Hernien | Marien Hospital Witten
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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Hernien

Hernien sind Schwachstellen im Gewebe, zumeist in der Bauchwand im Bereich der Leiste oder im Zwerchfell, die an oft sichtbaren Vorwölbungen und einem Druckgefühl oder Schmerz zu erkennen sind. Diese Schwachstellen erfordern eine Operation.

Mit dem medizinische Fachbegriff Hernie beschreibt man einen Eingeweidebruch im Bauchraum. Gemeint ist damit einen Bruch des Bindegewebes der Bauchdecke. Am häufigsten treten solche Schwachstellen im Bereich der Leisten auf (Leistenbruch). Die Ursachen für die Entstehung von Leistenbrüchen sind noch nicht endgültig geklärt. Ein schwaches Binde- und Stützgewebe im Körper wird häufig als Risikofaktor genannt. Die starke Erhöhung des Bauchrauminnendrucks, z.B. bei chronischem Husten oder dem regelmäßigen Tragen schwerer Lasten, kann ein Auslöser für die Entstehung einer Hernie sein.

Hernien sind die häufigste chirurgische Erkrankung. So tritt statistisch bei jedem 4. Mann und bei jeder 10. Frau in Deutschland im Laufe des Lebens eine Leistenhernie auf. Seit vielen Jahren gehört die Therapie der Hernien zum Schwerpunkt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten. Insbesondere für minimal-invasive Operationen und in der Behandlung von komplizierten Bauchwandbrüchen hat das Marien Hospital Witten eine besondere Expertise

Hernien – Symptome

In der Regel verursachen kleinere Hernien keine Beschwerden. Wird die Bauchmuskulatur allerdings stark beansprucht, können folgende Symptome auf eine Hernie hinweisen:

  • Druckgefühl
  • Stechende oder ziehende Schmerzen bei Belastung
  • Bei andauernder Reizung des Bauchfells entwickelt sich ein kontinuierlicher Schmerz
  • Stuhlunregelmäßigkeiten - zum Beispiel Verstopfung oder Durchfall

Das eindeutigste Zeichen für eine Hernie ist der – an seiner Austrittsstelle tastbare – Bruchsack, der Teile des Darms oder Fettgewebe enthalten kann. Allerdings fehlt dieses Zeichen, wenn es sich bei der Hernie um einen inneren Bruch an Zwerchfell oder Beckenmuskulatur handelt.

Verschiedene Arten von Hernien

Es gibt verschiedene Arten von Hernien, die man nach dem Ort des Auftretens im Körper unterscheidet. Dafür, dass Hernien auftreten gibt es unterschiedliche Risikofaktoren. Hernien nennt man auch Brüche der in der jeweiligen Körperregion - Also Leistenbruch, Nabelbruch usw.

Leistenbruch


Die Leistenhernie ist auch als Leistenbruch bekannt. Die Leiste ist die Schnittstelle zwischen Bauch und Oberschenkel. Dort befindet sich auch der Leistenkanal, durch den bei Männern der Samenstrang und bei Frauen das Mutterband verläuft. Die Leistenregion muss im Alltag sehr viel Druck aushalten, zum Beispiel beim Husten oder Niesen sowie beim Tragen schwerer Kartons oder Einkaufstüten. Kann die Leistenregion diesem Druck nicht mehr standhalten, wird der Leistenkanal von Schichten der Bauchwand durchbrochen.

Leistenbruch - Hernie mit Bruch im Leistenband Infografik

Nabelbruch


Als Nabelhernie wird ein Bruch der Bauchwand am Bauchnabel bezeichnet - auch Nabelbuch genannt. Ein Nabelbruch kann in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten. Zum einen entstehen bei der Schwangeren selbst Hernien, weil das Kind und das Fruchtwasser auf die Bauchinnenseite drücken. Zum anderen kann es auch bei Säuglingen zu Nabelhernien kommen, die meist direkt nach der Geburt festgestellt werden. Die Ursache ist eine noch unvollständige Ausbildung der Bauchwand am Bauchnabel, wodurch eine kleine Öffnung entsteht, durch die Bauchinhalt, z. B. Fettgewebe oder Darmanteile, heraustreten können.

Zerchfellbruch


Die Zwerchfellhernie, oder auch Zwerchfellbruch ist eine innere Bruchform, bei der sich der Bruchsack durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustkorb zwischen Rippen- und Lungenfell schiebt. Bei einer Sonderform des Zwerchfellbruchs, der Hiatushernie, verlagern sich Teile des Magens durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum, wodurch unter anderem Sodbrennen entstehen kann.

Weitere Arten von Hernien


Die Schenkelhernie kommt vor allem bei Frauen vor. Hier befindet sich die Bruchpforte im Schenkelkanal zwischen Leistenband und Beckenknochen. Eine Schenkelhernie lässt sich unter dem Leistenband am Oberschenkel ertasten.
Eine Narbenhernie ist eine Hernie der Bauchdecke, die bei Operationsnarben auftritt. Diese Hernien können zum Teil sehr große Ausmaße annehmen.
Bei der Sportlerleiste handelt es sich nicht in klassischer Weise um eine Hernie, sondern um ein Syndrom mit meist langanhaltenden Schmerzen, das vor allem bei aktiven Sportlern auftritt. Am häufigsten werden die Beschwerden bei Fußballern beobachtet, können jedoch auch bei anderen Sportarten auftreten. Die Schmerzen werden vermutlich durch einseitige Belastungen sowie eine Instabilität der Leiste oder Lymphschwellungen hervorgerufen. Meist ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Neurologen und Orthopäden nötig, um eine exakte Diagnose zu stellen.

Hernien – Diagnose

Für die Diagnose einer Hernie und die Therapieplanung einer Hernie ist eine körperliche Untersuchung sehr wichtig. Folgende Untersuchungsmethoden werden angewendet:

  1. Befragung des Patienten zu Lebensumständen und möglicher Verletzungssituation

  2. Abtasten der betroffenen Körperstelle

  3. Häufig - Untersuchung mittels Ultraschall

  4. Bei komplizierteren oder unklaren Fällen: Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT)

Hernien – Operative Behandlungsverfahren

Hernien müssen operiert werden, da sie sich nicht von selbst schließen. Es gibt also keine nicht-chirurgischen Behandlungen für Hernien. Bandagen und Hernienbänder sowie sportliche Aktivitäten sind keine wirksamen Therapieformen. Das Verzögern einer Operation kann unter Umständen ernsthafte Konsequenzen haben. Klemmt sich ein Teil des Darms in der Bruchpforte ein, ist dies eine Notfall und muss schnellstmöglich operiert werden.

Hernien können offen und minimal-invasiv operiert werden. Fast alle Hernien werden inzwischen mit verschiedenen minimal-invasiven Verfahren behandelt werden. Bei diesen Verfahren ist das Risiko für Wundheilungsstörungen und ein erneutes Auftreten von Hernien geringer. Außerdem erholen sich Patienten in der Regel schneller von der Operation.

Minimal-Invasive Hernien Operationen

In den meisten Fällen wird bei einem Leistenbruch die sichere und zuverlässige Methode einer minimal-invasiven Operation mit der sogenannten TEP-Technik (total extraperitoneale Patch Technik) durchgeführt. Die Bauchwand muss für diese Methode vollkommen entspannt sein, deshalb ist eine Vollnarkose nötig und die OP-Zeit beträgt ca. 20-30 Minuten.
Andere Hernien wie der Narbenbruch oder auch Zwerchfellhernien können konventionell, minimal-invasiv oder robotisch-assistiert durchgeführt werden.

Die Vorteile der minimal-invasiven Hernien Operation:

  • Es werden nur wenige kleine Schnitte gesetzt
  • Es wird ein modernes Kunststoffnetz eingesetzt, dass nicht nur die Bruchlücke schließt, sondern auch die Bauchwand verstärkt, da körpereigenes Gewebe an der Netzstruktur entlang wachsen kann
  • In der Regel kürzere Genesungszeit: Patienten können schneller ihr Alltagsleben wieder aufnehmen und Sport treiben

Das Operationsteam der Klinik für Allgemein- und Viszeralmedizin im Marien Hospital Witten besteht aus erfahrenen Chirurgen, die über 30 Jahre Erfahrung in der Hernienbehandlung und -forschung haben.

Operation mit dem Operationsroboter

Bei Hernien im Bereich der Bauchdecke, wie Nabel- oder Narbenhernien, und Leistenhernien kann die Operation zur Rekonstruktion der Bauchdecke und zur Beseitigung der Fehllage der Muskulatur mithilfe eines Operationsroboters sicher und präzise durchgeführt werden. Bei dem roboter-assistierten Eingriff wird minimal-invasiv das moderne Kunststoffnetz in einer Schicht der Bauchdecke platziert. Innere Defekte in der Bauchdecke können durch den OP-Roboter räumlich präzise dargestellt und durch die dreidimensional beweglichen Roboterarme sehr gut wiederhergestellt werden.

Wie werden Hernien behandelt? Eine Zusammenfassung gibt es in der schnellen Fragerunde mit Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Plastische Chirurgie des Marien Hospital Witten

Wie werden Hernien behandelt? In einer schnellen Fragerunde mit Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Plastische Chirurgie des Marien Hospital Witten, wird über das Thema Hernien informiert.

Hernien – Ambulante oder stationäre Behandlung

Einzelne Hernienarten können auch ambulant operiert werden. Ein kurzer stationärer Aufenthalt ist jedoch sinnvoll, ärztlich empfohlen und vielen Patienten gerne angenommen. Mögliche Komplikationen, wie z.B. seltene Nachblutungen, Schmerztherapie oder das Wiederauftreten werden so engmaschig kontrolliert und können umgehend erkannt und behoben werden. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 1-2 Tage.

Je nach Art des Eingriffs können Patienten nach der Entlassung schnell wieder mit der körperlichen Belastung anfangen. Die meisten Patienten benötigen ungefähr 8-10 Tage, bis sie ihre gewohnte körperliche Tätigkeit und Sport wieder aufnehmen können. Nach dieser Zeit gibt es keine weitere Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit. Die Wundschmerzen halten selten länger als 2-3 Tage.


Online-Informationsveranstaltung rund um das Thema Hernien

Am 03.11.2021 informierte das Team der Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten in einer Online-Veranstaltung über die Entstehung von Hernien, die Risiken bei einer ausbleibenden Behandlung und über operative Therapiemöglichkeiten. Zuschauer konnten Fragen stellen, die von den Ärzten beantwortet wurden. Hier ist die gesamte Online-Veranstaltung zu sehen.

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