Marien Hospital Witten - Vulvakrebs
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Gynäkologisches Krebszentrum

Vulvakrebs

Das Vulvakarzinom, auch Vulvakrebs, ist eine seltene bösartige Erkrankung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Vulva umfasst unter anderem die großen und kleinen Schamlippen sowie die Klitorisregion. In den meisten Fällen entsteht der Tumor aus den Zellen der Haut oder Schleimhaut der Vulva.

Obwohl das Vulvakarzinom insgesamt selten ist, sollte jede Veränderung im Bereich der Vulva ärztlich abgeklärt werden. Wird die Erkrankung früh erkannt und vollständig entfernt, bestehen in vielen Fällen gute Heilungschancen.

Die Frauenklinik des Marien Hospital Witten bietet eine umfassende Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen mit Vulvakrebs.

Was ist ein Vulvakarzinom?

Unter einem Vulvakarzinom versteht man einen bösartigen Tumor, der sich im Bereich der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane entwickelt. Am häufigsten sind die großen Schamlippen betroffen, seltener kleinere Bereiche der Vulva.

In mehr als 90 Prozent der Fälle handelt es sich um ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom, das aus den obersten Hautzellen entsteht. Ältere Frauen haben ein höheres Erkrankungsrisiko, dennoch können auch jüngere Frauen betroffen sein.

Ursachen und Risikofaktoren für Vulvakrebs

Die genauen Ursachen eines Vulvakarzinoms sind nicht immer eindeutig. Bekannt ist jedoch, dass bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen können.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

• Humane Papillomviren (HPV) 
• Herpes Genitales 
• Krebsvorstufen der Vulva 
• chronische Hauterkrankungen der Vulva, beispielsweise Lichen sclerosus 
• Rauchen 
• ein geschwächtes Immunsystem 
• höheres Lebensalter

Viele Vulvakarzinome entwickeln sich aus solchen Vorstufen über mehrere Jahre.

Symptome von Vulvakrebs: Woran erkennt man ein Vulvakarzinom?

Ein Vulvakarzinom verursacht in frühen Stadien oft nur unspezifische Beschwerden oder bleibt zunächst unbemerkt. Daher ist es wichtig, Veränderungen im Genitalbereich ernst zu nehmen.

Mögliche Symptome können sein:

• anhaltender Juckreiz im Bereich der Vulva 
• Brennen oder Schmerzen 
• Hautveränderungen, beispielsweise rötliche Flecken oder Verhärtungen 
• warzenähnliche oder knotige Veränderungen 
• ungewöhnlicher Ausfluss oder Blutungen 
• kleine Geschwüre oder Wunden, die nicht abheilen

Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Eine gynäkologische Untersuchung sorgt für Klarheit.

Diagnose: Wie wird Vulvakrebs festgestellt?

Besteht der Verdacht auf ein Vulvakarzinom, erfolgt zunächst eine ausführliche gynäkologische Untersuchung. Dabei können Veränderungen der Haut oder Schleimhaut sichtbar werden.

Zur Sicherung der Diagnose wird in der Regel eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Diese wird anschließend im Labor untersucht, um festzustellen, ob es sich um eine Krebserkrankung oder eine Vorstufe handelt.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein, um das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen.

Behandlung des Vulvakarzinoms

Die Behandlung eines Vulvakarzinoms richtet sich vor allem nach:

  • der Größe und Lage des Tumors 
  • dem Krankheitsstadium
  • der Ausbreitung in umliegendes Gewebe 
  • einem möglichen Befall der Lymphknoten.

In der Regel wird für jede Patientin ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Die Therapieplanung erfolgt dabei interdisziplinär. Das heißt gemeinsam mit Spezialisten aus Gynäkologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie.

Die wichtigste Behandlungsmethode beim Vulvakrebs ist in den meisten Fällen die Operation. Je nach Tumorstadium können zusätzlich weitere Therapieverfahren erforderlich sein.

Operative Behandlung des Vulvakarzinoms

Die operative Entfernung des Tumors ist der zentrale Bestandteil der Behandlung. Ziel der Operation ist es, das Vulvakarzinom vollständig zu entfernen, gleichzeitig aber möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten. Das Ausmaß des Eingriffs richtet sich nach Größe und Ausbreitung des Tumors.

Lokale Tumorentfernung

Bei kleinen und früh entdeckten Tumoren kann häufig eine lokale Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand erfolgen. Dabei wird ausschließlich der betroffene Bereich entfernt. Dieses Verfahren ermöglicht in vielen Fällen eine gewebeschonende Behandlung mit guten funktionellen und kosmetischen Ergebnissen.

Erweiterte Operation

Ist der Tumor größer oder weiter fortgeschritten, kann eine umfangreichere Operation im Bereich der Vulva notwendig sein. Ziel bleibt jedoch stets, möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten und gleichzeitig eine vollständige Tumorentfernung zu gewährleisten.

Untersuchung der Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten)

Bei einem Vulvakarzinom können sich Tumorzellen über die Lymphbahnen ausbreiten, insbesondere in die Lymphknoten der Leiste. Um zu überprüfen, ob bereits eine Ausbreitung vorliegt, wird häufig eine sogenannte Sentinel-Lymphknoten-Biopsie durchgeführt. Dabei wird der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors identifiziert und entfernt. Dieser wird anschließend feingeweblich untersucht. Ist dieser sogenannte Wächterlymphknoten tumorfrei, müssen häufig keine weiteren Lymphknoten entfernt werden. Dadurch kann das Risiko von Nebenwirkungen deutlich reduziert werden. Wenn bereits ein Befall vorliegt, kann eine erweiterte Entfernung der Lymphknoten in der Leiste notwendig sein.

Rekonstruktive Verfahren

Je nach Größe des entfernten Gewebes kann es erforderlich sein, den operierten Bereich plastisch-rekonstruktiv zu versorgen.

Dabei werden beispielsweise Gewebeverschiebungen oder Hautlappenplastiken eingesetzt, um

  • die Wundheilung zu verbessern 
  • die Funktion der Vulva zu erhalten 
  • ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.

Strahlentherapie beim Vulvakarzinom

In bestimmten Situationen kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein.

Sie kommt beispielsweise zum Einsatz:

  • wenn der Tumor bereits weiter fortgeschritten ist 
  • wenn Lymphknoten befallen sind 
  • wenn nach der Operation ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung besteht.

Die Bestrahlung kann entweder ergänzend nach der Operation oder in seltenen Fällen als eigenständige Behandlung erfolgen.

Medikamentöse Therapie

Bei fortgeschrittenem Vulvakrebs kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

Hierzu gehören beispielsweise:

  • Chemotherapie 
  • kombinierte Radiochemotherapie (Bestrahlung und Chemotherapie).

Diese Therapien können eingesetzt werden, um

  • den Tumor vor einer Operation zu verkleinern 
  • das Risiko eines Rückfalls zu reduzieren 
  • oder eine fortgeschrittene Erkrankung zu kontrollieren.

Nachsorge nach der Behandlung

Nach Abschluss der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.

Sie dienen dazu, 

  • ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen 
  • Beschwerden oder Spätfolgen zu behandeln 
  • Patientinnen langfristig zu begleiten.

Zu den Nachsorgeuntersuchungen gehören in der Regel gynäkologische Untersuchungen sowie bei Bedarf bildgebende Verfahren.

Wichtig: Veränderungen früh abklären lassen

Da frühe Symptome häufig unspezifisch sind, wird Vulvakrebs oft erst spät erkannt. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen der Vulva frühzeitig ärztlich untersuchen zu lassen.

Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken.

Häufige Fragen zum Vulvakarzinom (FAQ)

Was ist ein Vulvakarzinom?

Ein Vulvakarzinom ist eine bösartige Tumorerkrankung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Dazu gehören vor allem die großen und kleinen Schamlippen sowie der Bereich um die Klitoris. Das Vulvakarzinom entsteht meist aus den Zellen der Haut oder Schleimhaut der Vulva. Obwohl diese Krebsart selten ist, sollten Veränderungen im Genitalbereich immer ärztlich abgeklärt werden.

Ist ein Vulvakarzinom das Gleiche wie Vulvakrebs?

Ja. Vulvakarzinom ist der medizinische Fachbegriff für Vulvakrebs. Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Erkrankung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane.

Welche Symptome können auf Vulvakrebs hinweisen?

Ein Vulvakarzinom kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen. Häufige Symptome sind: 

  • anhaltender Juckreiz im Bereich der Vulva
  • Brennen oder Schmerzen
  • Verhärtungen oder Knoten
  • Hautveränderungen oder kleine Wunden, die nicht abheilen
  • gelegentlich Blutungen oder ungewöhnlicher Ausfluss

Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Bei länger anhaltenden Veränderungen sollte jedoch eine gynäkologische Untersuchung erfolgen.

Wie wird ein Vulvakarzinom behandelt?

Die wichtigste Therapie beim Vulvakarzinom ist in den meisten Fällen eine Operation, bei der der Tumor vollständig entfernt wird. Je nach Ausbreitung der Erkrankung kann zusätzlich eine Untersuchung oder Entfernung von Lymphknoten in der Leiste erforderlich sein. Außerdem kommen Strahlentherapie oder medikamentöse Behandlungen zum Einsatz. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, wird individuell festgelegt.

Ist ein Vulvakarzinom heilbar?

Wird ein Vulvakarzinom früh erkannt und vollständig behandelt, bestehen häufig gute Heilungschancen. Entscheidend für die Prognose sind unter anderem die Größe des Tumors, das Krankheitsstadium und ein möglicher Befall der Lymphknoten. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

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