Nuklearmedizin

Nuklearmedizin: Szintigraphie einer Schilddrüse

Die Nuklearmedizin verwendet offene Radionuklide zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken. Ab den 1950er Jahren zuerst noch als Untergebiet der Radiologie, ist die Nuklearmedizin seit den frühen 1970er Jahren ein eigenständiges Fachgebiet. 

Radiologie und die Nuklearmedizin verfolgen diagnostisch das gleiche Ziel, jedoch unterscheidet sich die Methodik in einem essentiellen Punkt: Die Nuklearmedizin zeigt direkt die Funktion eines Organs oder Gewebes. 

Funktionsweise nuklearmedizinischer Diagnostik

Bei der nuklearmedizinischen Diagnostik wird ein schwach radioaktiv markierter Stoff, auch Radiopharmazeutikum genannt, verabreicht. Anschließend wird die Verteilung dieses Stoffes im Körper nach einer bestimmten Zeit bildlich festgehalten. Die Dauer der Wartezeit variiert je nach Untersuchungsart. Die Bilder werden in der Regel in einer liegenden Position mit einer speziellen Kamera aufgenommen. Es gibt beispielsweise Substanzen, die sich in Knochen, im Herzen, in den Nieren, in der Schilddrüse, im Gehirn oder in bestimmten Tumoren anreichern. Das entstandene Bild heißt Szintigraphie. Es liefert nicht nur Informationen über die Form der Organe, sondern auch über die Intensität der Organfunktion. 

Was mit der Radioaktivität im Körper geschieht

Der radioaktive Stoff wird in der Regel intravenös in den Blutkreislauf gespritzt. Der Patient spürt die Radioaktivität nicht. Durch Ausscheidungsvorgänge, vor allem über die Nieren, gelangt sie aus dem Körper.

Um die Strahlungsdauer so gering wie möglich zu halten, kommenn nur kurzlebige Radionuklide zum Einsatz. Dies sind Isotope, die sehr schnell zerfallen und vom Körper schnell ausgeschieden werden. Radiopharmazeutika unterscheiden sich grundsätzlich von Röntgenkontrastmitteln. In der Regel gibt es keine Allergien gegen Radiopharmazeutika.

Die folgende Tabelle zeigt die Wartezeit, die Aufnahmedauer und die Gesamtdauer bei den verschiedenen Untersuchungen:

Szintigraphie Nüchtern? Wartezeit zwischen Injektion und Aufnahmen Dauer der Aufnahmen Gesamtdauer
Skelett nein 2 – 5 h 25 – 45 min 3,5 h
Wächterlymphknoten nein > 15 min (bis 4 h) 10 min 30 min
Nierenfunktion nein keine 40 – 60 min 1 h
Schilddrüse (Tc-99m) nein 5 – 25 min 5 – 10 min 30 min
Schilddrüse (MIBI) nein 1 h 30 min 1,5 h
Nebenschilddrüse nein 2,5 h 15 – 30 min 3 h
Magenentleerung ja keine 70 – 90 min 1,5 h
Meckel-Divertikel ja keine 30 min 30 min

Nuklearmedizin: Untersuchungsablauf

  1. Terminvergabe
  2. Anmeldung
  • Bitte bei der Anmeldung der Radiologie im Erdgeschoss anmelden.
  • Dann zur Nuklearmedizin im 1. Untergeschoss kommen.
  • Bitte während der Wartezeit den ausgehändigten Fragebogen ausfüllen (ggf. Lesebrille mitbringen).
  1. Aufklärungsgespräch mit einem Arzt
  2. Durchführung der Untersuchung
  3. Verabschiedung
  • Auf Wunsch kann nach der Untersuchung ein Arztgespräch stattfinden, in dem das Ergebnis der Szintigraphie erläutert.

Nuklearmedizinische Untersuchungen nach Körperregion

Skelettszintigraphie

Knochen und Gelenke

Die Skelett- oder Knochenszintigraphie dient der Beurteilung des Knochenstoffwechsels. Das Verfahren zeigt mit nur einer Untersuchung das vollständige Skelett. Es liefert wichtige Hinweise auf die Aktivität und die Ausbreitung entzündlicher, degenerativer und krebsbedingter Knochen- und Gelenkerkrankungen sowie von Knochenbrüchen. 

Wächterlymphknoten 

Die Lymphabflussszintigraphie ist ein Verfahren, bei dem der sogenannte Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) lokalisiert wird. Das ist der erste Lymphknoten, der Lymphflüssigkeit aus einem Tumorgebiet erhält. Die Lokalisation und die folgende operative Entfernung des Wächterlymphknotens mit mikroskopischer Untersuchung sind in vielen Fällen wesentliche Bestandteile der Therapie, z. B. bei Brustkrebs und anderen oberflächlichen Krebsarten.

Niere und Harnabfluss 

Die Nierenfunktionsszintigraphie dient der Beurteilung der Nierenfunktion und des Harnabflusses. Dabei werden beide Nieren einzeln dargestellt. Das Verfahren ist besonders zur Diagnostik angeborener Fehlbildungen der Harnorgane bei Kleinkindern geeignet, beispielsweise bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Auffälligkeiten der Nieren und Harnstau. 

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