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Kinder- und Jugendklinik

Anpassungsstörungen bei Neugeborenen (Gelbsucht, Hypoglykämie und mehr)

Gelbsucht bei Neugeborenen

Bei drei von fünf Babys verfärbt sich ab dem zweiten oder dritten Lebenstag die Haut gelblich. Ärzte sprechen hier von einer Neugeborenengelbsucht bzw. einem Neugeborenen-Ikterus oder einer Hyperbilirubinämie.

Ursache für Gelbsucht bei Neugeborenen

Grund für die Gelbsucht bei Neugeborenen ist ein Überschuss an Bilirubin. Das ist ein gelber Farbstoff, der beim Abbau der roten Blutkörperchen entsteht. Kurz nach der Geburt hat das Neugeborene eine Überzahl an roten Blutkörperchen, die abgebaut werden. Jedoch ist die Leber des Neugeborenen noch nicht in der Lage, eine große Menge an Bilirubin sofort zu verarbeiten. Daher lagert sich der Farbstoff vorübergehend in der Haut und in den Augäpfeln ab.

Gelbsucht bei Neugeborenen – Diagnose

Die Diagnose wird im Rahmen der U2-Untersuchung gestellt, die 3 bis 10 Tage nach der Geburt im Krankenhaus oder beim niedergelassenen Kinderarzt erfolgt.

So wird Gelbsucht bei Neugeborenen behandelt

In den meisten Fällen ist Gelbsucht bei Babys kein Grund zur Sorge. Das Baby ist nicht krank oder ansteckend. In der Regel verschwindet die Verfärbung nach 10 bis 14 Tagen wieder. Ist das nicht der Fall, kommt eine Lichttherapie, auch als Phototherapie bekannt, zum Einsatz. Durch die Bestrahlung mit speziellem blauen UV-Licht über einen Zeitraum 24 Stunden wird der Bilirubinwert allmählich gesenkt. Während der Therapie liegt das Baby nackt mit Windel unter einer speziellen Lampe oder auf einer Leuchtmatte. Das Neugeborene erhält zusätzlich eine Schutzbrille für die Augen, um Verletzungen der Netzhaut zu verhindern.

Neugeboreneninfektion

Die Neugeboreneninfektion bzw. Neugeborenensepsis ist eine Form der Blutvergiftung, die speziell bei Neugeborenen auftritt. Sie tritt in etwa 2 bis 3 Fällen unter 1.000 Neugeborenen auf. Frühgeborene mit einem Gewicht unter 1.500 Gramm sind am häufigsten betroffen.

Ursachen für eine Neugeboreneninfektion

Die häufigsten Erreger, die eine Neugeborenensinfektion hervorrufen, sind B-Streptokokken. In der Regel erfolgt die Infektion während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Folgende Risikofaktoren gibt es für eine Neugeboreneninfektion:

  • positives Screening auf B-Streptokokken bei der Mutter gegen Ende der Schwangerschaft
  • Durch B-Streptokokken ausgelöste Harnwegsinfekte während der Schwangerschaft
  • Fieber der Mutter unter der Geburt
  • vorzeitiger Blasensprung mehr als 18 Stunden vor der Geburt
  • Frühgeburt
  • vorausgegangene Geburt eines infizierten Kindes

Neugeboreneninfektion – Behandlung

Hat das Baby eine Neugeboreneninfektion, muss diese unbedingt behandelt werden, da sie zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie z. B. einer Hirnhautentzündung, führen kann. Um das zu verhindern, bekommt das Neugeborene Antibiotika und Vitamin K.

Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Neugeborenen

Für einen niedrigen Blutzuckerspiegel (< 40 mg/dl) bei Babys kann es verschiedene Gründe geben:

  • Frühgeburt (36 Schwangerschaftswochen oder früher)
  • Spätgeburt (nach 42 Schwangerschaftswochen)
  • niedriges Geburtsgewicht unter 2500 g
  • leicht erhöhtes Geburtsgewicht von 4000 g oder mehr
  • mütterlicher Diabetes
  • eine sehr lange und stressige Geburt

Diese Unterzuckerung (Hypoglykämie) muss schnell behoben werden. Denn Zucker ist für das Baby wichtig, damit es wachsen kann und sein Gehirn richtig funktioniert.

Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Neugeborenen – Behandlung

Durch eine frühzeitige und regelmäßige Ernährung des Babys durch Stillen oder Flaschenfütterung wird der Blutzuckerwert in der Regel schnell wieder stabil. Manchmal reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Dann braucht das Baby eine Zuckerlösung, die über den Mund oder intravenös gegeben wird.
In den meisten Fällen kann jedoch schnell wieder Entwarnung gegeben werden: Babys müssen für gewöhnlich nur vorübergehend behandelt werden und die Eltern können ihr Kind schon bald mit nach Hause nehmen.

Unterkühlung (Hypothermie) bei Neugeborenen

Wenn Babys von Hypothermie betroffen sind, dann ist ihnen dauerhaft zu kalt. Genauer gesagt fällt die Körpertemperatur dabei unter den normalen Wert von 36,5 Grad Celsius. Neugeborene sind anfällig für eine Unterkühlung, da sie im Vergleich zum Gewicht eine große Körperoberfläche haben, was besonders für Neugeborene mit einem niedrigem Geburtsgewicht unter 2500 g zutrifft.

Folgen einer Unterkühlung (Hypothermie) bei Neugeborenen

Ist die Körpertemperatur des Babys dauerhaft zu niedrig, kann das den Stoffwechsel verlangsamen – der Säugling bekommt dann nicht genug Sauerstoff und auch die Nährstoffversorgung der Organe kann nicht aufrechterhalten werden. Atemprobleme, niedriger Blutzucker, Gelbsucht oder Entwicklungsverzögerungen können die Folge sein.

Unterkühlung (Hypothermie) bei Neugeborenen: Risikofaktoren und Vorbeugung

Risikofaktoren für Hypothermie sind Frühgeburt, eine Infektion, ein hoher Blutdruck der Mutter, ein Kaiserschnitt sowie eine zu niedrige Umgebungstemperatur.

Auf letzteres können Eltern selbst Einfluss nehmen. Folgende Maßnahmen können Eltern durchführen, um eine Unterkühlung des Babys zu vermeiden:

  • Die Raumtemperatur sollte idealerweise zwischen 20 und 22 Grad Celsius liegen. Eine Wärmelampe oder eine Heizdecke können zusätzliche Wärme bieten.
  • Langärmlige Bodys, Strampler, Socken, Mützen und warme Decken bringen das Baby auf die richtige Temperatur. Aber Vorsicht: wird es dem Baby zu warm, kann dies zu Überhitzung führen.
  • Haut-zu-Haut Kontakt: Durch den engen Hautkontakt mit der Mutter oder dem Vater kann das Neugeborene schneller Wärme aufnehmen und so seine Körpertemperatur gesteuert werden. Haut-zu-Haut-Kontakt sorgt außerdem auch für eine engere Bindung zwischen Eltern und Kind.

Unterkühlung (Hypothermie) bei Neugeborenen – Behandlung

Ist das Baby bereits unterkühlt, kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig sein. Die Behandlung der Hypothermie erfolgt durch Wiederaufwärmen des Kindes im Inkubator oder unter einem Wärmestrahler. Auch mögliche Folgeerkrankungen können hier behandelt werden.

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