt.

Antikörpertherapie

Neue Daten haben gezeigt, dass die Antikörpertherapie bei bestimmten Darmtumoren gute Erfolge zeigt. Sollte nach individuellen Kriterien einem Patienten also diese Therapie in Frage kommen, wird ihm diese in Kombination mit einer Chemotherapie empfohlen.