Brustkrebs behandeln im Brustkrebszentrum Witten

Brustkrebs behandeln

Im Brustkrebszentrum Witten werden Patientinnen mit Brustkrebs umfassend behandelt, von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge.

Individuelle Fallbesprechung

Alle Untersuchungs- und Operationsergebnisse von Patientinnen mit Brustkrebs werden umgehend in der Tumorkonferenz beraten. Gemeinsam wird eine individuelle Therapieempfehlung erarbeitet, die in einem Protokoll festgehalten wird und als Grundlage für die weitere Therapie dient.

Die Behandlung im Brustkrebszentrum Witten erfolgt nach weltweit anerkannten Therapiestandards. Jeder Fall wird individuell betrachtet und mit modernen Untersuchungsmethoden analysiert und charakterisiert. Dies ermöglicht die Bestimmung des individuellen Risikos und die Erstellung eines maßgeschneiderten Therapiekonzepts, das auf die spezifischen Befunde und die Lebenssituation der Patientin abgestimmt ist.

Brustkrebszentrum Witten
Marien Hospital Witten 
Prof. Dr. Monika Graeser, Chefärztin

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Marien Hospital Witten 
Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt 

Klinik für Plastische Chirurgie und plastisch-rekonstruktive Chirurgie
BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum
Prof. Dr. Björn Behr, Leitender Oberarzt

Klinik für Frauenheilkunde
Marien Hospital Witten 
Prof. Dr. Sven Schiermeier, Chefarzt 

Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie
Marien Hospital Witten 
Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt 

MVZ blikk Radiologie & Nuklearmedizin 
Marien Hospital Witten 

Institut für Pathologie Ruhr-Universität Bochum 
Prof. Dr. Andrea Tannapfel 

Onkologie
MVZ Witten 
Matthias Zeth 

Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie
Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. Christian Baues, Chefarzt 

Klinik für Strahlentherapie
Ev. Krankenhaus Witten
Dr. Thomas Hero, Chefarzt

Die Konferenz berät bei Bedarf auch niedergelassene Ärzte, die nicht durchgehend an der Tumorkonferenz teilnehmen. Dazu können Hausärzte und Fachärzte direkt mit dem Brustkrebszentrum Witten Kontakt aufnehmen und die Therapie oder Nachsorge abstimmen.

Operationen bei Brustkrebs

Eine Operation bedeutet heute nicht mehr zwangsläufig eine radikale Entfernung der Brust. Für die Behandlung von Brustkrebs steht im Brustkrebszentrum Witten eine Fülle von modernen Techniken zur Verfügung. 

Brusterhaltende Operation

Ein chirurgischer Eingriff bleibt zur Behandlung von bößartigen Brusttumoren (Mammakarzinomen) auch heute unverzichtbar. Häufig ist es möglich, auf eine radikale Brustentfernung zu verzichten, stattdessen wird eine schonendere, brusterhaltende Operation durchgeführt. 

Der Eingriff erfolgt meist zeitnah nach der Diagnose. In manchen Fällen wird zunächst eine Vorbehandlung mit Chemo-, Antihormon- oder Antikörpertherapien durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern oder vollständig zu zerstören.

Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung aller Tumorzellen aus der Brust. Anschließend wird das entfernte Gewebe feingeweblich untersucht, um sicherzustellen, dass keine Tumorzellen an den Schnitträndern verbleiben. Sind die Ränder frei, gilt der Tumor als vollständig entfernt.

Mastektomie und nipple-sparing Mastektomie

Eine Mastektomie ist eine Brustentfernung bei Brustkrebs, nur bei wenigen Patienten muss die gesamte Brust entfernt werden. Für dieses Verfahren müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein, damit ein Arzt sich für eine Amputation der Brust empfiehlt. Bei der totalen Mastektomie wird die gesamte Brustdrüse inklusive des Hautmantels und der Brustwarze mit Vorhof entfernt.

Eine Mastektomie ist notwendig bei:

  • Großem Tumor
  • Tumoren an mehreren Stellen
  • Brustkrebsvorstufen in der gesamten Brust
  • Unvollständige Tumorentfernung nach OP
  • Wunsch der Patientin

Während vor vielen Jahren auch die Brustmuskulatur entfernt wurde, wird heute eine schonendere Form der Mastektomie angewendet, bei der diese Muskeln erhalten bleiben. So behält der Brustansatz seine runde Kontur. 

Bei der "nipple-sparing" Mastektomie handelt es sich um eine vorbeugende, therapeutische OP-Methode, bei der die Brust ebenfalls amputiert wird. Die Brustwarze wird jedoch erhalten. Bei diesem Verfahren wird das ganze Brustgewebe entnommen, die Haut der Brust und die Brustwarze bleiben aber erhalten.

Entfernung der Lymphknoten bei Brustkrebs

Wenn Brustkrebszellen sich ausgebreiten haben, also Metasthasen gebildet haben, breiten sich diese Zellen meist über das Lymphsystem aus und erreichen die Lymphknoten in der Achselhöhle. Früher wurden diese bei der Operation komplett entfernt, doch heute wird überwiegend nur der erste Lymphknoten auf dem Weg, der sogenannte Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten entfernt.

Bei der Untersuchung dieser Lymphknoten nach der Operation kann festgestellt werden, ob der Krebs gestreut hat. Bei Befall von mehr als zwei Sentinel-Lymphknoten sind oft weitere Eingriffe nötig. 

Brust-Rekonstruktion

In manchen Fällen ist der Erhalt der Brust nicht möglich. Dann stehen den Patientinnen unterschiedliche Möglichkeiten der Rekonstruktion offen, zum Beispiel:

  • Einsatz von Implantaten (Prothesen)
  • Eigenfettbehandlungen
  • Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe, zum Beispiel aus der Bauchdecke

Das Hauptziel besteht darin, den Patientinnen sowohl höchste Sicherheit als auch eine optimale Erhaltung ihres körperlichen Wohlbefindens zu ermöglichen. Dabei kommen fortgeschrittene brusterhaltende Operationstechniken zum Einsatz, ergänzt durch innovative rekonstruktive Methoden.

In der Pflegeberatung geben speziell ausgebildete Pflegeexpertinnen (Breast Care Nurses) Informationen und Hilfestellung zur Bewältigung der Erkrankung.

Anschlusstherapie bei Brustkrebs

Zu der Anschlusstherapie bei Brustkrebs gehören die Chemo- und Strahlentherapie sowie die Hormon- und Immuntherapie. Daneben sind Psychotherapeuten, Sozialdienste und Selbsthilfegruppen sowie weitere interne und externe Partner, die sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, für die Patientinnen da.  

Die Tumorkonferenzen stellen sicher, dass die Patientinnen eine abgerundete medizinische Beratung erhalten. Eine Schlüsselrolle übernimmt auch der niedergelassene Gynäkologe und Hausarzt.

Eine Anschlusstherapie im Sinne einer Chemotherapie oder Bestrahlung ist nicht in jedem Fall notwendig. Die Entscheidung darüber wird nach Erhalt aller Ergebnisse und nach Festlegung eines Therapiekonzeptes in der Tumorkonferenz gefällt. Der Arzt bespricht mit der Patientin die Ergebnisse aller Befunde und die Empfehlung der Konferenz. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam entschieden, wie die optimale Folgetherapie aussieht.

Wie genau diese abläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

  • Wie sind die Gewebeeigenschaften des Tumors?
  • Haben sich Metastasen gebildet?
  • Wie sieht das persönliche Risiko des Patienten aus?
  • Wie ist die allgemeine gesundheitliche Verfassung?
  • Was sind die Wünsche der Patientin?

Der behandelnde Arzt klärt über alle Möglichkeiten auf. Die Entscheidung über den individuellen Therapieplan wird gemeinsam durch den Arzt und die Patientin getroffen.

Strahlentherapie

Strahlentherapie bei Brustkrebs

In der Strahlentherapie oder Radiotherapie wird das gesamte Spektrum der konventionellen Strahlentherapie der bösartigen und gutartigen Erkrankungen angeboten. 

 

Die Experten bieten eine leitliniengerechte Therapie und garantieren die Anwendung neuester Techniken und die Vorbeugung und Therapie von Strahlenfolgen. Die Abteilung verfügt mit einem eigenen CT zur Durchführung von Planungsuntersuchungen, einem CT-gesteuerten 3D-Planungssystem, virtueller Simulation sowie einem Linearbeschleuniger der neuesten Generation über die modernste Technik. So wird für optimale Erfolgsaussichten mit möglichst geringen Nebenwirkungen gesorgt.

Vor jeder Strahlentherapie wird ein ausführliches Gespräch über die Notwendigkeit der Behandlung sowie über den Ablauf der Bestrahlung geführt. Die Patientinnen werden während der gesamten Strahlentherapie betreut und sorgfältig bei der Rückbildung und eventuellen Nebenwirkungen überwacht. 

Es besteht eine enge Kooperation mit der Strahlentherapie Witten, die im evangelischen Krankenhaus beheimatet ist.

Chemotherapie

Chemotherapie

Je nach Bedürfnis und Intensität der Therapie kommen die Patientinnen ambulant oder stationär. Eigens dafür ausgestattete Räumlichkeiten im Marien Hospital Witten sorgen für eine behagliche und angstfreie Atmosphäre. 

Chemotherapien kommen sowohl in frühen als auch in fortgeschrittenen Tumorstadien zum Einsatz, um Mikrometastasen in anderen Organen zu zerstören. Sie werden entweder neoadjuvant, also vor der Operation, oder adjuvant, nach der Operation, angewendet.

Diese winzigen Metastasen lassen sich häufig nicht mit bildgebenden Verfahren nachweisen, weshalb eine vorbeugende Chemotherapie bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko empfohlen wird. Dies kann das Risiko eines Rückfalls oder einer Sterblichkeit nachweislich verringern.

Hormontherapie bei Brustkrebs

Die Antihormontherapie stellt einen zentralen Bestandteil der Brustkrebsbehandlung dar. Diese Therapie ist besonders für Frauen relevant, deren Brustkrebs durch weibliche Geschlechtshormone wie Östrogene und Progesteron beeinflusst wird. In diesen Fällen weisen die Krebszellen Rezeptoren auf, die speziell für diese Hormone vorgesehen sind. 

Dieser Brustkrebstyp wird als Hormonrezeptor-positiv (HR+) oder hormonempfindlich bezeichnet. Östrogen und Progesteron binden an die Rezeptoren der Krebszellen und fördern so deren Wachstum und Vermehrung. An dieser Stelle greift die antihormonelle Behandlung an, die auch als „endokrine Therapie“ bekannt ist. Die Antihormontherapie wirkt systemisch im gesamten Körper, ähnlich wie die Chemotherapie. Sie umfasst verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. 

Das Hauptziel dieser Therapie ist es, das Zellwachstum der Krebszellen zu stoppen, um das Risiko eines Rückfalls oder Fortschreitens der Erkrankung zu verringern.

Antikörpertherapie

Antikörpertherapie bei Brustkrebs

Die Antikörpertherapie zählt zu den zielgerichteten Tumortherapien, da sie, im Gegensatz zur Chemo- oder Hormontherapie, ihre Wirkung gezielt im Tumorgewebe entfaltet. Ihre Wirksamkeit basiert auf der Anwesenheit bestimmter Rezeptoren im Tumorgewebe.

Bei Brustkrebs spielt der sogenannte HER2-Rezeptor eine entscheidende Rolle. Wachstumshormone binden an diesen, was innerhalb der Zelle verschiedene Signalwege aktiviert, die das Gewebewachstum und die Differenzierung fördern. Therapeutische Antikörper sind dafür entwickelt, gezielt an diese Rezeptoren zu binden und sie zu blockieren, wodurch die Signalkaskade in den Zellen unterbrochen und das Tumorwachstum gehemmt wird. Ungefähr 15-20% der Brustkrebserkrankungen zeigen das Vorhandensein von HER2-Rezeptoren im Tumorgewebe. Patientinnen mit dieser Eigenschaft reagieren oft gut auf die entsprechenden Antikörper und spezielle Chemotherapeutika, weshalb die Antikörpertherapie häufig in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt wird.

Klinische Studien bei Brustkrebs

Im Brustkrebszentrum Witten wird nach höchsten wissenschaftlichen Maßstäben behandelt. Zudem erfolgt die Teilnahme an wissenschaftlichen klinischen Studien, um kontinuierlich neue Erkenntnisse in die Praxis zu integrieren. Nur so wird kontinuierlich der medizinische Fortschritt zeitnah und sicher für die tägliche Praxis nutzbar.

Es besteht eine Partnerschaft mit der German Breast Group und der Westdeutschen Studiengruppe. Insgesamt gibt es derzeit Beteiligungen an überwiegend internationalen Studien

Individuelle Brustkrebsbehandlung im Brustkrebszentrum Witten

Alle Therapien, von Strahlentherapie über Chemotherapie, Hormon- und Antikörpertherapie bis hin zu klinischen Studien, werden im Brustkrebszentrum Witten nach höchsten medizinischen Standards durchgeführt. So wird sichergestellt, dass jede Patientin eine individuelle Brustkrebsbehandlung erhält, begleitet von einem erfahrenen, interdisziplinären Team.

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Häufige Fragen zu Brustkrebs (FAQ)

Die Behandlung von Brustkrebs richtet sich nach Tumorgröße, Stadium, Gewebeart und individuellen Risikofaktoren. Die interdisziplinäre Therapie umfasst Operationen (brusterhaltend oder Mastektomie), Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie sowie zielgerichtete Antikörpertherapien. Jede Behandlung wird individuell geplant, um bestmögliche medizinische Ergebnisse zu erzielen.

Operationsmöglichkeiten bei Brustkrebs sind:

  • Brusterhaltende Operationen, bei denen nur der Tumor entfernt wird
  • Mastektomie, inklusive „nipple-sparing“-Verfahren
  • Entfernung von Lymphknoten bei Bedarf
  • Die Therapiewahl erfolgt auf Grundlage aller medizinischen Befunde.

Chemotherapie kann vor der Operation (neoadjuvant) oder danach (adjuvant) erfolgen, um Tumorzellen zu verkleinern oder Rückfälle zu verhindern. Strahlentherapie wird nach Operationen angewendet, um verbliebene Krebszellen zu bekämpfen. Die Entscheidung hängt von Tumorart, Stadium und individuellen Risikofaktoren ab.

  • Hormontherapie: Hemmt das Wachstum von hormonempfindlichen Tumoren (HR+)
  • Antikörpertherapie: Blockiert HER2-Rezeptoren bei HER2-positiven Tumoren und hemmt dadurch das Tumorwachstum

Beide Therapien werden gezielt eingesetzt, abhängig von Tumorcharakteristika und medizinischer Indikation.

Patientinnen können an nationalen und internationalen Studien teilnehmen, um Zugang zu neuen Therapieansätzen und Forschungsergebnissen zu erhalten. Die Eignung wird anhand medizinischer Kriterien geprüft.

Alle Fälle werden in der interdisziplinären Tumorkonferenzen besprochen. Dort werden sämtliche Befunde analysiert, und auf deren Grundlage wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass jede Patientin eine optimal abgestimmte Möglichkeit erhält, Brustkrebs zu behandeln