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Venenchirurgie

Venenleiden sind eine Volkskrankheit. Sie zählen zu den häufigsten und in der Menschheitsgeschichte am längsten bekannten Krankheitsbildern.

Zur größten Gruppe dieser Erkrankungen gehört das Krampfaderleiden, die Varikosis. Hierunter versteht man eine sack- oder knotenförmige Erweiterung oberflächlicher Venen, vor allem an der unteren Extremität. Die Patienten kommen oftmals erst nach längerem Leidensweg in die gefäßchirurgische Sprechstunde, da die Erkrankung häufig nicht sofort erkannt wird.

Hauptaufgabe der Venen ist der Transport des Blutes von der Körperperipherie zum Herzen. Gewährleistet wird dies durch den besonderen Aufbau der Gefäße, insbesondere der Venenklappen. Sie dienen als Ventil und lassen in gesundem Zustand das Blut nur in einer Richtung passieren. Ist eine Venenklappe nicht voll funktionsfähig, wird der Blutfluss in diesem Venensegment gestört und es resultiert an dieser Stelle eine Erweiterung.

Entstehung von Venenerkrankungen

Die Faktoren, die zur Ausbildung von Venenleiden führen können, sind weitgehend bekannt. Venenerkrankungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern sie kündigen sich durch eine Reihe von Zeichen und Beschwerden an. Frühe Warnsignale wie müde, geschwollene, schmerzende und schwere Beine sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Vielmehr sollten sie Anlass geben, einen Arzt aufzusuchen.Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die auf den Stellenwert von Risikofaktoren hinweisen. Hierzu gehören die erbliche Belastung, Übergewicht, Schwangerschaft und als wichtigster Faktor das fortgeschrittene Lebensalter. Weiterhin förderlich für die Ausbildung von Krampfadern sind stehende oder sitzende Tätigkeiten, da hierbei der Blutfluss in den Venen erheblich behindert wird.

Je nach Ausdehnung der Krampfaderbildung und Symptome wird die Erkrankung in verschiedene Stadien eingeteilt. Häufig beklagte Beschwerden wie nächtliche Wadenkrämpfe oder Schwellneigungen der Beine, insbesondere nach längerer, stehender Tätigkeit treten meistens schon in den Anfangsstadien auf. In den Endstadien kommt es zur typischen Ausbildung der offenen Beine, dem Ulcus cruris. In erster Linie sind es aber die äußerlich sichtbaren Krampfadern, die den Patienten zum Arztbesuch veranlassen.

Für ein geeignetes Behandlungskonzept ist die genaue Untersuchung der Venenerkrankung maßgebend. Neben der körperlichen Untersuchung stehen verschiedene apparative Methoden zur Verfügung. Aufgrund der Weiterentwicklung der Ultraschalltechnik reicht in der überwiegenden Anzahl der Fälle eine duplexsonographische Untersuchung vor der Operation aus. Die früher übliche Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel kann bis auf wenige Ausnahmen heute entfallen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Vorangestellt muss erwähnt werden, dass eine Heilung der erkrankten Vene nicht möglich ist. Die Behandlung soll ein weiteres Fortschreiten der Varikosis und den damit verbundenen Beschwerden verhindern. Abhängig vom Stadium der Erkrankung gibt es verschiedene Behandlungskonzepte. Allen gemeinsam ist die Ausschaltung des erkrankten Venensegmentes und die Gewährleistung eines ungestörten Blutflusses. An erster Stelle ist hier folgender Merksatz zu nennen:

Sitzen und Stehen meiden, Laufen und Liegen wenn immer möglich vorziehen.

Eine wichtige Säule in der konservativen Behandlung ist die Kompressionstherapie. Hierfür gibt es speziell entwickelte Strümpfe oder Strumpfhosen. Reicht dies nicht aus, können kleinere Krampfadern einer Verödungstherapie zugeführt werden. Liegt jedoch eine ausgedehnte Varikosis vor, sollte eine operative Sanierung erfolgen, zumal unbehandelt Komplikationen wie Venenentzündungen oder Thrombosen und ein Fortschreiten der Erkrankung auftreten können.

Wie wird operiert?

Bestimmte Voraussetzungen müssen vor Durchführung der Operation vorliegen. So sollte der Patient nicht an einer ausgeprägten arteriellen Verschlusskrankheit, auch Schaufensterkrankheit genannt sowie dem post thrombotischen Syndrom, einer Folge der schweren tiefen Beinvenenthrombose, erkrankt sein.

Die Operation erfolgt in erster Linie in rückenmarksnaher Anästhesie (Spinal- oder Periduralanästhesie). Mit der sogenannten Minischnitt-Technik werden die erkrankten Venen entfernt. Zusätzlich wird ein etwas größerer Schnitt in der Leiste oder der Kniekehle des betroffenen Beines durchgeführt, da hier meistens der Ausgangspunkt für die Venenerkrankung liegt. Üblicherweise ist dieses Verfahren mit einem kurzen stationären Aufenthalt von wenigen Tagen verbunden. Grundsätzlich können in vielen Fällen diese Eingriffe auch ambulant in unserer Klinik durchgeführt werden. Abhängig vom Befund können beide Beine gleichzeitig operiert werden. Die Fäden werden am 6. Tag nach der Operation entfernt. Der Operation folgt eine 6-wöchige Kompressionsbehandlung mit einem am Tag vor der Operation angepassten Spezialstrumpf. Bei leichteren Formen der Varikosis ist ein ambulantes operatives Vorgehen möglich. Insgesamt sind die Nebenwirkungen bei diesen operativen Verfahren gering.

Hat der Hausarzt eine Venenerkrankung festgestellt oder liegt der Verdacht einer solchen nahe, kann nach entsprechender Überweisung in unserer gefäßchirurgischen Ambulanz eine gezielte Diagnostik erfolgen und der weitere Therapieablauf geplant werden.

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