Eierstockkrebs - Overialkarzinom: Behandlung | Marien Hospital Witten
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Eierstockkrebs oder Ovarialkarzinom ist eine bösartige gynökologische Krebserkrankung
Frauenklinik | Geburtshilfe

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Eierstockkrebs, auch als Ovarialkarzinom bekannt, ist eine der häufigsten und gleichzeitig gefährlichsten bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 7.000 bis 8.000 Frauen an Eierstockkrebs, wobei die Krankheit überwiegend Frauen nach den Wechseljahren trifft. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Eierstockkrebs auch jüngere Frauen betreffen kann, wenn auch seltener.

Die Schwierigkeit bei der Diagnose von Eierstockkrebs liegt darin, dass sich dieser Krebs in den frühen Stadien oft nicht durch Symptome bemerkbar macht. Aus diesem Grund wird er häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium (Stadium III/IV) entdeckt, wenn er bereits auf andere Organe übergegriffen hat. Eine rechtzeitige Diagnose ist jedoch entscheidend, um die bestmöglichen Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Umso wichtiger ist eine Behandlung durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten. Ärztinnen und Ärzte der gynäkologischen Onkologie sind gezielt auf Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane spezialisiert. In der Frauenklinik des Marien Hospital Witten bringt das interdisziplinäre Team diese Expertise in die individuelle Therapieplanung ein – mit dem Ziel, nicht nur die Erkrankung bestmöglich zu behandeln, sondern auch die Lebensqualität der Patientinnen in jeder Phase der Therapie im Blick zu behalten.

Ursachen und Risikofaktoren von Eierstockkrebs

Die genaue Ursache für die Entartung der Eierstockzellen ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch mehrere Faktoren, die das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, erhöhen können. Hierzu zählen:

Genetische Veranlagung:

Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 erhöhen das Risiko für Eierstockkrebs erheblich. Diese Gene spielen eine Rolle bei der Reparatur von DNA-Schäden, und wenn sie mutiert sind, können sie das Wachstum von Krebszellen begünstigen. Frauen mit einer familiären Vorbelastung, insbesondere wenn nahe Verwandte wie Mutter oder Schwester an Eierstockkrebs oder Brustkrebs erkrankt sind, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen.

Hormonelle Faktoren:

Der Zusammenhang zwischen hormonellen Faktoren und Eierstockkrebs ist ebenfalls von Bedeutung. Besonders die Zahl der Eisprünge im Leben einer Frau kann das Risiko beeinflussen. Je mehr Eisprünge eine Frau hat, desto höher ist das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Orale Kontrazeptiva wie die „Pille“ sowie häufige Schwangerschaften können das Risiko senken, da sie die Eierstöcke in eine Ruhephase versetzen. Das hormonelle Gleichgewicht spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung vieler Tumoren, da Hormone das Wachstum und das Verhalten von Zellen beeinflussen können.

Alter und Wechseljahre:

Das Risiko für Eierstockkrebs steigt mit dem Alter. Die meisten Frauen erkranken nach den Wechseljahren, wenn die Eierstöcke ihre Funktion einstellen. Vor dem 40. Lebensjahr ist Eierstockkrebs selten.

Symptome von Eierstockkrebs

Eierstockkrebs verursacht in den frühen Stadien meist keine oder nur sehr unspezifische Symptome. Viele Frauen haben in den Anfangsstadien keine Beschwerden, und der Krebs wird erst bemerkt, wenn er bereits weiter fortgeschritten ist.

Zu den häufigsten Symptomen, die auf bösartige Tumoren hinweisen können, gehören:

  • Schmerzen im Unterbauch
  • Verdauungsstörungen oder Völlegefühl 
  • Häufiger Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen 
  • Ungewöhnliche genitale Blutungen oder vaginale Blutungen nach den Wechseljahren 
  • Ungewollter Gewichtsverlust

Da diese Symptome auch bei anderen, weniger schweren Erkrankungen auftreten können, ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Diagnose von Eierstockkrebs

Die Diagnose von Eierstockkrebs erfolgt in mehreren Schritten.

Anamnese und Tastuntersuchung

Zunächst wird der Arzt durch eine Tastuntersuchung und Anamnese (medizinische Vorgeschichte) feststellen, ob es Hinweise auf Veränderungen in den Eierstöcken gibt.

Transvaginaler Ultraschall

Der transvaginale Ultraschall, auch als vaginaler Ultraschall bezeichnet, ist eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden, um Tumore im Eierstockbereich sichtbar zu machen. Dabei wird ein spezielles Ultraschallgerät in die Scheide eingeführt, um detaillierte Bilder von den Eierstöcken und angrenzenden Organen zu erzeugen.

Bildgebende Verfahren:

CT und MRT Wenn der Verdacht auf Eierstockkrebs besteht, sind weiterführende bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich, um die genaue Ausbreitung des Tumors zu bestimmen. Eine CT- oder MRT-Untersuchung hilft dabei, festzustellen, ob der Tumor auf andere Organe übergegriffen hat und in welchem Stadium der Krebs sich befindet. Dies schließt auch die Möglichkeit ein, dass der Tumor in Lymph- und Blutbahnen eingewandert ist. Das bedeutet, dass sich die Tumorzellen über das Lymph- oder Kreislaufsystem im Körper verbreiten können, was die Behandlung und Prognose beeinflusst.

Blutuntersuchung und Tumormarker

Zusätzlich wird häufig eine Blutuntersuchung durchgeführt, um Tumormarker wie CA 125 zu messen. Ein erhöhter Wert dieses Proteins kann auf Eierstockkrebs hindeuten, muss jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein Tumor vorliegt, da auch andere Erkrankungen, wie z. B. Entzündungen, zu erhöhten Werten führen können.

Feingewebliche Untersuchung

Eine feingewebliche Untersuchung (auch Histologie genannt) ist eine mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben, die nach einer Biopsie oder einer Operation entnommen wurden. Diese Untersuchung ermöglicht es den Ärzten, die genaue Art des Tumors zu bestimmen, indem sie das Gewebe unter dem Mikroskop auf Zellstruktur und -veränderungen untersuchen. So kann festgestellt werden, ob der Tumor bösartig ist und wie schnell er voraussichtlich wächst. Die feingewebliche Untersuchung ist entscheidend, um den genauen Typ des Tumors zu identifizieren, was eine gezielte Behandlung ermöglicht.

Molekulare Diagnostik

In einigen Fällen wird auch eine molekulare Diagnostik angewendet, um genetische Veränderungen im Tumor zu erkennen. Hierbei werden die Erbinformationen des Tumors auf Veränderungen (Mutationen) untersucht, die für die Wahl der Therapie von Bedeutung sein können. So können beispielsweise spezielle Medikamente zum Einsatz kommen, die gezielt bestimmte Mutationen oder molekulare Merkmale des Tumors angreifen. Diese präzise Form der Diagnostik hilft dabei, personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln und die Erfolgsaussichten zu verbessern.

Behandlungsverfahren bei Eierstockkrebs

Die Behandlung von Eierstockkrebs hängt vom Stadium der Krankheit ab und umfasst in der Regel eine Kombination aus chirurgischen Eingriffen, Chemotherapie und ggf. zielgerichteten Therapien.

Chirurgische Behandlung:

Das Hauptziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors, um die Ausbreitung des Krebses zu verhindern. In den meisten Fällen werden beide Eierstöcke, die Gebärmutter, das große Bauchnetz und Teile des Bauchfells entfernt. Manchmal werden auch Lymphknoten entfernt, wenn der Krebs bereits in die Lymphbahnen übergegriffen hat.

Chemotherapie:

Nach der Operation folgt in den meisten Fällen eine Chemotherapie. Sie hat das Ziel, verbliebene Tumorzellen zu zerstören und das Risiko eines Rückfalls zu senken.

Zielgerichtete Therapie:

Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs kommen auch zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Diese Medikamente greifen gezielt die molekularen Eigenschaften des Tumors an und können helfen, das Tumorwachstum zu hemmen. Dabei spielt auch die Forschung zur Behandlung von seriösen Adenokarzinomen eine wichtige Rolle. Seröse Adenokarzinome sind eine spezifische Form von Tumoren, die häufig bei Eierstockkrebs auftreten und mit modernen, zielgerichteten Therapien behandelt werden können.

Fragen und Antworten zu Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Wie kann ich mein Risiko für Eierstockkrebs senken?

Eine hormonelle Kontrolle durch die Einnahme der „Pille“ und häufige Schwangerschaften können das Risiko verringern. Wenn in der Familie bereits Eierstockkrebs oder Brustkrebs aufgetreten ist, sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem vaginalen Ultraschall und einem transvaginalen Ultraschall?

Beide Begriffe beschreiben die gleiche Untersuchungsmethode. Es handelt sich um eine Ultraschalluntersuchung, bei der ein spezielles Gerät in die Scheide eingeführt wird, um Bilder der Eierstöcke und benachbarter Organe zu erstellen.

Was passiert, wenn Eierstockkrebs nicht rechtzeitig erkannt wird?

Wenn Eierstockkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium (Stadium III/IV) diagnostiziert wird, ist die Behandlung schwieriger, da der Krebs sich möglicherweise schon auf andere Organe ausgebreitet hat. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für die Heilungschancen.

Wie wird Eierstockkrebs in den verschiedenen Stadien behandelt?

In frühen Stadien wird der Tumor in der Regel durch eine Operation entfernt, gefolgt von einer Chemotherapie. In fortgeschrittenen Stadien kommen zusätzliche Behandlungen wie zielgerichtete Therapien zum Einsatz.

Was ist eine feingewebliche Untersuchung?

Eine feingewebliche Untersuchung, auch als Histologie bezeichnet, ist eine Untersuchung des Tumorgewebes unter dem Mikroskop. Das Gewebe wird nach einer Operation oder einer Gewebeentnahme (Biopsie) entnommen und im Labor auf Zellstruktur und -veränderungen untersucht. Diese Untersuchung ist entscheidend, um den genauen Typ des Tumors zu bestimmen, was hilft, die richtige Behandlung zu wählen. Sie liefert auch Informationen darüber, ob der Tumor bösartig ist und wie aggressiv er wächst.

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