Ursachen für einen Hallux valgus
Warum ein Hallux Valgus entsteht, kann verschiedene Gründe haben:
- familiäre Veranlagung
- weiches Bindegewebe
- Schwangerschaft
- bestimmte Erkrankungen z. B. rheumatoide Arthritis, Gicht oder Psoriasis-Arthritis
- falsche Belastungen
- Unfälle
- starkes Übergewicht (Adipositas)
- falsches Schuhwerk (zu enge Schuhe, häufiges Tragen von High Heels)
Hallux valgus: Symptome
Ein Hallux valgus kann zu Schmerzen am Fußballen, Druckstellen, Entzündungen, Überlastung anderer Zehen (z.B. Hammerzehen) und Einschränkung der Gehfähigkeit führen.
Die Verformung des großen Zehs bzw. des Zehengelenks von gerade zu schief geschieht jedoch nicht plötzlich über Nacht. Es beginnt damit, dass der erste Mittelfußknochen zum inneren Fußrand tendiert, wodurch sich der Vorfuß zunächst verbreitert. Man spricht dann von einem sogenannten Spreizfuß. Zusätzlich knickt die Großzehe nach außen ab und nähert sich den mittleren Zehen an. Dauerhaft unbehandelt kann das Zehengelenk anschwellen und eine Reizung bzw. Entzündung zur Folge haben. Die Verformung des Zehengelenks sorgt zudem für Druck-Schmerzen beim Laufen in geschlossenen Schuhen. Langfristig zieht die Fehlstellung häufig eine Arthrose im Zehengelenk nach sich, also einen vorzeitigen Verschleiß.
Diagnose
Wer bei sich einen schiefen Zeh feststellt, sollte frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Es handelt sich nicht nur um ein optisches Anliegen, sondern um eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Für die Diagnose durch einen Orthopäden reicht meist ein geschulter Blick auf den Fuß. Röntgenaufnahmen geben Aufschluss darüber, wie es um das Innere des Gelenks steht.
Konservative Therapie bei Hallux valgus
In frühen Stadien können Physiotherapie und spezielle orthopädische Einlagen das Fortschreiten der Verformung abmildern. Auch spezielle physiotherapeutische Übungen sind sinnvoll, um die Füße zu stärken. Eine vollständige Korrektur bzw. Begradigung und damit eine Beseitigung der oft erheblichen Druckschmerzen ist aber nur operativ möglich.
Operation eines Hallux valgus
Hier sollten moderne, die Strukturen des Vorfußes schonende OP-Verfahren durch die Hand eines fußorthopädisch spezialisierten Arztes eingesetzt werden. Nach der Operation sind die Betroffenen in der Regel wieder beschwerdefrei. Aller Verfahren werden – wenn möglich – minimal-invasiv mit nur kleinen Schnitten durchgeführt. Spezielle Schienen und Bandagen unterstützen den Heilungsprozess.
Für jeden Patienten wird individuell die passende OP-Methode gewählt. Grundlage für die Entscheidung ist unter anderem Messung des Verformungswinkels des betroffenen Zehs. Folgende Operationsverfahren kommen zur Behandlung eines Hallux valgus infrage:
Weichteilkorrigierende Eingriffe
Weichteilkorrigierende Eingriffe sind als alleinige Methoden nur dann ausreichend, wenn es sich um eine leichte Verformung des Großzehengrundgelenks handelt. Bei geringen Fehlstellungen des Großzehen- und des ersten Mittelfußknochens lässt sich durch den Weichteileingriff am Großzehengrundgelenk eine normale Fußform wiederherstellen. Dabei wird der Schleimbeutel entfernt und der Knochenvorsprung des Mittelfußköpfchens abgetragen. Zusätzlich löst der Arzt Verwachsungen auf der Fußaußenseite des ersten Mittelfußknochens. Die Sehne des Muskels, die den Großzeh zu den anderen Zehen hinzieht, wird durchtrennt und eventuell auf die Fußinnenseite versetzt. Die Beugesehnen mit den darin verlaufenden Sesambeinen werden wieder unter das Mittelfußköpfchen zurückverlagert. Die innen liegende Gelenkkapsel wird gerafft. Dieser Eingriff kann allein oder in Kombination mit einer der folgenden Knochenkorrekturen durchgeführt werden.
Scarf-Osteotomie
Bei einer leichten Fehlstellung ist eine Scarf-Osteomie eine gute Behandlungsmethode. Eine Korrektur von einem Winkel bis zu neun Grad sind mit diesem Verfahren möglich. Mit einem V- oder L-förmigen Schnitt durchtrennt der Arzt dabei den ersten Mittelfußknochen und schiebt ihn dann in seine korrekte Stellung zurück. Anschließend wird der Knochen mit einem Draht oder einer Schraube fixiert. Der überstehende Knochen wird abgetragen.
Chevron-Osteotomie
Eine Chevron-Osteotomie ist bei geringgradigem bis moderatem Hallux valgus sinnvoll. Bei der Chevron-Osteotomie wird das 1. Mittelfußköpfchen mit einem V-förmigen Schnitt durchtrennt, nach außen verschoben und mit einer Schraube fixiert. Die Chevron-Osteomie wird von einem weichteilkorrigierenden Eingriff begleitet. Hier werden die Kapsel und eine Sehne auf der Großzehenaußenseite durchtrennt.
Basisnahe Osteotomie
Bei schweren Fehlstellungen ist eine basisnahe Osteotomie erforderlich. Dabei wird die Korrektur des Hallux valgus weiter in Richtung Mittelfuß verschoben.
Lapidus-OP
Die Lapidus-Arthrodese ist ein Operationsverfahren zur Behandlung eines sehr schweren Hallux Valgus mit gleichzeitiger Arthrose. Ziel ist die Versteifung des ersten Tarsometatarsalgelenks zwischen dem Mittelfuß- und dem Fußwurzelknochen. Dafür korrigiert der Arzt zunächst die Lage des ersten Mittelfußknochens. Dann verbindet er ihn in neuer Position fest mit dem medialen Keilbein – einem der Fußwurzelknochen.
Operationsergebnisse
Fuß mit Hallux valgus vor und nach einer Chevron-Osteotomie sowie Röntgenbild:
Weitere Operationsergenisse: