Was ist ein Fersensporn?
Ein Fersensporn ist ein kleiner knöcherner, dornförmiger Fortsatz am Fersenbein. Er entsteht als Reaktion auf chronische Überlastung oder kleine Risse an den Sehnenansätzen.
Der eigentliche Auslöser der Schmerzen ist allerdings nicht der Knochen selbst, sondern eine chronische Reizung der Plantarfaszie – des Sehnengewebes, das von der Ferse bis zu den Zehengrundgelenken verläuft. Diese Plantarfasziitis, wie die Entzündung der Fußsohlensehne medizinisch heißt, verursacht den typischen Schmerz beim ersten Aufstehen, der sich nach einigen Schritten oft vorübergehend bessert.
Fersensporn: Formen
Es werden im Wesentlichen zwei Formen des Fersensporns unterschieden:
Unterer (plantarer) Fersensporn: bildet sich an der Fußsohle am Ansatz der Sehnenplatte. Der untere Fersensporn ist die häufigere Form.
Oberer (dorsaler) Fersensporn: entsteht am Fersenbeinansatz der Achillessehne und ist auch unter dem Namen Haglundferse bekannt.
Wie entsteht ein Fersensporn?
Fersenschmerzen beim Auftreten entstehen meist nicht durch den Sporn selbst, sondern durch chronische Zugbelastung der Plantarfaszie. Wiederholte Mikrotraumata sind der entscheidende Auslöser: Jeder Schritt erzeugt Zugkräfte auf die Sehnenplatte. Werden diese Kräfte dauerhaft zu groß oder zu häufig, reagiert der Körper mit Entzündung – und langfristig mit Verkalkung am Knochenansatz.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für einen Fersensporn erheblich:
- Übergewicht: Personen mit einem BMI über 30 haben ein 5,6-fach höheres Risiko, eine Plantarfasziitis zu entwickeln. Das zusätzliche Körpergewicht erhöht den Druck auf das Fersengewebe.
- Fußfehlstellungen und ungeeignetes Schuhwerk: Senk- oder Spreizfüße verändern die Lastverteilung beim Abrollen. Flache Schuhe ohne Dämpfung verstärken diesen Effekt erheblich. Auch intensives Joggen auf hartem Asphalt kann in Kombination mit falschem Schuhwerk einen Fersensporn begünstigen.
- Beruf und Sport: Menschen in stehenden Berufen sowie Läufer belasten die Plantarfaszie täglich weit über das normale Maß.
- Alter: Mit zunehmendem Alter (meist zwischen 40 und 60 Jahren) lässt die Elastizität der Bänder und des Fettpolsters unter der Ferse nach.
Diagnose des Fersensporns
Zunächst testet der Arzt die Druckempfindlichkeit. Ein Fersensporn ist sehr wahrscheinlich, wenn starker Druck auf die Fußsohle am Übergang der Sehnenplatte zum Fersenbein oder auf den Achillessehnenansatz Schmerzen auslöst. Eine sichere Diagnoseliefert ein Röntgenbild. Darauf ist der knöcherne Sporn gut sichtbar.
Fersensporn – Konservative Behandlung
In 80 bis 90 % der Fälle helfen konservative Maßnahmen zur Behandlung eines Fersensporns. Operationen sind nur sehr selten erforderlich. Zu den konservativen Maßnahmen gehören Gele und Salben zur Schmerzlinderung, Dehnübungen zur Lockerung der Sehnenplatte sowie maßgefertigte Einlagen und Fersenkissen in den Schuhen.
Moderne Therapieoptionen: Stoßwellentherapie und Strahlentherapie bei Fersensporn
Sind konservative Maßnahmen nicht erfolgreich, kommen auch folgende Therapieverfahren zur Behandlung eines Fersensporns infrage:
Extrakorporale Stoßwellentherapie
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) nutzt hochenergetische Schallwellen, die von außen in das betroffene Gewebe geleitet werden. Diese Impulse fördern die Durchblutung, regen Reparaturprozesse im Sehnengewebe an und lindern Schmerzen.
Röntgenreizbestrahlung
Die Röntgenreizbestrahlung ist eine bewährte Alternative zur Behandlung eines Fersensporns, insbesondere wenn konservative Maßnahmen über mehrere Monate keine ausreichende Linderung bringen. Niedrig dosierte Strahlung wirkt hier entzündungshemmend auf das Gewebe.
Operation bei Fersensporn
Eine Fersensporn-Operation wird meist erst nach 6 Monaten erfolgloser konservativer Therapie oder erfolgloser Stoßwellentherapie in Betracht gezogen. Der Eingriff erfolgt oft endoskopisch, wobei der knöcherne Sporn minimal-invasiv abgetragen und die entzündete Plantarfaszie entlastet wird.
Die endoskopische Fersenspornabtragung erfolgt unter Röntgenkontrolle. Mit einem beweglichen Röntgengerät lokalisiert der Arzt den Fersensporn und markiert ihn mit einer Nadel. Dann führt er über zwei kleine Hautschnitte eine Kamera mit Lichtquelle sowie spezielle chirurgische Instrumente ein. Mit einer kleinen Kugelfräse entfernt der Operateur den knöchernen Vorsprung. Dann glättet er das Fersenbein vollständig, um eine weitere Reizung und Entzündung der Sehnen zu verhindern.