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Marien Hospital Witten
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Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Plastische Chirurgie

Hautstraffung nach Gewichtsverlust

Adipositas-Patienten, die ihr Gewicht reduziert haben, benötigen häufig eine plastische und rekonstruktive Operation. Doch welche Hautprobleme bestehen nach einem massiven Gewichtsverlust? Wann kann eine Straffung durchgeführt werden? Und welche Straffungsoperationen sind möglich? Antworten auf diese Frage gibt es im Video mit Priv.-Doz. Dr. Heiko Sorg, Leitender Arzt der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie.

Nach magenverändernden Operationen wie Magenband, Magenbypass und Schlauchmagen verlieren Adipositas-Patienten stark Gewicht. Durch diesen Gewichtsverlust kommt es zu überschüssiger Haut zum Beispiel an Bauch, Brüsten, Beinen, Armen und dem Gesäß. Die überschüssige Haut kann Haut-auf-Haut-Falten bilden, die wiederum häufig zu Rötungen, Entzündungen und nässenden Wunden führen. Um diese überschüssige Haut zu entfernen, gibt es unterschiedliche Operationsmöglichkeiten in der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie, die die Körperkontur wiederherstellen.

Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)

Patienten verlieren nach einer magenverändernden Operation wie einer Magenbypass-Operation schnell sehr viel Gewicht. Eine Folge des großen Gewichtsverlusts ist überschüssige Haut am Bauch. Diese überschüssige Haut bildet Hautfalten. Der Bereich in dem Haut auf Haut liegt entzündet sich bei vielen Patienten. Häufig können diese Entzündungen auch mit Hautpflege nicht ausreichend behandelt werden. Für diese Patienten kann die Bauchdeckenstraffung eine Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Für eine Bauchdeckenstraffung stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Auswahl, die individuell auf den Einzelfall abgestimmt werden. Im Regelfall macht der Plastische Chirurg einen Schnitt von der einen Seite des Beckens zur anderen. Im Anschluss wird die Bauchdecke in Richtung der Rippen präpariert. Danach wird der Bauchnabel ausgeschnitten, um diesen nach Entfernung der überschüssigen Haut und des Fettgewebes wieder an die richtige Position zu setzen. Hat der plastische Chirurg das gesamte überschüssige Gewebe entfernt, wird die Bauchwand in Richtung der Leisten gezogen, gestrafft und anschließend vernäht. Am Ende der Operation wird der Nabel neu positioniert und ebenfalls eingenäht.

Die operative Bauchstraffung erfolgt in Vollnarkose und ist in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von drei bis fünf Nächten in der Klinik verbunden.

Bruststraffung (Mastopexie)

Nach einem starken Gewichtsverlust durch magenverändernde Operationen beklagen Patienten häufig eine hängende Brust. Bei Frauen kommt es dabei oft zu einem Verlust des Volumens der Brust und die Haut der Brust erschlafft. Männer hingegen möchten die durch das starke Übergewicht entstandene, eher weibliche, Brustform nach der Gewichtsabnahme wieder flach und an den restlichen Körper angepasst haben.

In beiden Fällen kann eine Bruststraffung das Wohlbefinden der Patienten verbessern. Es gibt unterschiedliche Varianten einer Bruststraffung. Welche die geeignete ist, bespricht der Plastische Chirurg individuell mit dem Patienten. Bei allen Operationsmethoden wird die überschüssige Haut entfernt, die Brustwarze ausgeschnitten und im Anschluss nach oben versetzt.

Die operative Bruststraffung erfolgt in Vollnarkose und ist in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von drei bis vier Nächten in der Klinik verbunden.

Oberarmstraffung (Brachioplastik)

Durch starken Gewichtsverlust durch magenverändernde Operationen kommt es häufig zu überschüssiger Haut auf der Unterseite des Oberarms – oft auch als Winkearme bezeichnet. Dieser Hautüberschuss kann in vielen Fällen trotz Sport und Muskelaufbau nicht ausgeglichen werden. Nicht selten führt die überschüssige Haut zu Reizungen und Rötungen im Achsel-Bereich.

Bei einer Oberarmstraffung macht der Plastische Chirurg einen Schnitt auf der Innenseite des Oberarms. Dabei wird nach Möglichkeit darauf geachtet, dass der Schnitt später nicht direkt sichtbar ist oder gut versteckt werden kann. An der Innenseite des Schnitts wird dann das überschüssige Gewebe entfernt. Wie und wo der Schnitt genau verläuft wird im Einzelfall entschieden. In Einzelfällen kann dies auch mit einer Straffung der seitlichen Brustwand (Chest Lift) durchgeführt werden. 

Die operative Oberarmstraffung erfolgt in Vollnarkose und ist in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von drei bis vier Nächten in der Klinik verbunden.

Oberschenkelstraffung und Unterschenkelstraffung

Im Bereich der Oberschenkel kann überschüssige Haut, die zum Beispiel durch magenverändernde Operationen entstanden ist, durch Reibung der Hautfalten an den Innenseiten der Oberschenkel zu Reizungen und sogar offenen Wunden führen.

Bei einer Oberschenkelstraffung gibt es drei unterschiedliche Operationstechniken. Der Schnitt wird hierbei entweder horizontal im Bereich der Leiste, vertikal entlang der Oberschenkelinnenseite oder in einer Kombination aus beidem durchgeführt. Mit Hilfe der Oberschenkelstraffung kann die Kontur von Oberschenkel und Knie wiederhergestellt werden. Meistens erfolgt eine Fettabsaugung der Oberschenkel im gleichen operativen Eingriff. Bei überschüssiger Haut im Bereich der Unterschenkel können auch diese gestrafft werden.

Die operative Beinstraffung erfolgt in Vollnarkose und ist in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von drei bis fünf Nächten in der Klinik verbunden.

Gesäßstraffung

Bei starkem Gewichtsverlust durch magenverändernde Operationen kann es vorkommen, dass der Gesäßbereich soweit abgesunken ist, dass große Hautfalten entstanden sind. Diese Hautfalten können beim Sitzen oder Laufen starke Schmerzen verursachen. Hier können durch das Aufeinanderliegen von Haut Rötungen, Entzündungen und nässende Wunden entstehen.

Eine Gesäßstraffung kann in diesen Fällen helfen. Eine Straffung kann sowohl oberhalb des Gesäßes als auch unterhalt des Gesäßes durchgeführt werden. Je nach Variante erfolgt auch der Schnitt entweder oberhalb oder unterhalb des Gesäßes. Bei der Gesäßstraffung wird die überschüssige Haut und Fettgewebe operativ entfernt. Ebenfalls beachtet werden muss der Ausgleich der Gesäßkontur und die Umverteilung des überschüssigen Hautweichteilgewebes, um eine möglichst natürliche Kontur des Gesäßes gewährleisten zu können.

Die operative Gesäßstraffung erfolgt in Vollnarkose und ist in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von drei bis vier Nächten in der Klinik verbunden.

Schamhügelstraffung

Bei starkem Gewichtsverlust durch magenverändernde Operationen können sich Hautfalten im Bereich des Genitals bilden. Grund dafür können zum einen eine erschlaffte Bauchdecke aber auch Hautfalten im Bereich des Schamhügels selbst sein. Das führt bei Betroffenen zu Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten oder der Sexualfunktion. Auch eine Intimhygiene ist nur eingeschränkt möglich.

Eine Schamhügelstraffung kann hierbei helfen. Dabei werden noch bestehende Fettdepots reduziert und anschließend eine Hautstraffung im Bereich des Schamhügels durchgeführt. Bei diesem Eingriff muss individuell besprochen werden, ob eine Bauchdecken- und Schamhügelstraffung in Kombination erfolgen können oder in mehreren Schritten hintereinander durchgeführt werden müssen.

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