Krampfaderleiden – Ursachen und Entstehung
Krampfaderleiden, auch Varikosis genannt, bezeichnet die sack- oder knotenförmige Erweiterung oberflächlicher Venen, hauptsächlich an den Beinen.
Die Hauptfunktion der Venen besteht darin, Blut von der Körperperipherie zum Herzen zu transportieren. Dies wird durch ihre spezifische Struktur, insbesondere die Venenklappen, ermöglicht.
Diese Klappen wirken als Ventile und sorgen im gesunden Zustand dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Wenn diese Klappen nicht mehr richtig schließen, kann das Blut zurückfließen und sich in den Venen stauen. Durch diesen Blutrückstau entstehen mit der Zeit sichtbare, geschlängelte Venen – die sogenannten Krampfadern.
Krampfaderleiden – Symptome frühzeitig erkennen
Ein Krampfaderleiden (Varikosis) zeigt sich durch verschiedene Beschwerden in den Beinen. Typische Symptome von Krampfadern sind Schwellungen, Schwere- und Spannungsgefühle, Juckreiz oder ziehende Schmerzen, die sich häufig nach längerem Stehen oder Sitzen verstärken.
Im Verlauf kann die Erkrankung unterschiedliche Schweregrade annehmen. In fortgeschrittenen Stadien entstehen manchmal offene Wunden am Unterschenkel, das sogenannte Ulcus cruris venosum.
Oft sind es jedoch die sichtbar erweiterten, geschlängelten Venen, die Betroffene dazu veranlassen, ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühe Diagnose und Behandlung können Komplikationen vorbeugen und das Fortschreiten des Krampfaderleidens verhindern.
Dank moderner Ultraschalltechnik reicht in den meisten Fällen eine Duplexsonographie, um die betroffenen Venen sichtbar zu machen und eine gezielte Behandlungsplanung zu ermöglichen. Im Rahmen der Untersuchung wird zudem geprüft, ob die tiefen Beinvenen frei durchgängig sind und keine zusätzlichen Venenerkrankungen vorliegen.
Ergänzend kommen spezielle Funktionsuntersuchungen wie die Venenverschlussplethysmographie (VVP) und die Lichtreflexionsrheographie (LRR) zum Einsatz.
Für eine umfassende Abklärung bietet die Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten eine Venensprechstunde an.
Krampfaderleiden behandeln – Konservative Behandlungsverfahren
Bei einem Krampfaderleiden (Varikosis) steht zu Beginn häufig eine konservative Therapie, also eine Behandlung ohne Operation. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern, Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten zu verhindern.
Wichtige konservative Behandlungsverfahren:
Kompressionstherapie
Die Basis jeder Behandlung von Krampfadern ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder das Anlegen eines phlebologischen Kompressionsverbandes. Der gleichmäßige Druck von außen unterstützt den Rückfluss des Blutes und verringert Schwellungen.
Komplexe physikalische Entstauungstherapie
In ausgeprägten Fällen kann eine kombinierte Therapie erforderlich sein, bestehend aus
- Manueller Lymphdrainage
- Hautpflege
- Kompressionstherapie
- Bewegungstherapie
Operative Behandlungsverfahren beim Krampfaderleiden
Wenn konservative Therapien nicht ausreichen, kann eine operative Behandlung des Krampfaderleidens (Varikosis) notwendig sein. In der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten kommen moderne und schonende Methoden zum Einsatz.
Stripping Operation
Die gängige Methode zur operativen Behandlung ist die „Stripping-OP" oder auch „Babcock-OP" genannt. Dabei werden die betroffenen Venenabschnitte über kleine Hautschnitte entfernt.
- Betäubung: Der Eingriff erfolgt unter rückenmarksnaher Anästhesie in Spinal- oder Periduralanästhesie oder in Vollnarkose.
- Operationsablauf: Mit Hilfe der Minischnitt-Technik werden die betroffenen Venen entfernt. Zusätzlich erfolgt ein etwas größerer Schnitt in der Leiste oder Kniekehle des betroffenen Beines, da diese Stellen häufig der Ursprung der Venenerkrankung sind.
- Nachsorge: Die Fäden werden nach 6 bis 8 Tagen entfernt. Im Anschluss an die Operation ist eine 6-wöchige Kompressionsbehandlung notwendig, wobei am Vortag der OP ein angepasster Spezialstrumpf getragen wird.
Ob die Operation ambulant oder stationär erfolgt, wird individuell während der Voruntersuchung entschieden. Wenn beide Beine in einer Sitzung behandelt werden, ist meist ein stationärer Aufenthalt erforderlich.
Dabei wird die erkrankte Vene ohne größere Schnitte von innen mit kontrollierter Wärmeenergie durch Radiowellen verschlossen. Das umliegende Gewebe bleibt dabei weitgehend unversehrt.
Vorteile der Radiowellenbehandlung
- Schonendes, nahezu narbenfreies Verfahren
- Kürzere Genesungszeit
- Kompressionsstrümpfe müssen nur etwa zwei Wochen getragen werden
Es handelt sich um eine Behandlung, die meistens von den Patienten selbst bezahlt werden muss, da es sich hier um einen kosmetischen Eingriff handelt. Größere Venen können auch mit Schaumsklerosierung behandelt werden.
Informationen hierzu bietet die Venensprechsunde:
Häufige Fragen zu Krampfaderleiden
Ein Krampfaderleiden (Varikosis) ist eine sichtbare Erweiterung oberflächlicher Venen, meist an den Beinen. Wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, staut sich das Blut zurück – es entstehen geschlängelte Venen, sogenannte Krampfadern.
Eine Behandlung ist immer dann sinnvoll, wenn Beschwerden wie Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl oder Juckreiz auftreten oder sich die Venen sichtbar verändern. Auch sichtbare Veränderungen der Venen oder Hautprobleme sind ein Anlass zur Behandlung.
Im Marien Hospital Witten bietet ein breites Spektrum moderner und schonender Therapien an. Je nach Befund stehen konservative Verfahren (Kompressionsstrümpfe, Entstauungstherapie) sowie operative Methoden wie die Stripping-Operation oder die endovenöse Radiowellenbehandlung zur Verfügung. Kleinere Venen oder Besenreiser können auch verödet (sklerosiert) werden.