Brustverkleinerung
Eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) kann Frauen mit großen Brüsten und damit einhergehenden Beschwerden helfen, mehr Lebensqualität im Alltag zu erlangen.
Häufige Probleme bei großen Brüsten
Zu große Brüste können die Lebensqualität betroffener Frauen beeinträchtigen:
- Nacken- und Rückenschmerzen aufgrund des zusätzlichen Gewichts
- Hautreizungen oder -ausschläge aufgrund von Scheuerstellen, die durch die hängenden Brüste verursacht werden
- Probleme bei sportlichen Aktivitäten, wie z. B. Unbehagen beim Sport oder Einschränkungen bei bestimmten Bewegungen.
- Soziale und psychologische Probleme: unerwünschte Aufmerksamkeit oder Objektivierung können das psychische Wohlbefinden von Frauen mit großen Brüsten beeinträchtigen
- Probleme, gut sitzende Kleidung und BHs zu finden
Voraussetzungen für eine Brustverkleinerung
Eine Brustverkleinerung kann grundsätzlich bei Frauen jeden Alters durchgeführt werden. Eine Voraussetzung für eine Brustverkleinerung ist, dass das Körperwachstum abgeschlossen und die Brüste der Betroffenen voll entwickelt sind.
Brustverkleinerung – Voruntersuchungen
Vor einer Brustverkleinerung werden in der Regel mehrere Voruntersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Eingriff sicher und für die betreffende Person geeignet ist. Neben einem ausführlichen Beratungsgespräch können diese Untersuchungen können Folgendes umfassen:
Krankengeschichte
Eine gründliche Überprüfung der Krankengeschichte der Patientin ist unerlässlich. Dazu gehört die Erörterung früherer Operationen, bestehender Erkrankungen, eingenommener Medikamente und einer familiären Vorgeschichte mit Brustproblemen. Der Chirurg bespricht mit der Patientin auch die Ziele der Operation, die Erwartungen an das Ergebnis und die möglichen Risiken des Eingriffs.
Körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung werden Größe und Form der Brust, der Zustand der Haut und der allgemeine Gesundheitszustand beurteilt. Der Chirurg wird auch die Körperhaltung beurteilen und untersuchen, wie sich das Gewicht der Brüste auf die körperliche Ausrichtung auswirkt.
Bildgebende Verfahren
Je nach Alter und Krankengeschichte können bildgebende Untersuchungen wie Mammographien oder Ultraschalluntersuchungen erforderlich sein, um das Brustgewebe genauer zu untersuchen und zum Beispiel Brustkrebs auszuschließen.
Bestimmung des Body Mass Index (BMI)
Die Berechnung des BMI hilft dabei, festzustellen, ob es zugrundeliegende Gewichtsprobleme gibt, die vor der Operation angegangen werden müssen.
Methoden zur Brustverkleinerung
Zur Brustverkleinerung ist eine Operation nötig. Sie wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert für beide Brüste zusammen zwei bis vier Stunden.
Zur Brustverkleinerung können verschiedene Operationstechniken angewandt werden, die sich nach den individuellen Bedürfnissen der Patientin, der Größe der Brüste und dem gewünschten Ergebnis richten.
Bei allen Techniken werden Fett- und Drüsengewebe aus den Brüsten entnommen, die Brustwarze mit Warzenhof nach oben versetzt und bei Bedarf verkleinert. Damit entsteht eine Narbe um den Brustwarzenhof. Meist ist auch ein senkrechter Schnitt vom Warzenhof zur Unterbrustfalte notwendig. Zusätzlich kann ein Schnitt in der Unterbrustfalte erfolgen. Die verschiedenen Schnittführungen sind für die spätere Narbenbildung relevant. Grundsätzlich versucht der Operateur, so wenig Narben wie möglich zu hinterlassen.
Nach dem Eingriff
Je nach Ausmaß der Operation müssen Patientinnen in der Regel mehrere Tage stationär aufgenommen werden. Für die erste Zeit nach der Brustverkleinerung müssen Frauen zudem einen speziellen Stütz-BH tragen. Dieser verhindert, dass Zug auf die Wunde ausgeübt wird und dass sich die Brüste während des Heilungsprozesses verformen. Der Stütz-BH sollte mindestens sechs Wochen lang rund um die Uhr getragen werden.
Schwellungen und Verfärbungen nach der Operation sind ganz normal. Diese bilden sich von selbst nach einiger Zeit zurück. Bis dahin kann man das endgültige ästhetische Ergebnis nicht überprüfen. Dies ist erst ungefähr drei bis hin zu zwölf Monate nach der Brustverkleinerung möglich.
Darüber hinaus sollten sich Patientinnen bewusst machen, dass Narben zurückbleiben. Auch die Stillfähigkeit kann nach einer Brustverkleinerung beeinträchtigt sein.
Häufige Fragen
Insbesondere für Frauen, die einen hohen Leidensdruck durch Rücken- oder Nackenschmerzen haben, kann eine Brustverkleinerung sinnvoll sein.
Eine Brustverkleinerung kommt grundsätzlich in jedem Alter infrage, sofern betroffene Frauen allgemein gesund sind. Die Brustverkleinerung wird jedoch in der Regel frühestens dann durchgeführt, wenn das Brustwachstum vollständig abgeschlossen ist.
Das entfernte Brust- und Fettgewebe kann nicht von selbst nachwachsen. Grundsätzlich ist eine Brustverkleinerung dauerhaft. Jedoch wirken sich der individuelle Lebensstil und der natürliche Alterungsprozess unweigerlich auf den menschlichen Körper aus und kann auch dazu führen, dass sich die Brust im Laufe der Jahre verändert und absinkt. Treten die vorherigen Probleme wieder auf, kann ein erneuter Eingriff eine Option sein.
Unter Umständen kann die Brustreduktion auch bei einem Mann nötig sein. Nämlich dann, wenn sich die Brust vergrößert und weiblich aussieht. Diese sogenannte Gynäkomastie stellt meist eine enorme Belastung für die betroffenen Männer dar.
Patientinnen müssen die Kosten für eine Brustverkleinerung nicht immer selbst tragen. In manchen Fällen können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Hierbei entscheiden die Versicherer von Fall zu Fall, ob alle Bedingungen für eine Kostenübernahme vorliegen. Grundsätzlich ist eine wichtige Voraussetzung für die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen, dass eine bestätigte medizinische Notwendigkeit des Eingriffs gegeben ist.