Heute stehen im Bereich der Lendenwirbelsäule der vollendoskopische interlaminäre sowie der trans- bzw. extraforaminale Zugang zur Verfügung, im Bereich der Brustwirbelsäule zusätzlich der vollendoskopische transthorakale Zugang und im Bereich der Halswirbelsäule der vollendoskopische ventrale und dorsale Zugang.
Das Zentrum führt vollendoskopische Operationen routinemäßig durch und ist international führend. Neben mehr als 1.000 konventionellen Eingriffen aller Art werden hier jährlich mehr als 2.500 Patienten vollendoskopisch an der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule operiert. Haupteinsatzgebiete sind Bandscheibenvorfälle und Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenose). Kontinuierlich finden weitere Entwicklungen statt.
Lendenwirbelsäule
Im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule werden der trans- bzw. extraforaminale sowie der interlaminäre Zugang für vollendoskopische Operationen eingesetzt. Der seit Jahrzehnten bekannte posterolaterale transforaminale Zugang eignete sich hauptsächlich zum Arbeiten innerhalb der Bandscheibe. Daher wurde an unserem Zentrum der laterale trans- / extraforaminale Zugang entwickelt, der das tangentiale Erreichen des Spinalkanals ermöglicht. Dennoch bestehen operative Einschränkungen. Mit der Entwicklung des vollendoskopischen interlaminären Zuganges an unserem Zentrum wurde die selektive Operationen von Erkrenkungen innerhalb des Spinalkanals ermöglicht, die transforaminal technisch inoperabel sind. Grundsätzlich weist das transforaminale Vorgehen gegenüber dem interlaminären mehr Einschränkungen auf, zeigt aber gleichzeitig die beste Gewebeschonung. Aufgrund der anatomischen und pathologischen Gegebenheiten liegt das prozentuale Verhältnis von transformainalem zu interlaminärem Vorgehen bei zirka 30 zu 70.
Haupteinsatzgebiete an der Lendenwirbelsäule
Bandscheibenvorfälle innerhalb und außerhalb des Spinalkanals sowie laterale und zentrale Einengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)
Halswirbelsäule
Für die Halswirbelsäule wurden am Zentrum operative Zugänge und Instrumentarien entwickelt, die es ermöglichen, den vollendoskopischen ventralen (von vorne) und dorsalen (von hinten) Zugang einzusetzen. Da das zervikale Rückenmark nicht nach medial manipuliert werden darf, kommt der vollendoskopische dorsale Zugang bei Bandscheibenvorfällen zur Anwendung, die mit ihrem Hauptanteil lateral des Rückenmarkes lokalisiert sind. Hier kann beim ventralen Vorgehen durch den Processus uncinatus das Erreichen des Vorfalles erschwert werden. Vorfälle mit ihrem Hauptanteil auf Höhe des Rückenmarkes werden vollendoskopisch ventral operiert, da hier das Rückenmark das dorsale Vorgehen verhindert. Mögliche Probleme und Komplikationen im Bereich der Halswirbelsäule können erhebliche Folgen haben. Daher muss aus Sicherheitsgründen personell und technisch zumindest theoretisch die Möglichkeit zur Verfügung stehen, immer auf ein offenes Verfahren umzusteigen.
Haupteinsatzgebiete an der Halswirbelsäule
Mediolaterale und laterale Bandscheibenvorfälle sowie Einengungen des Wirbelkanals und des Foramens (Spinalkanalstenose und Foramenstenose)
Brustwirbelsäule
Im Bereich der Brustwirbelsäule werden der extraforaminale, der interlaminäre sowie der transthorakale Zugang für vollendoskopische Operationen eingesetzt. Durch die Entwicklung dieser Zugänge an unserem Zentrum, können heute weiche und kalzifizierte Bandscheibenvorfälle ohne Manipulation des thorakalen Rückenmarks operiert werden. Am häufigsten kommt der extraforaminale Zugang zum Einsatz.
Haupteinsatzgebiete an der Brustwirbelsäule
Weiche und kalzifizierte Bandscheibenvorfälle sowie dorsale Einengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose).