Eine Schulterluxation kann sich durch ein Trauma ereignen, wobei diese Form der Schulterinstabilität von anlagebedingten (atraumatischen) Schulterluxationen zu unterscheiden ist.
Hier sind die Ursachen für die Schulterinstabilität noch nicht ganz genau geklärt. Manchmal sind insuffiziente Bänder, eine zu weite und schlaffe Gelenkkapsel oder auch eine gestörte Koordination verschiedener Muskeln und Sehnen als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen.
Bei einer traumatischen Schulterluxation springt der Oberarmkopf durch einen Unfall oder eine von Aussen einwirkende Kraft aus der Gelenkpfanne, wobei es regelhaft zu Verletzungen von Bändern, Sehnen, Knochen und der Gelenkkapsel kommt.
Am häufigsten luxiert der Oberarmkopf nach unten und reißt dabei ein Stück der äußeren Gelenklippe (Labrum glenoidale) ab.
Um das gesamte Ausmaß der Verletzung zu bestimmen wird zumeist eine kernspintomographische Untersuchung erfolgen.
In bestimmten Fällen kann die Entscheidung zur Durchführung einer konservativen Behandlung gefällt werden, ggf. wird eine Ruhigstellung des Schultergelenkes in einer speziellen Orthese eingeleitet.
Wird die Entscheidung zur Operation getroffen, wird in den weitaus meisten Fällen im Rahmen der von uns minimal-invasiv durchgeführten Schulterarthroskopie je nach vorliegendem Gelenkschaden eine Rekonstruktion der Gelenk- und bindegewebigen Anteile mit Hilfe von speziellen Fäden und Ankern mit dem Ziel die Gelenkstabilität wiederherzustellen durchgeführt.
Die ersten drei Wochen postoperativ wird die Schulter mit Hilfe eines Verbandes ruhiggestellt und unter physiotherapeutischer Anleitung passiv mobilisiert. Außerdem wird das Handling mit der Bandage speziell trainiert.
Die Mobilisation jedes einzelnen Patienten erfolgt entsprechend eines individuell angepassten Nachbehandlungsplanes.
Zeigt sich im Rahmen der präoperativen Planung, dass durch mehrfache Luxationsereignisse bereits ein knöcherner Defekt an der Schultergelenkspfanne entstanden ist, kann je nach Situation ein knöcherner Aufbau der Gelenkpfanne erforderlich sein, um das Gelenk wieder sicher zu stabilisieren. In solchen Fällen führen wir zum einen eine arthroskopische Implantation eines Knochenspans, der aus dem Beckenkamm entnommen wird, durch, zum anderen die Operation nach Latarjet, bei der der Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) mit der Sehne des Bizeps auf die Schulterpfanne versetzt wird. Welches Verfahren das geeignetere ist wird anhand der individuellen Befundkonstellation entschieden.