Adipositaschirurgie

Operationsmaßnahmen der Adipositaschirurgie kommen bei Adipositas zum Einsatz, wenn die konservative Behandlung über einen längeren Zeitraum nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Hat eine konservative Behandlung über einen längeren Zeitraum nicht den gewünschten Effekt erzielt, sind Operationsverfahren der Adipositaschirurgie die effektivste Maßnahme zur Reduktion des Gewichts. Besondere Operationswerkzeuge und OP-Tische ermöglichen es, die Patienten optimal zu versorgen und mögliche Risiken zu minimieren. So sind unter anderem auch Masken zur Beatmung während einer Operation speziell auf die Größe des Patienten angepasst, sodass ein reibungsloser Ablauf der Operation ermöglicht wird.

Operative Behandlungsverfahren

Einer Operation müssen strukturierte, längerfristige dokumentierte Therapien vorausgehen. Außerdem sollte bewiesen werden, dass konservative Therapieverfahren nicht mehr helfen. Bei der operativen Therapie wird lediglich das Symptom Übergewicht behandelt, nicht aber die Krankheit Adipositas. Für die Mehrzahl der Betroffenen, die unter fortgeschrittener Adipositas leiden, ist das chirurgische Verfahren jedoch die einzig effektive Therapie. Die Operationen werden in minimal-invasiver Technik (Schlüsselloch-OP) durchgeführt und individuell angepasst. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin, der Klinik für Anästhesie und Schmerztherapie sowie niedergelassenen Arztpraxen, bietet das Marien Hospital Witten eine risikoarme Therapie mit höchstem Standard. Dabei werden verschiedene Operationsverfahren eingesetzt. Hier wird individuell mit jedem Patienten besprochen, welche Operationsmethode genutzt wird. Im Anschluss werden die Patienten dabei unterstützt, einen gesünderen Lebensstil aufzubauen. Hierzu gehören die Ernährungsberatung, Selbsthilfegruppen und Bewegung durch REHA-Sport oder Aqua-Gymnastik.

Schlauchmagen (sleeve gastrectomy)

Schlauchmagen: Nach einer Schlauchmagen-Operation bei Adipositas ist der Magen schmaler.

Bei diesem Verfahren wird das Magenvolumen durch die operative Entfernung eines Großteils des Magens verkleinert. Nach dem Eingriff bleibt ein schlauchförmiger, voll funktionsfähiger Restmagen übrig. Über ihn können nur noch kleine Nahrungsmengen von etwa 150ml aufgenommen werden und das Sättigungsgefühl stellt sich rasch ein. 

Außerdem kommt es zu einer Umstellung von Magenhormonen, sodass eine mögliche Verminderung des Übergewichts von 60 bis 80 Prozent erreicht werden kann.

Eine unangepasste, dauerhafte Aufnahme zu großer Nahrungsmengen kann wieder zu einer Weitung des Schlauchmagens führen. Durch eine regelmäßige Nachsorge und unter Beachtung entsprechender Verhaltensweisen kann diesen unerwünschten Effekten jedoch vorgebeugt werden.

Die Animation zeigt, wie der Eingriff zur Verkleinerung des Magens abläuft.

Umgehungsoperation des Magens (gastric bypass)

Magenbypass: Bei einem Magenbypass bei Adipositas wird eine Direktverbindung vom Magen zum Dünndarm hergestellt.

Beim Einsatz eines Magenbypasses wird der Magen etwas unterhalb des Mageneingangs abgetrennt. Damit verbleibt ein sehr kleiner Restmagen, der sogenannte „pouch“, um aufgenommene Nahrung (ca. 15 – 20ml) abzubremsen.

Der Restmagen wird direkt an eine Dünndarmschlinge angeschlossen, Speisen gelangen gar nicht erst in den großen Teil des Magens. Das andere Ende des Dünndarms wird so umgeleitet, dass Nahrung und Verdauungssäfte erst sehr spät im mittleren Dünndarm zusammentreffen.

Damit wird die Nahrung nicht mehr vollständig zerlegt und vom Körper aufgenommen. Somit ist die Energiezufuhr deutlich reduziert. Die Nahrungsumgehung des oberen Dünndarms (Bypass) hat gewünschte hormonelle Folgen: Ein Diabetes mellitus Typ II wird hervorragend beeinflusst (metobolische Chirurgie). Auch ein häufig vorliegendes Sodbrennen wird dadurch gut behandelt. Die mögliche Reduktion des Übergewichts beträgt 60 bis 80 Prozent.

Die Animation zeigt, wie die Umgehungsoperation des Magens abläuft.

Magenband

Ein Magenband besteht zumeist aus Silikon und ist mit Kochsalzlösung gefüllt. Es wird um den Magen gelegt, wodurch ein kleinerer Vormagen entsteht. So können nur noch sehr kleine Magenportionen gegessen werden. Die Enge oder Weite des Magenbandes lässt sich von außen durch einen sogenannten Port – einen Zugang – regulieren, der direkt unter der Haut liegt.

Das Einsetzen des Magenbandes erfolgt zumeist im Rahmen einer Bauchspiegelung (medizinisch: Laparoskopie). Für den Therapieerfolg ist bei dieser Methode eine besonders gute Mitarbeit des Patienten erforderlich.Das Magenband kann lebenslang im Körper verbleiben und der Eingriff lässt sich im Unterschied zu anderen Verfahren auch wieder rückgängig machen.

Das Magenband war für einige Jahre die am häufigsten eingesetzte operative Methode zur Behandlung von Adipositas. Mit der Entwicklung weiterer Operationstechniken konnten bessere Erfolge mit weniger Komplikationen erzielt werden. Aus diesem Grund werden heute fast ausschließlich die Behandlungsverfahren des Schlauchmagens und des Magenbypass angewendet.

 

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