Rund um die Uhr besteht die Möglichkeit der Maximalversorgung. Häufig erfolgt die Therapie nach einem Stufenschema, bei dem versucht wird, mit weniger eingreifenden Maßnahmen zu beginnen. Je eingreifender die Therapie, umso höher ein theoretisches Risiko des Auftretens negativer Nebeneffekte.
Insgesamt steht die Behandlung von Verschleißerkrankungen im Vordergrund. Des Weiteren werden im Zentrum jegliche Arten von z. B. Unfällen, Infektionen, Tumoren und Metastasen, Deformitäten, rheumatischen und angeborenen Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern behandelt. Jährlich erfolgen neben den konservativen mehr als 15.000 interventionelle Maßnahmen sowie mehr als 3.000 Operationen. Wenn möglich werden minimalinvasive oder bewegungserhaltende Verfahren angewendet.
Auszugsweise kommen z. B. folgende Therapiemaßnahmen zur Anwendung
Vollendoskopische Operationen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule bei Bandscheibenvorfall und Spinalkanalstenose sind heutzutage am Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Schmerztherapie Standard und unverzichtbare Alternative zu konventionellen Operationen. Alle Wirbelsäulenabschnitte sind in verschiedenen Techniken operable. Techniken und Instrumente wurden am Zentrum entwickelt. Das Zentrum führt vollendoskopische Operationen neben allen anderen konventionellen Operationen routinemäßig durch und ist weltweit führend. Weitere Informationen können der eigenen Rubrik vollendoskopische Wirbelsäulenoperationen entnommen werden.
Trotz der Möglichkeiten, die vollendoskopische Operationen bieten, verbleiben viele Krankheitsbilder, die derartig nicht therapiert werden können. Hier kommen offen Verfahren zur Anwendung, meist unter optischer Vergrößerung und wenn möglich mikrochirurgisch oder minimalinvasiv. Häufig ist die Kombination mit stabilisierenden und rekonstruierenden Implantaten erforderlich.
z. B.: Erweiterung des Wirbelkanals; Erweiterung des Nervenkanals; Tumorentfernungen; Operationen bei Infektionen oder Entzündungen; etc.
Verschleißerkrankungen, Unfälle, Infektionen, Rheuma, Tumoren oder Metastasen können bei Erwachsenen und Kindern zu Formveränderungen, Instabilitäten oder Strukturzerstörungen führen, die zum Teil erhebliche Konsequenzen für den Patienten aufweisen. Gleiches gilt für angeborene oder erworbene Formveränderungen, wie z. B. die Skoliose. Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule können betroffen sein. Hier ist häufig die Einbringung von Implantaten zur Stabilisierung oder Rekonstruktion erforderlich. Die Operationen können groß sein, die Wirbelsäule muss teilweise mit verschiedenen Zugängen, auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten angegangen werden. Es gibt Befunde, bei denen die Möglichkeit besteht, bewegungserhaltende Implantate zu verwenden. Auch bei stabilisierenden und rekonstruierenden Operationen wird versucht, minimalinvasive und gewebeschonende Techniken, ggf. computernavigiert, einzusetzen und weiter zu entwickeln.
z. B.: Versteifungsoperationen bei Instabilität; Versteifungsoperationen oder Bandscheibenprothese bei Verschleiß; Operation von Verkrümmungen; Wirbelkörperentfernung und Ersatz bei Tumor und Metastase; stabilisierende Operationen bei Rheuma; Stabilisierung von Wirbelkörperbrüchen; Sanierung und Stabilisierung ausgedehnter Entzündungen mit Bakterien; Korrekturen bei kindlichen Veränderungen der Wirbelsäule; etc.
Bei speziellen Formen von Wirbelkörperbrüchen kann unter Umständen auf die Stabilisierung mittels Implantate verzichtet werden. Hier besteht die Möglichkeit, durch Einbringung eines Kunstharzes (Knochenzement) in den Wirbelkörper über einen minimalinvasiven Zugang den Bruch zu stabilisieren und somit Schmerzen zu reduzieren und ein weiteres Einbrechen zu vermeiden. Der Kunstharz kann entweder direkt (Vertebroplastie) oder nach Schaffung einer Höhlung mittels Ballons (Kyphoplastie) eingebracht werden. Die Kyphoplastie kann gewisse Risiken, die bei der Einspritzung des Zementes bestehen, reduzieren. Hauptanwendungsgebiete sind Wirbelköperbrüche im Rahmen einer Osteoporose. Weitere Möglichkeiten bestehen unter Umständen bei Tumoren und Metastasen, bei speziellen unfallbedingten Veränderungen sowie zur Stabilisierung von Implantaten in osteoporotischem Knochen.
Die mutlikonzeptionelle Schmerztherapie kommt bei Patienten mit spezifischen Kreuzschmerzen (z. B. Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose, Bandscheibenverschleiß, etc.) zur Anwendung. Es handelt sich meist um einen kürzeren stationären Aufenthalt, bei dem verschiedene Therapieverfahren (z. B. Physiotherapie, Physikalische Therapie, medikamentöse Schmerztherapie, Interventionelle Schmerztherapie, Mikrotherapie, etc.) eingesetzt werden, bis ein Zustand erreicht ist, der die weitere Betreuung im ambulanten Rahmen ermöglicht.
Die multimodale Schmerztherapie kommt bei Patienten mit chronischen Schmerzzuständen zur Anwendung. Sie besteht in der Regel aus einer verlängerten stationären Behandlung, die als Beginn oder Auffrischung einer langzeitlichen Schmerztherapie zu verstehen ist. Es handelt sich um ein interdisziplinäre, fachübergreifendes Vorgehen, welches auch psychologische Disziplinen beinhaltet, und von einem Arzt koordiniert wird, der die Zusatzweiterbildung "Spezielle Schmerztherapie" besitzt. Neben Schulungen und der Vermittlung von Information wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt, welches in der Regel Maßnahmen aller möglichen nicht-operativen Techniken inklusive Physio- oder Ergotherapie beinhaltet.
Gezielte Diagnostik und Therapie im Bereich tiefer liegender Strukturen, wie z. B. des Wirbelkanals, der Bandscheibe, der Wirbelgelenke, der Nerven oder des Rückenmarks. Ablauf im Operationssaal unter hochsterilen Bedingungen und Herz-Kreislauf-Überwachung. Um die Strukturen exakt zur erreichen, das Verletzungsrisiko zu minimieren und funktionelle Behandlung mehrere Bereiche zu ermöglichen Durchführung unter Röntgenkontrolle erforderlich. Nur bei besonderen Befunden Einsatz eines Computertomographen, der nur eingeschränktere Möglichkeiten zulässt. Alle Wirbelsäulenabschnitte sind therapierbar. Die wache Mitarbeit des Patienten während der Durchführung ist notwendig und Teil der Behandlung.
z. B.: Darstellung und Behandlung der Bandscheibe, der Nerven, der Strukturen des Wirbelkanals, der Wirbelgelenke, der Iliosakralgelenke; Blockaden des sympathischen Grenzstranges, Ganglionblockaden; rückenmarknahe Verabreichung von Medikamenten; Anlage von Kathetern im Wirbelkanal; Schrumpfung oder Verödung von Bandscheibe oder Wirbelgelenken; in Einzellfällen Bandscheibenzelltransplantation; etc.
Bei chronischen Schmerzsyndromen verschiedener Ursache, die mittels Operationen nicht zu verbessern und durch konservative Therapien nicht zu beherrschen sind, besteht die Möglichkeit der Anwendung sogenannten neuromodulativer Verfahren. Es handelt sich hierbei um reine schmerzunterdrückende Maßnahmen, die die Lebensqualität aber erheblich verbessern können.
z. B.: Spinal-Cord-Stimulation (SCS) mit Kabel- oder Plattenelktroden; implantierte Morphinpumpe; etc.
Bei verschiedenen Erkrankungen, wie z. B. Tumoren oder Entzündungen, kann die Drainierung zur Vermeidung einer größeren Operation oder die Entnahme von Gewebe zur weiteren Untersuchung notwendig sein. Diese Eingriffe können, wenn möglich, minimalinvasiv unter computertomographischer oder röntgenologischer Kontrolle erfolgen.
Einbringen von schmerzlindernden oder entündungshemmenden Medikamenten mittels Spritzen an schmerzhafte Strukturen.
z. B.: Spritzen in Muskel, an Bänder oder Sehnen; Neuraltherapie, Triggerpunktinjektionen; etc.
Steht wenn möglich am Beginn einer Behandlung, ist aber auch begleitend zu anderen Therapiemaßnahmen und in der Rehabilitation unverzichtbar.
z. B.: schmerzlindernde und enzündungshemmende Medikamente; Infusionen; Naturheilverfahren; Akupunktur; Krankengymnastik; Physikalische Therapie; Bandagen; Isokinetik; Psychotherapie; etc.
Unverzichtbarer Bestandteil eines Behandlungskonzeptes sind rehabilitative Maßnahmen, die einen Therapieerfolg begleiten und stabilisieren. Oberstes Ziel sollte allerdings sein, dass Auftreten von Wirbelsäulenerkrankungen oder die Verschlimmerung durch präventive Handlungen zu verhindern. In unserem Zentrum für Physiotherapie, Prävention, Rehabilitations- und Sportmedizin werden diesbezüglich alle Maßnahmen angeboten und durchgeführt.
Neben der Möglichkeit Spezialisten anderer Bereiche des Stütz- und Bewegungsapparates hinzuzuziehen ist ein interdisziplinäres, d. h. fachübergreifendes Vorgehen unter der Führung des Wirbelsäulentherapeuten häufig erforderlich und sollte bei der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen wenn erforderlich zu jeder Zeit zur Verfügung stehen.