Coxarthrose (Hüftarthrose)

Als Coxarthrose bzw. Hüftarthrose bezeichnet man den degenerativen Verschleiß des Knorpelgewebes im Hüftgelenk. Dabei baut sich der schützende Knorpel schrittweise ab, bis Knochen auf Knochen reibt – mit zunehmenden Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit.und spürbarem Verlust an Lebensqualität. 

Grafische Darstellung einer Hüftarthrose mit Knorpelverschleiß am Hüftgelenk

Die Coxarthrose ist sehr häufig: Sie tritt meist ab 45 Jahren auf. Ab 65 Jahren sind fast ein Drittel der Frauen und knapp ein Viertel der Männer betroffen.

Primäre versus sekundäre Coxarthrose

Die primäre Coxarthrose entsteht ohne erkennbare Grunderkrankung und wird durch Alter, genetische Veranlagung und Überbelastung begünstigt. Die sekundäre Form entwickelt sich als Folge konkreter Ursachen – etwa angeborener Hüftdysplasie, früherer Verletzungen oder entzündlicher Gelenkerkrankungen. 

Coxarthrose: Symptome

Eine Hüftarthrose äußert sich durch folgende Symptome:

  • „Anlaufschmerzen“: Hüftschmerzen morgens beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen
  • steife Hüfte mit eingeschränkter Beweglichkeit z. B. Drehen des Beins nach innen
  • Schwierigkeiten im Alltag z. B. beim Treppensteigen und Schuhanziehen
  • unbewusste Schonhaltungen
  • belastungsabhängige Schmerzen, die bis ins Knie ausstrahlen (im fortgeschrittenen Verlauf)
  • nächtliche Ruheschmerzen (im fortgeschrittenen Verlauf)
Ältere Frau mit Coxarthrose hat Schmerzen in der rechten Hüfte

Hüftschmerzen beim Aufstehen sind ein typisches Symptom für eine Coxarthrose

Wie wird eine Coxarthrose (Hüftarthrose) diagnostiziert?

Die Diagnose der Coxarthrose beginnt mit einem ausführlichen Patientengespräch (Anamnese) zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Vorerkrankungen. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der das Gangbild und die Gelenkbeweglichkeit geprüft werden. Die Bestätigung der Diagnose und die Einteilung des Schweregrads erfolgt durch eine Röntgenaufnahme der Hüfte.

Wichtig zu beachten: Röntgenbilder und Symptome stehen oft nicht in Zusammenhang. Eine Hüfte kann im Bild erhebliche Verschleißzeichen zeigen, während der Patient kaum Beschwerden empfindet – und umgekehrt. 

Die Früherkennung einer Coxarthrose erhöht die Möglichkeiten, das natürliche Gelenk zu erhalten und eine Hüft-OP hinauszuzögern oder zu vermeiden. 

Coxarthrose: Moderne Therapie

Ziel der Behandlung einer Coxarthrose ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Verschleiß zu verlangsamen. Die Behandlung beginnt mit konservativen Therapien. Bei fortgeschrittener Arthrose ist eine Hüft-OP möglich.

Konservative Behandlung der Hüftarthrose 

Zum Erhalt der Beweglichkeit ist Sport essenziell. Gezielte Krankengymnastik kräftigt die Muskulatur und verbessert die Beweglichkeit. Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik eignen sich besonders gut. 

Bei starkem Übergewicht ist eine Gewichtabnahme empfehlenswert, da dieses die Gelenke zusätzlich belastet.

Bei akuten Schmerzen oder Entzündungen können auch entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz kommen.

Minimalinvasive Hüft-Arthroskopie im Frühstadium 

Im Frühstadium einer Coxarthrose kann eine Hüftarthroskopie infrage kommen. Dies ist eine minimal-invasive Hüft-OP, die auch als Gelenkspiegelung bezeichnet wird. Dabei entfernt der Arzt über sehr kleine Hautschnitte abgebrochene Knorpelstücke und glättet den aufgerauten bzw. zerrissenen Knorpel. Durch dieses schonende Verfahren beruhigt sich die Gelenkinnenhaut und die Hüftschmerzen klingen ab.

Knorpelaufbau und Knorpelersatz bei Hüftarthrose 

Ein Knorpelaufbau oder Knorpelersatz an der Hüfte kann für jüngere und aktive Patienten eine Alternative sein, um die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks hinauszuzögern. Diese Verfahren eignen sich jedoch nur bei der sekundären Coxarthrose.

Eine Methode des Knorpelersatzes ist die Mikrofrakturierung. Hierbei wird der unter dem Knorpel liegende Knochen leicht angebohrt. Durch die gezielten kleinen Knochenverletzungen werden Stammzellen aus dem Mark freisetzt. Diese regen die Bildung von neuem Ersatzgewebe (Faserknorpel) an. Dieses Verfahren ist jedoch nur bei begrenzten Knorpelschäden geeignet.

Künstliches Hüftgelenk (Hüft-TEP) – minimal-invasive OP: muskel- und nervenschonend

Reichen die beschriebenen Maßnahmen nicht aus bzw. ist die Coxarthrose zu weit fortgeschritten, wird ein künstliches Hüftgelenk (Totalendoprothese/Hüft-TEP) eingesetzt. Die Hüftprothese stellt die Beweglichkeit wieder her und beseitigt die Schmerzen. Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe kommen dafür in der Regel minimalinvasive Verfahren zum Einsatz. Das Zentrum ist eines der größten seiner Art. Über einen kleinen Hautschnitt schiebt der Chirurg die Muskeln und Nerven schonend beiseite, anstatt sie zu durchtrennen. Dies führt zu deutlich weniger Schmerzen und einer viel schnelleren Genesung. Moderne Hüftprothesen bestehen meist aus Titan und halten bei über 90 % der Patienten 20 Jahre oder länger. 

Bereits wenige Tage nach der OP beginnen die Mitarbeitenden des Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik mit der Mobilisation. Nach einigen Wochen ist das Leben mit der künstlichen Hüfte weitgehend schmerzfrei. Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren, Schwimmen oder Wandern sind in der Regel auch mit einer Hüft-TEP problemlos wieder möglich.

Hüft-OP: Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zur Behandlung von Coxarthrose

Hüft-OP: Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zur Behandlung von Coxarthrose

Kurzschaft-Hüft-TEP

Eine Kurzschaft-Hüft-TEP bzw. Kurzschaftprothese ist ein knochensparendes künstliches Hüftgelenk, bei dem der Prothesenschaft im Oberschenkelknochen deutlich kürzer ist als bei herkömmlichen Modellen. Dieses Verfahren ist besonders gut für jüngere Menschen mit einer guten Knochensubstanz geeignet. Ein besonderer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es sich besonders gut für Revisionsoperationen eignet. Denn ein späterer Prothesenwechsel ist oft einfacher, da mehr Knochen vorhanden ist.

Robotisch-assistierte Hüftoperationen

Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe können Hüftprothesen in einigen Fällen auch robotisch-assistiert eingesetzt werden. Der OP-Roboter entscheidet nicht selbst, sondern dient als präzises Werkzeug für den Operateur. So sind noch genauere Schnitte und ein noch präziseres, knochenschonendes Arbeiten möglich. Zudem ermöglichen robotisch-assistierte OPs eine kürzere Operationszeit.

Robotisch-assistierte Operationen sind aktuell ausschließlich für Hüftoperationen ohne große Besonderheiten möglich. Bei sehr stark fortgeschrittener Hüftarthrose oder Prothesenaustauschoperationen ist das Verfahren (noch) nicht geeignet.

Oberflächenersatz der Hüfte 

Für jüngere, sportlich aktive Arthrose-Patienten mit einer guten Knochensubstanz kann der Oberflächenersatz der Hüfte eine Alternative zur Hüft-TEP sein. Dieses ist heutzutage jedoch ein eher seltenes Verfahren. Die Methode ist auch als Hüftkappe, Kappenprothese oder Resurfacing bekannt. Im Gegensatz zur regulären Hüftprothese bleiben bei diesem Verfahren der Hüftkopf und der Schenkelhals weitgehend erhalten. Nur die geschädigten Gelenkoberflächen werden ersetzt.

Hüft-Revisionsoperationen / Prothesenaustauschoperationen bei Coxarthrose

Im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe werden auch Hüft-Revisionsoperationen durchgeführt. Eine Hüft-Revisionsoperation ist der Austausch oder die Korrektur einer bereits vorhandenen künstlichen Hüftprothese. Gründe dafür sind z. B. Prothesenlockerung und Materialverschleiß im Laufe der Jahre. Dabei ist es sowohl möglich einzelne Teile als auch die gesamte Prothese zu ersetzen. Welches Verfahren, das Richtige ist, wird individuell für jeden Patienten entschieden.

Hohe Expertise: Zertifiziertes Endoprothetikzentrum

Das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe ist am Standort St. Anna Hospital Herne als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Die Zertifizierung bestätigt die hohe Expertise der Ärzte beim Einsatz von Hüftprothesen.

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