Colitis ulcerosa bei Kindern | Marien Hospital Witten
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Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Sie gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Auch sie verläuft wie der Morbus Crohn in Schüben. Bei der Erkrankung treten Entzündungen der Darmschleimhaut im Dickdarm auf. Es können in seltenen Fällen auch andere Teile des Verdauungstraktes betroffen sein. 

Colitis ulcerosa: Besonderheiten bei Kindern

Im Gegensatz zu Erwachsenen, bei denen oft nur das Ende des Dickdarms betroffen ist (Proktitis), liegt bei Kindern in 60 – 80 % der Fälle eine Pankolitis vor – also eine Entzündung des gesamten Dickdarms. Die Erkrankung beginnt im Kindesalter häufig heftiger und breitet sich schneller aus.

Kleine Kinder haben oft eine undifferenzierte Colitis. Die Entzündungen des Dickdarms können hier zunächst weder eindeutig als Morbus Crohn noch als Colitis ulcerosa klassifiziert werden, da Merkmale beider Krankheiten vorliegen. In der Regel kann die undifferenzierte Colitis im weiteren Verlauf einer der beiden Erkrankungen zugeordnet werden.

Ursachen

Wie auch bei Morbus Crohn gibt es keine einzelne Ursache, die zu einer Colitis ulcerosa führt. Auch hier geht man davon aus, dass genetische Veranlagungen eine Rolle spielen, aber auch andere Faktoren, wie Ernährung, Infektionen oder Umwelteinflüsse.

Colitis ulcerosa – Symptome bei Kindern

Folgende Symptome können bei Colitis ulcerosa auftreten: 

  • krampfartige Bauchschmerzen meist im linken Unterbauch
  • schleimig-blutiger Durchfall 
  • häufiger, schmerzhafter Stuhldrang
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Neben diesen typischen Symptomen können auch Entzündungen der Gelenke, der Haut und der Augen auftreten.

Bei Kindern beginnen die Symptome oft schleichend mit Appetitlosigkeit oder leichten Bauchschmerzen. Da die Erkrankung chronisch ist und den Körper schwächt, können Wachstum und Entwicklung beeinträchtigt werden.

Kind mit Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind typisch bei Colitis ulcerosa.

In welchem Alter tritt Colitis ulcerosa auf?

Colitis ulcerosa kann in jedem Lebensalter beginnen, tritt aber am häufigsten zwischen 15 und 40 Jahren auf. Im jüngeren Kindesalter tritt die Erkrankung weniger häufig auf.

Diagnose der Colitis ulcerosa

Die Abklärung, ob das Kind eine Colitis ulcerosa hat, sollte durch spezialisierte Kindergastroenterologen erfolgen. 

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit Biopsien ist zur Sicherung der Diagnose notwendig. Bei Colitis ulcerosa kommt üblicherweise eine Spiegelung des unteren Verdauungstraktes zum Einsatz. Hierbei wird die Schleimhaut des Darms mit Hilfe eines Endoskops untersucht. Dazu wird ein dünner Schlauch, der mit einer Kamera und feinen Instrumenten ausgestattet ist, über den After bis zum unteren Dünndarm (terminales Ileum) eingeführt.  Gleichzeitig werden Gewebeproben (Biopsien) entnommen.

Die Endoskopie findet immer in Narkose bzw. tiefer Sedierung statt, die von einem Kinderanästhesisten begleitet wird. Unter Narkose bzw. Sedierung versteht man die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel. 

Da bei kleineren Kindern eine sichere Unterscheidung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nicht immer möglich ist, erfolgen bei diesen Patienten in der Regel auch eine Endoskopie des oberen Verdauungstraktes sowie eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Darms, manchmal auch eine MRT-Untersuchung des restlichen Dünndarms.

Behandlung einer Colitis ulcerosa

Die Behandlung der Colitis ulcerosa zielt darauf ab, die Entzündung zu stoppen (Remission) und eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Zumeist kann Colitis ulcerosa durch eine medikamentöse Therapie gut behandelt werden. Hierbei kommen zum Beispiel Kortison-Präparate und Immunsuppressiva infrage, die die Intensität und Häufigkeit der Schübe abmildern. Auch moderne Biologika sind Teil der Therapiestrategie. Eine angepasste Ernährung unterstützt die Therapie, kann Medikamente aber nicht ersetzen.

In schweren Fällen, wie beispielsweise einer Darmverengung (Stenose), kann aber auch eine Operation erforderlich sein. Diese wird bei Kindern nur in spezialisierten Zentren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erfolgen.

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