In Deutschland erleiden etwa 250.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall, rund 40 % davon verlaufen tödlich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen: Schlaganfälle gehören bei ihnen zu den häufigsten Todesursachen.
Etwa 40.000 Schlaganfälle pro Jahr lassen sich auf eine Verengung (Stenosen) oder Verschlüsse der Halsarterien (Carotiden) zurückführen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann Leben retten – im Marien Hospital Witten bietet die Gefäßchirurgie umfassende Möglichkeiten zur Früherkennung und Therapie.
Symptome einer Carotisstenose erkennen
Die Carotisstenose verläuft häufig zunächst ohne Beschwerden (asymptomatisch, Stadium I). Kommt es zu Symptomen (Stadium II), sind dies oft vorübergehende neurologische Ausfälle, etwa:
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
- Sprachstörungen
- Lähmungserscheinungen an Arm oder Bein
- Hängender Mundwinkel
Solche Symptome sind ernste Warnsignale und sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Risikofaktoren für eine Halsschlagaderverengung
Typische Risikofaktoren für eine Carotisstenose und Schlaganfälle sind:
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie)
- Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
- Koronare Herzkrankheit oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Die frühzeitige Erkennung dieser Risikofaktoren kann helfen, einer Verengung der Halsschlagader vorzubeugen.
Diagnose der Carotisstenose im Marien Hospital Witten
In der Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten erfolgt die Diagnose nach einem strukturierten Schema. Je nach Untersuchungsergebnissen und medizinischer Notwendigkeit werden jedoch nicht alle diagnostischen Verfahren immer durchgeführt.
- Erhebung der Krankengeschichte und Risikofaktoren
- Körperliche Untersuchung
- Duplex- und Farbduplexsonographie zur Messung der Durchblutung
- Magnetresonanzangiographie (MRA) zur Darstellung der Gefäße
- Computertomographie (CT) des Gehirns zum Ausschluss zurückliegender Schlaganfälle
Behandlungsmöglichkeiten bei Carotisstenose
Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem Stadium und der Ausprägung der Verengung.
Medikamentöse Behandlung
Bei gering- bis mittelgradigen Verengungen ohne oder mit leichten Symptomen wird häufig eine konservative Therapie mit Medikamenten empfohlen – meist mithilfe von Thrombozytenaggregationshemmern.
Operative Therapie – Carotis-Operation (TEA)
Im Fall einer hochgradigen Einengung (>70 %) oder bei akuter Symptomatik (Stadium II) kann eine Operation sinnvoll oder notwendig sein. Im Marien Hospital Witten kommt häufig die sogenannte Thrombendarteriektomie (TEA) zum Einsatz:
- Durchführung meist in Vollnarkose
- Zugang über einen schrägen Schnitt am Hals
- Entfernung der verkalkten Innenwand der Halsschlagader
- Wiederverschluss mit einem Patch (Gefäßflicken)
Nach dem Eingriff erfolgen engmaschige Ultraschallkontrollen: zunächst alle drei Monate, später jährlich. Eine dauerhafte Einnahme von ASS ist erforderlich.
Stent-Implantation
Als Alternative zur Operation kann eine Stent-Behandlung erfolgen. Dabei wird:
- ein Stent über die Leistenschlagader eingebracht
- die verengte Halsschlagader aufgedehnt und stabilisiert
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und ohne Hautschnitt. Diese Methode bietet sich besonders bei bestimmten Risikokonstellationen an.
Stadieneinteilung der Carotisstenose
Die Behandlung richtet sich auch nach dem jeweiligen Stadium:
| Stadium | Beschreibung | Empfehlung |
|---|---|---|
| I | Asymptomatisch | Beobachtung oder Operation bei >70 % Stenose |
| II | Mit Symptomen | Dringende Operation nötig |
| III | Akuter Schlaganfall | Zeitfenster 3 bis 6 Stunden – schnelle Versorgung entscheidend |
| IV | Abgelaufener Schlaganfall | Spätere Operation bei Stabilisierung möglich |
Behandlung bei Carotisstenose im Marien Hospital Witten
Die Gefäßchirurgie im Marien Hospital Witten ist auf die Diagnose und Therapie von Halsschlagadererkrankungen spezialisiert. Modernste Verfahren, langjährige Erfahrung und ein interdisziplinäres Team gewährleisten die bestmögliche Versorgung.
Weitere Informationen zur Gefäßchirurgie finden Sie hier.
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Häufige Fragen zur Carotisstenose
Typisch sind plötzliche Sehstörungen, Sprachprobleme oder Lähmungserscheinungen.
Mittels moderner Ultraschallverfahren sowie MRT und CT in der Radiologie.
Je nach Stadium kommen Medikamente, eine Operation (TEA) oder ein Stent infrage.