Das Multimodale Konzept – der erste Schritt der Adipositasbehandlung
„Eine gründliche Anamnese und ein intensives Gespräch mit dem Patienten stehen immer am Anfang der Behandlung“, sagt Prof. Dr. Metin Senkal, Leiter des Adipositaszentrum Witten und Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten. „Unverzichtbar in der Behandlung von Adipositas ist außerdem das Multimodale Konzept, das auch Frau Schmidt sechs Monate lang durchlaufen hat“, so Prof. Senkal weiter. Das Multimodale Konzept (MMK) umfasst eine Ernährungsumstellung, eine Bewegungstherapie sowie den Besuch bei einer Adipositas-Selbsthilfegruppe und bei einem Psychologen. Ziel ist es, mit Unterstützung die bisherigen Lebensgewohnheiten zu ändern.
Individuell angepasste Operation
„Durch das Multimodale Konzept habe ich bereits 20 Kilo abgenommen“, erzählt die 36-Jährige. Der erste Schritt war damit gemacht. Bei einem ausführlichen Gespräch erläuterte Prof. Senkal die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Operationsmethoden. Gemeinsam entschloss man sich dann für den Omega-Bypass, einer Kombination aus einer Schlauchmagen- und einer „großen“ Bypass-Operation. Dabei wird am Mageneingang ein kleiner, schlauchförmiger Teil des Magens vom übrigen Magen abgetrennt. Dieser Teil ist länger als bei einem „großen“ Bypass und wird pouch, aus dem Englischen für Beutel, genannt. Der Magenpouch wird anschließend mit dem Dünndarm so verbunden, dass die Nahrung erst verspätet mit den Verdauungssäften zusammenkommt. Rund 2 Meter des Dünndarmes werden so umgangen. „Der Vorteil dieser Operationsvariante ist, dass sie minimal-invasiv, also per Schlüsselloch-Technik durchgeführt werden kann. Durch die Nahrungsumgehung des oberen Dünndarms wird außerdem ein Diabetes mellitus Typ II positiv beeinflusst und häufig vorliegendes Sodbrennen behandelt“, erläutert der Chefarzt.