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Fußpflege

Nach längerer Diabetesdauer tritt häufig eine Schädigung der Nerven, eine sogenannte Neuropathie auf. Dabei ist das Temperatur- sowie das Schmerzempfinden vermindert, sodass man kleine Druckstellen, Blasen oder Verletzungen nicht mehr spürt. So kann man zum Beispiel den ganzen Tag mit einem kleinen Stein im Schuh herumlaufen, ohne zu merken, dass dieser die Haut aufscheuert.

Durch die Nervenschädigung ist außerdem die Schweißbildung sehr stark reduziert. Die Füße werden extrem trocken und es entstehen besonders an den Fersen Einrissen, die eine willkommene Eintrittspforte für Bakterien darstellen. Sind erst einmal Verletzungen aufgetreten, können Entzündungen entstehen, die bei schlechter Stoffwechseleinstellung schlecht heilen. Im schlimmsten Fall kann sogar eine Amputation notwendig werden.

Dem diabetischen Fuß vorbeugen

Menschen mit Diabetes können durch besondere Vorsicht und sachgerechte Pflege ihrer Füße selbst dazu beitragen, diese Komplikationen zu vermeiden. Hierzu können wir einige hilfreiche Tipps geben:

Kontrollieren Sie täglich ihre Füße und achten Sie dabei auf

  • Hautverfärbungen
  • Kleine Verletzungen, Wunden
  • Hornhaut, Schwielen
  • Hühneraugen
  • Trockene, rissige Haut
  • Blasen
  • Fußpilz
  • Eingewachsene, verdickte, weiße oder gelb verfärbte Fußnägel

Scheuen Sie sich nicht, auch mit kleinen Verletzungen zum Arzt zu gehen. Jede Stunde, in der sich aus einer Verletzungen eine Entzündung bilden kann, zählt. Desinfizieren Sie kleine Wunden mit einem farblosen Hautdesinfektionsmittel und decken Sie die Stelle mit einem trockenen sterilen Tupfer ab. Befestigen Sie den Tupfer mit einem hautfreundlichen Pflaster. Verwenden Sie keine Wundsalben oder Puder ohne ärztliche Anordnung.

Waschen Sie Ihre Füße möglichst täglich, wobei die Temperatur nicht über 37 Grad liegen sollte. Bei herabgesetztem Temperaturempfinden besteht anderenfalls die Gefahr, sich zu verbrühen. Überprüfen Sie deshalb die Temperatur mittels Thermometer. Die Fußbäder sollten nicht länger als drei Minuten dauern. Die Füße danach gründlich abtrocknen - besonders zwischen den Zehen (Fußpilzgefahr). 

Trockene, rissige Haut cremen Sie mit einer Fettcreme ein, die möglichst einen geringen Wasseranteil aufweist. Die Zehenzwischenräume sollte dabei ausgespart werden.

Aufgrund der Verletzungsgefahr raten wir, keine Scheren, Fußzangen oder spitzen Feilen zur Nagelverkürzung zu verwenden. Feilen Sie die Nägel mit einer Sandpapierfeile oder einer abgerundeten Diamantfeile, wobei die Nägel mit der Zehenkuppe abschließen sollten.

Verdickte Hornhaut sollte entfernt werden. Vermeiden Sie aber die Verwendung von Rasierklingen, Hornhautraspeln oder rauhen Feilen, da die Verletzungsgefahr zu groß ist. Am besten geeignet ist ein Naturbimsstein. Hühneraugen sind immer Folge von zu starkem Druck (zu enge Schuhe?). Benutzen Sie keine Hühneraugenpflaster, da diese ätzende Substanzen enthalten, die auch Ihre gesunde Haut angreifen.

Die richtige Schuhwahl

Ihr Schuhwerk soll Ihren Füßen - einschließlich der Zehen - ausreichend Platz bieten. Kaufen Sie Ihre Schuhe am besten nachmittags, da Ihre Füße dann dicker sind als morgens. Jegliche Einlagen mit Profil, Relief oder Noppen sind bei einer vorliegenden Nervenschädigung gefährlich. Sie können unbemerkt zu Druckgeschwüren führen. Wenn eine Nervenschädigung vorliegt, laufen Sie niemals barfuß. In Bädern oder am Strand sollten Sie geschlossene Badeschuhe tragen, da eine Verletzungsgefahr durch heißen Sand, Muscheln, Scherben etc. besteht.

Verwenden Sie zum Erwärmen Ihrer Füße niemals Wärmflasche oder Heizkissen, sondern tragen Sie Wollsocken. Ihre Strümpfe sollten generell keine auftragenden Ränder oder Nähte haben. Wichtig ist eine hoher Baumwollanteil.

Oft ist es sinnvoll, zusätzlich zur eigenen Fußpflege, die Hilfe eines medizinischen Fußpflegers in Anspruch zu nehmen. Erkundigen Sie sich möglichst nach Adressen von Fußpflegern, die eine Zusatzausbildung für die Behandlung von Patienten mit Diabetes haben.

Vorsorge ist ein Muss für jeden Patienten mit Diabetes. Lassen Sie daher regelmäßig alle sechs Monate Ihre Füße von Ihrem behandelnden Hausarzt inspizieren. Er wird außerdem einen schmerzlosen Test mittels Stimmgabel zur Überprüfung Ihrer Nerven am Fuß durchführen und Ihren Fußpuls messen, um die Durchblutung der Füße zu überprüfen.

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