Marien Hospital Witten - Gallengangsatresie
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Kinder- und Jugendklinik

Gallengangsatresie

Die Gallengangsatresie ist eine seltene Erkrankung bei Neugeborenen, bei der die Gallengänge nicht richtig angelegt oder verschlossen sind. Dies führt aber erst nach der Geburt dazu, dass die Galle nicht abfließen kann. Ohne Behandlung kann die Erkrankung schwere gesundheitliche Folgen haben.

Ursachen

Die genaue Ursache der Gallengangsatresie ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass die Erkrankung durch eine Entzündung und Vernarbung der Gallengänge und auch Gallenblase verursacht wird. Was diese Entzündung und Vernarbung auslöst, ist jedoch noch weitgehend unbekannt.

Symptome

Zu den häufigsten Anzeichen einer Gallengangsatresie gehören:

  • Gelbsucht, die länger als zwei Wochen anhält und zunimmt
  • Sehr heller (fast weißer) Stuhl
  • Dunkler Urin
  • Aufgeblähter Bauch oder vergrößerte Leber


Wichtig: Diese Anzeichen sollten immer schnell ärztlich abgeklärt werden, um eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung zu gewährleisten.

Diagnose und Behandlung einer Gallengangsatresie

Die Diagnose der Gallengangsatresie beginnt in der Regel, wenn beim Kind eine Gelbsucht festgestellt wird. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin führt dann verschiedene Tests durch, um eine Lebererkrankung auszuschließen. Zu den gängigen Untersuchungen gehören:

  • Bilirubin-Spiegeltest
  • Leberenzym- und Gallengangsenzymtests
  • Gerinnungstests
  • Virustests, um Virusinfektionen auszuschließen
  • Stoffwechseltests (z. B. auf Enzymmangel)
  • Mukoviszidosetests (z. B. Schweißtest), wenn dies nicht im Rahmen des Neugeborenen-Screenings nach der Geburt erfolgt ist


Auch Urin und Stuhl des Kindes werden auf Auffälligkeiten geprüft. Zur weiteren Abklärung können folgende diagnostische Verfahren eingesetzt werden:

  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens, um die Gallenblase zu überprüfen
  • ERCP in spezialisierten Zentren (leider nicht bei uns)
  • Leberbiopsie, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird
  • Intraoperatives Cholangiogramm, bei dem ein Kontrastmittel in die Gallenblase injiziert wird, um den Gallengang direkt zu visualisieren. Ein fehlender Abfluss deutet auf eine Gallengangsatresie hin.


Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Gesundheit des Kindes zu sichern. In den meisten Fällen wird in den ersten Lebenswochen von den erfahrenen Kinderchirurgen des Marien Hospital Witten eine Kasai-Operation (Hepatoportoenterostomie) durchgeführt, bei der der Gallengang operativ eröffnet wird. Sollte diese Maßnahme nicht ausreichen, kann eine Lebertransplantation notwendig sein. 

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