Morbus Crohn bei Kindern | Marien Hospital Witten
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Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Sie gehört zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten. Hierbei kann sich der gesamte Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum After entzünden. Damit unterscheidet sich die Erkrankung von Colitis ulcerosa, bei der in den meisten Fällen nur die Darmwand des Dickdarms betroffen ist. Je nach Patient kann die Erkrankung vollkommen unterschiedlich verlaufen. Morbus Crohn tritt außerdem in Schüben auf.

Morbus Crohn kann viele, nicht zusammenhängende Stellen des Verdauungstraktes befallen. Am häufigsten tritt die Erkrankung jedoch im Bereich des Übergangs von Dünndarm zu Dickdarm auf.

Morbus Crohn: Grafik eines Darms mit mehreren entzündeten Stellen

Morbus Crohn kann verschiedene Stellen des Verdauungstrakts betreffen.

Ursachen von Morbus Crohn

Morbus Crohn wird zumeist durch mehr als nur eine einzige Ursache bedingt. Zum einen können bestimmte genetische Faktoren den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Darminfektionen und bestimmte Ernährungsformen haben wahrscheinlich ebenfalls mit der Entstehung und Verlaufsvariante eines Morbus Crohn zu tun.

In welchem Alter tritt Morbus Crohn auf?

Meist sind Jugendliche und junge Erwachsene von der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung betroffen. Diagnosen vor dem 10. Lebensjahr sind selten, kommen aber auch vor.

Morbus Crohn: Symptome bei Kindern

Patienten leiden häufig unter: 

  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall, mit oder ohne Blutbeimengungen

Auch Fisteln im Bereich des Afters und Darmverengungen, sogenannte Stenosen, können Symptome von Morbus Crohn bei Kindern sein. Bei manchen Patienten treten auch Symptome auf, die nicht den Darm betreffen, z. B. Entzündungen der Haut, der Gelenke oder der Augen. 

Bei Kindern treten darüber hinaus Verzögerungen von Wachstum und Pubertät auf.

Junge mit Morbus Crohn hat Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind ein typisches Symptom bei Morbus Crohn – auch bei Kindern. Zusätzlich können hier auch Verzögerungen von Wachstum und Pubertät auftreten.

Diagnose von Morbus Crohn

Die Diagnose von Morbus Crohn bei Kindern beinhaltet in der Regel folgende Schritte:

  1. Die gründliche Anamnese, bei der der Arzt sich nach der Krankengeschichte des Patienten erkundigt. 
  2. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung und ggf. auch eine Blutabnahme, mit der Entzündungswerte und andere Laborparameter im Blut bestimmt werden können. 
  3. Im Ultraschall kann der Kindergastroenterologe auch Darmwandentzündungen sehen. 
  4. Erhärtet sich der Verdacht, dass das Kind an Morbus Crohn erkrankt ist, sollten in der Kinder- und Jugendklinik eine Endoskopie des oberen und (nach entsprechender Vorbereitung) des unteren Verdauungstraktes vorgenommen werden. Dabei wird ein dünner Schlauch, der mit einer Kamera und feinen Instrumenten ausgestattet ist, über den Mund bzw. den After eingeführt. Bei einer Endoskopie werden auch Gewebeproben (Biopsien) entnommen.

    Die Endoskopie findet immer unter Narkose bzw. tiefer Sedierung statt, die von einem Kinderanästhesisten begleitet wird. Narkose bzw. Sedierung bezeichnet in der Medizin die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel. Ein Morbus Crohn zeigt bei einer Darmspiegelung oft ein typisches endoskopisches Bild. Die Gewebeuntersuchungen bestätigen dann den Verdacht.

  5. Der übrige Dünndarm kann durch eine nicht-invasive Kernspintomographie (MRT-Untersuchung) dargestellt werden. Diese sogenannte Sellink-Untersuchung wird in der Kinderradiologie des Marien Hospital Witten vorgenommen.
Endoskopische Untersuchung bei einem Kind mit Verdacht auf Morbus Crohn

Durch eine endoskopische Untersuchung lässt sich die Diagnose Morbus Crohn bestätigen.

Konservative Behandlungsverfahren bei Morbus Crohn

Die Behandlung von Morbus Crohn-Patienten sollte in den Händen erfahrener Kindergastroenterologen liegen. Ziel der Therapie ist es, die Entzündung zu kontrollieren. Heilbar ist die Erkrankung nicht. Es können verschiedene Medikamente zur Hemmung des Immunsystems, von Kortison über sogenannte Immunmodulatoren bis hin zu modernen Biologika infrage kommen. 

Auch eine exklusive oder ergänzende Ernährungstherapie gehört zum Therapiekonzept und wird mit dem Team der Ernährungsberatung besprochen.
Das Team der Kindergastroenterologie legt mit den Patienten einen individuellen Behandlungsplan fest, der sich an internationalen Leitlinien orientiert. 

Operative Behandlungsverfahren bei Morbus Crohn

Erst wenn Morbus Crohn mit konservativen Maßnahmen nicht ausreichend therapiert werden kann, wird eine operative Behandlung in Betracht gezogen. Bei diesem Eingriff wird der am meisten von der Entzündung betroffene Darmabschnitt entfernt. In manchen Fällen muss der Patient zumindest vorübergehend mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) versorgt werden. Solche Operationen werden bei Kindern nur in spezialisierten Zentren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen durchgeführt.

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