Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) – Ursachen
Meistens liegt die Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schilddrüse selbst. Die Schilddrüsenunterfunktion ist oft Folge von Verlust oder Zerstörung des Schilddrüsengewebes, beispielsweise durch eine Entzündung wie bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Häufig ist die Folge eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Nach Wochen, Monaten aber auch erst nach Jahren entwickelt sich aus dieser Zerstörung eine anfangs harmlose Schilddrüsenunterfunktion. Daher handelt es sich um eine chronische also unheilbare Erkrankung. Eine vorläufige Schilddrüsenentzündung entwickeln außerdem circa vier bis zehn Prozent der Frauen nach einer Entbindung. Die Entzündung heilt oft, in 50 Prozent der Fälle, ohne Folgeschäden ab. Die restlichen 50 Prozent entwickeln eine langfristige Schilddrüsenunterfunktion.
Eine Störung der Regelzentren (die Hirnanhangsdrüse und der Hypothalamus) im Gehirn führt auch zu einer Hypothyreose.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) – Symptome
Die Schilddrüsenunterfunktion ist bekannt für ihren langanhaltenden, aber schleichend eintretenden Prozess. Oft erfolgt die Diagnose der Krankheit erst spät, da sie gerade zu Beginn nur geringe Beschwerden verursacht. Der Mangel an Schilddrüsenhormonen wirkt sich auf den gesamten Körper aus, insbesondere aber auf die Organe, das Nervensystem und die Psyche. Typische Merkmale der Erkrankung sind:
- Kälteempfindlichkeit
- Müdigkeit
- Antriebslosigkeit
- depressive Stimmung
- Gewichtszunahme
- kühle / blasse / trockene Haut
- spröde / brüchige Haare und Nägel
- chronische Verstopfungen
Bei älteren Menschen gleichen die Symptome oftmals den Beschwerden des Älterwerdens und werden daher erst spät erkannt. Außerdem treten die Symptome im Alter nur in abgeschwächter Form auf.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) – Diagnose
Die Schilderungen des Patienten geben dem Arzt schon Hinweise auf eine Erkrankung. Im weiteren Verlauf der Behandlung kommen dann Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und eine Schilddrüsenszintigraphie zum Einsatz.
Blutuntersuchung bei Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion
Als erstes wird der TSH-Wert im Blut bestimmt. Das Hormon TSH wird in der Hirnanhangsdrüse produziert und ist für die Steuerung und Produktion von Schilddrüsenhormonen zuständig. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist der TSH-Wert niedrig, aber die Schilddrüsenhormonwerte (T3 und T4) im Blut erhöht. Liegt der TSH-Wert im Normalbereich, ist eine Überfunktion der Schilddrüse fast ausgeschlossen. Bei der Basedowschen Erkrankung findet man zusätzlich zu 90 Prozent Schilddrüsenantikörper in der Blutlaufbahn.
Ultraschalluntersuchung (Sonografie) und Schilddrüsenbiopsie
Durch die Sonographie werden die Größe und Struktur der Schilddrüse festgestellt. Außerdem können unter Ultraschallkontrolle ggf. Gewebeproben im Rahmen einer Biopsie entnommen werden.
Schilddrüsenszintigrafie
Bei der Schilddrüsenszintigraphie handelt es sich um eine nuklearmedizinische Methode. Sie misst wie aktiv die Schilddrüse ist und wie stark die einzelnen Bereiche Jod aufnehmen können. Jod ist fester Bestandteil der Schilddrüse und notwendig für die Bildung von Hormonen. Bei der Szintigraphie wird radioaktives Jod verwendet, da dieses Gamma-Strahlungen aussendet. Durch eine Gamma-Kamera können diese dann festgehalten werden. So wird erkenntlich, wie viel Jod die einzelnen Bereiche der Schilddrüse aufnehmen, was meistens mit der Produktion an Schilddrüsenhormonen gleichzusetzen ist. Bei einer Unterfunktion nimmt die Schilddrüse das Jod nur in sehr geringem Maße oder gar nicht auf.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) – Behandlungsverfahren
Normalerweise ist eine Schilddrüsenunterfunktion nicht heilbar. Patienten werden lebenslang mit Medikament behandelt. Ist der Patient jedoch einmal richtig eingestellt, kann dieser ein nahezu normales Leben führen. Auch die Lebenserwartung sinkt nicht. Um den bestehenden Hormonmangel auszugleichen, erhält der Patient das fehlende Hormon Thyroxin (T4) über Tabletten. Falls zusätzlich ein Jodmangel vorliegt, können ergänzend Jodtabletten verschrieben werden. Die Tablettentherapie beginnt mit einer geringen Dosis. Mit regelmäßigen, parallel verlaufenden Blutuntersuchungen wird die individuelle Dosis ermittelt. Wenn das Hormon zu hoch dosiert ist, besteht die Gefahr Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen, auszulösen.