Die Behandlung eines Vulvakarzinoms richtet sich vor allem nach:
- der Größe und Lage des Tumors
- dem Krankheitsstadium
- der Ausbreitung in umliegendes Gewebe
- einem möglichen Befall der Lymphknoten.
In der Regel wird für jede Patientin ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Die Therapieplanung erfolgt dabei interdisziplinär. Das heißt gemeinsam mit Spezialisten aus Gynäkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie.
Die wichtigste Behandlungsmethode beim Vulvakrebs ist in den meisten Fällen die Operation. Je nach Tumorstadium können zusätzlich weitere Therapieverfahren erforderlich sein.
Operative Behandlung des Vulvakarzinoms
Die operative Entfernung des Tumors ist der zentrale Bestandteil der Behandlung. Ziel der Operation ist es, das Vulvakarzinom vollständig zu entfernen, gleichzeitig aber möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten. Das Ausmaß des Eingriffs richtet sich nach Größe und Ausbreitung des Tumors.
Lokale Tumorentfernung
Bei kleinen und früh entdeckten Tumoren kann häufig eine lokale Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand erfolgen. Dabei wird ausschließlich der betroffene Bereich entfernt. Dieses Verfahren ermöglicht in vielen Fällen eine gewebeschonende Behandlung mit guten funktionellen und kosmetischen Ergebnissen.
Erweiterte Operation
Ist der Tumor größer oder weiter fortgeschritten, kann eine umfangreichere Operation im Bereich der Vulva notwendig sein. Ziel bleibt jedoch stets, möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten und gleichzeitig eine vollständige Tumorentfernung zu gewährleisten.
Untersuchung der Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten)
Bei einem Vulvakarzinom können sich Tumorzellen über die Lymphbahnen ausbreiten, insbesondere in die Lymphknoten der Leiste. Um zu überprüfen, ob bereits eine Ausbreitung vorliegt, wird häufig eine sogenannte Sentinel-Lymphknoten-Biopsie durchgeführt. Dabei wird der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors identifiziert und entfernt. Dieser wird anschließend feingeweblich untersucht. Ist dieser sogenannte Wächterlymphknoten tumorfrei, müssen häufig keine weiteren Lymphknoten entfernt werden. Dadurch kann das Risiko von Nebenwirkungen deutlich reduziert werden. Wenn bereits ein Befall vorliegt, kann eine erweiterte Entfernung der Lymphknoten in der Leiste notwendig sein.
Rekonstruktive Verfahren
Je nach Größe des entfernten Gewebes kann es erforderlich sein, den operierten Bereich plastisch-rekonstruktiv zu versorgen.
Dabei werden beispielsweise Gewebeverschiebungen oder Hautlappenplastiken eingesetzt, um
- die Wundheilung zu verbessern
- die Funktion der Vulva zu erhalten
- ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
Strahlentherapie beim Vulvakarzinom
In bestimmten Situationen kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein.
Sie kommt beispielsweise zum Einsatz:
- wenn der Tumor bereits weiter fortgeschritten ist
- wenn Lymphknoten befallen sind
- wenn nach der Operation ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung besteht.
Die Bestrahlung kann entweder ergänzend nach der Operation oder in seltenen Fällen als eigenständige Behandlung erfolgen.
Medikamentöse Therapie
Bei fortgeschrittenem Vulvakrebs kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
Hierzu gehören beispielsweise:
- Chemotherapie
- kombinierte Radiochemotherapie (Bestrahlung und Chemotherapie).
Diese Therapien können eingesetzt werden, um
- den Tumor vor einer Operation zu verkleinern
- das Risiko eines Rückfalls zu reduzieren
- oder eine fortgeschrittene Erkrankung zu kontrollieren.
Nachsorge nach der Behandlung
Nach Abschluss der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.
Sie dienen dazu,
- ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen
- Beschwerden oder Spätfolgen zu behandeln
- Patientinnen langfristig zu begleiten.
Zu den Nachsorgeuntersuchungen gehören in der Regel gynäkologische Untersuchungen sowie bei Bedarf bildgebende Verfahren.